Frühling naht: Deutlich weniger Streusalz in diesem Winter

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Daniel Karmann

RLP. Der Frühling beginnt meteorologisch schon an diesem Sonntag (1. März) – der Winterdienst für die Straßen in Rheinland-Pfalz hat diesmal extrem wenig Salz gebraucht. Zwar hat es jüngst noch in den Mittelgebirgen geschneit und auch der März könnte teils winterlich werden. Insgesamt gesehen aber sagt Jochen Carbach, Straßenwärtermeister bei der Autobahnmeisterei Emmelshausen: «Einen so schwachen Winter habe ich in 18 Berufsjahren noch nicht erlebt.»

Laut dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz in Koblenz hat der Winterdienst im Durchschnitt von zehn Jahren jeweils 136 000 Tonnen Streusalz von Oktober bis Ende Februar gebraucht. Diesmal sind es bis zum 25. Februar landesweit nur 46 000 Tonnen gewesen. Der LBM spricht daher «von einem 35-Prozent-Winter in Bezug auf das 10-Jahres-Mittel».

Noch größer ist der Unterschied bei der Autobahnmeisterei Emmelshausen gewesen. Nur rund 380 Tonnen Salz hat sie laut ihrem Vizechef Carbach in diesem Winter bis vergangenen Mittwoch benötigt. 1800 Tonnen seien dagegen der Durchschnitt der kompletten vergangenen Winter gewesen. «Früher sind wir drei Wochen Tag und Nacht gefahren. Da waren die Lkw immer unterwegs, nur die Fahrer wurden ausgewechselt», berichtet Carbach. Heute rechneten viele Autofahrer gar nicht mehr mit Glätte, obwohl die gerade bei Temperaturen um null Grad mit überfrierender Nässe etwa auf Brücken tückisch sein könne.

Der LBM setzt nach eigener Auskunft bis zu 570 Winterdienstfahrzeuge ein: rund 350 eigene und 220 extra angemietete Fahrzeuge. Etwa 1600 Mitarbeiter in 57 Straßen- und 13 Autobahnmeistereien sorgen dafür, dass in Rheinland-Pfalz bei Schnee und Eis 877 Kilometer Autobahn und circa 17 000 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen befahrbar bleiben. Für die Straßen in Dörfern und Städten ist der Winterdienst des Landesbetriebs meist nicht zuständig.

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