Polizei Trier legt Verkehrsunfallbilanz 2019 vor

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TRIER. Im Jahr 2019 zeichnet die Analyse der Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion (PI) Trier ein differenziertes Bild. Zwar mussten die Beamten der PI Trier bei insgesamt 4278 Verkehrsunfällen seltener zur Verkehrsunfallaufnahme ausrücken als noch im Jahr 2018, jedoch wurden trotz dieser gesunkenen Gesamtzahl bei 436 dieser Verkehrsereignisse insgesamt 562 Menschen verletzt, davon 2 tödlich, 102 schwer und 458 leicht. Somit muss festgestellt werden, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden zwar leicht rückläufig ist, die geringere Gesamtzahl dennoch zu einer größeren Anzahl an schweren Unfallfolgen geführt hat.

Zu den Hauptunfallursachen zählte erneut das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes. Aus diesem Grund ereigneten sich im Dienstbezirk 1886 Verkehrsunfälle und somit rund 43,1 Prozent aller aufgenommenen Verkehrsunfälle. Dadurch wurden 149 Personen verletzt, weshalb mehr als ein Viertel aller durch Verkehrsunfälle verletzten Personen durch dieses Fehlverhalten geschädigt werden.

Weiter gehörten Fehler beim Abbiegen, beim Vorbei-/Nebeneinanderfahren, Wenden und Rückwärtsfahren sowie falsches Einfahren in den fließenden Verkehr zu den Hauptursachen von Verkehrsunfällen, die sich in Zuständigkeitsgebiet der PI Trier ereigneten. Alleine 1458 Verkehrsunfälle waren auf diese Ursachen zurückzuführen, wodurch 127 Personen verletzt wurden. Dabei handelt es sich um rund 23 Prozent aller Personenschäden.

Die Nichtbeachtung der Vorfahrt führte in 234 Fällen zu einem Verkehrsunfall. Daneben führte dieser Verstoß zu 105 Verletzten und hat damit einen Anteil von ca. 18 Prozent an der Gesamtzahl der durch Verkehrsunfälle verletzten Personen.

Zu insgesamt 11 Prozent aller Verletzten führten Verkehrsunfälle, bei denen als Unfallursache eine nicht angepasste Geschwindigkeit festgestellt wurde. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 145 solcher Geschwindigkeitsunfälle mit 66 geschädigten Personen erfasst.

Bei 46 Unfällen waren Kinder beteiligt. Hierbei wurden 42 Kinder verletzt. Alleine 17 Kinder wurden verletzt, weil sie als Mitfahrer in einem Fahrzeug saßen, das in einen Verkehrsunfall verwickelt war. Darüber hinaus wurden 7 Kinder als Fußgänger und 18 Kinder verletzt, während sie als Radfahrer am Straßenverkehr teilgenommen haben.

Im vergangenen Jahr waren 42 Fußgänger an Verkehrsunfällen unmittelbar beteiligt. 17 Fußgänger wurden schwer und 25 leicht verletzt.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern ist marginal gestiegen. An 160 Unfällen waren Fahrradfahrer beteiligt. Dies sind 2 Verkehrsunfälle mehr als in 2018. Es wurden hierbei 117 Verletzte, 27 Prozent aller Personenschäden, registriert. Bei 78 dieser Unfälle stellten sich die Fahrradfahrer auch gleichzeitig als Unfallverursacher heraus, obwohl sie gegenüber Kraftfahrzeugen als schwächere Verkehrsteilnehmer gelten und daher schwerwiegender Unfallfolgen zu befürchten haben. Die Hauptunfallursachen in diesem Bereich sind die Benutzung falscher Fahrbahnteile, wie z.B. Gehwege oder Fußgängerüberwege und das falsche Einfahren in den fließenden Verkehr z.B. aus Grundstückseinfahrten.

Bei der Risikogruppe der Motorradfahrer konnten sowohl die Anzahl der Unfälle und Verletzten, als auch Schwere der Personenschäden leicht reduziert werden.

Die Risikogruppe der jungen Fahrer bis 24 Jahren ist an jedem fünften Unfall beteiligt, obwohl sie nur acht Prozent der Bevölkerung stellt. Während die Zahl der Verkehrsunfälle unter deren Beteiligung von 1064 auf 1049, sowie die dadurch Verletzten von 208 auf 205 leicht gesunken sind, war dagegen ein Anstieg von 24 auf 25 Schwerverletzte bei der Beteiligung von jungen Fahrern bei Verkehrsunfällen zu verzeichnen. Hauptunfallursachen waren ungenügender Sicherheitsabstand, unangepasste Geschwindigkeit und Vorfahrtsmissachtung.

Die Zahlen der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren und der Verunglückten dieser Risikogruppe sind im vergangenen Jahr leicht gesunken. An 877 Unfällen waren Senioren, d.h. Verkehrsteilnehmer im Alter von 65 Jahren oder älter beteiligt. Das sind mehr als ein Fünftel aller Verkehrsunfälle. In 414 dieser Fälle waren die Personen über 75 Jahre alt. Insgesamt wurden 113 Senioren verletzt.

Im Bereich der Verkehrsunfallfluchten ist die Zahl von 1007 im Jahr 2018 auf 1009 in 2019 minimal gestiegen. Die Aufklärungsquote liegt hier bei rund 47,7 Prozent, so dass fast jede zweite Unfallflucht aufgeklärt werden und der Unfallverursacher ermittelt werden konnte.

Insgesamt waren bei 98 Verkehrsunfällen Alkohol, Drogen oder Medikamenteneinfluss die Hauptunfallursache. Zur Bekämpfung dieser Unfallursachen setzt die Polizeiinspektion Trier sowohl auf die Prävention als auch auf die regelmäßige Durchführung entsprechender Verkehrskontrollen. So wurden im letzten Jahr 216 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinwirkung eingeleitet. 70 Mal konnten die Beamten gerade noch rechtzeitig eine Trunkenheitsfahrt verhindern und Fahrzeugschlüssel bzw. Führerscheine sicherstellen.

Darüber hinaus beteiligt sich die Polizeiinspektion Trier seit Jahren an zielgruppenorientierter Verkehrssicherheitsarbeit und wird sich auch weiterhin durch präventive Verkehrssicherheitsprogramme sowie gezielte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen mit dem Ziel der Reduzierung der Verkehrsunfallzahlen engagieren.

Ergänzender Hinweis: Die Zuständigkeit der Polizeiinspektion Trier – zu der auch die Polizeiwache Innenstadt gehört – erstreckt sich auf das Stadtgebiet Trier mit Ausnahme der Stadtteile Biewer, Ehrang, Quint, Pfalzel, Eitelsbach und Ruwer. Darüber hinaus ist sie zuständig für die Ortsgemeinden Hockweiler, Franzenheim, Igel, Langsur, Ralingen und Trierweiler der Verbandsgemeinde Trier-Land sowie die Ortschaften Korlingen, Sommerau, Gutweiler, Gusterath, Pluwig und Ollmuth der Verbandsgemeinde Ruwer.

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