A.R.T.: „Wer Müll trennt, zahlt weniger“

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Foto: A.R.T.

TRIER. Die neue Gebührensatzung des A.R.T., die seit Jahresbeginn in Kraft ist, sorgt für Gesprächsstoff in der Region Trier. In einer Mitteilung richtet sich der A.R.T. Trier in der Rathauszeitung deshalb an die Bürger und informiert über die Gründe:

„Im zweiten Teil der Serie des A.R.T. steht die neue Gebührensatzung im Mittelpunkt, die seit Jahresbeginn in Kraft ist. Einige Bürger sehen darin vor allem eine Mehrbelastung, für viele ergeben sich jedoch auch Vorteile.

Richtig ist: Wer seine Müllentsorgung wie gewohnt weiterführt, für den wird es teurer. Aber – und das ist ganz wesentlich – zum ersten Mal hat jetzt jeder Haushalt die Möglichkeit, die Kosten seiner Müllentsorgung zu beeinflussen: Wer weniger Abfall produziert und diesen sorgfältig trennt, kann damit seine Mülltonne vor häufigen Leerungen bewahren und kommt dadurch in den Genuss niedrigerer Gebühren. Nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt. Grund ist die neue verursachergerechte Gebührenstruktur, die einen bewussten Umgang mit den eigenen Abfällen belohnt – sprich die bewusste Trennung und wo immer möglich die Reduzierung der Restmüllmenge. Kurz: Wer weniger Abfall hat, zahlt auch weniger.

Doch was ist, wenn man die Abfallmengen gar nicht – oder nur unwesentlich – selbst beeinflussen kann? Dies gilt einerseits für pflegende Haushalte und Familien mit Wickelkindern und andererseits für Bewohner von Mehrfamilienhäusern. Da der A.R.T. keine Personengruppe begünstigen darf, hat der Landkreis Vulkaneifel für Haushalte mit erhöhtem Abfallaufkommen aufgrund von Pflege die kostenlose Ausgabe von Abfallsäcken durch die Kreisverwaltung beibehalten. In Trier wird darüber in einer der nächsten Stadtratssitzungen diskutiert.

Auch Menschen in Mehrfamilienhäusern können laut A.R.T. durch Abfallvermeidung zum Schutz der Umwelt und zur Schonung der Ressourcen beitragen. Der Verband empfiehlt, die Einsparmöglichkeiten durch seltenere Leerungen zu nutzen um so gemeinsam von den geringeren Kosten zu profitieren. In Absprache mit dem Eigentümer seien auch individuelle Restabfallbehälter pro Wohnung eine Option.

Eine zentrale Möglichkeit, um Restmüllmengen zu verringern ist die bereits eingeführte Biotüte zur Entsorgung von Speise- und Küchenabfällen. Brot- und Fleischreste, Obst und Gemüseschalen, aber auch Kaffeesatz und Teeblätter zählen zu den Abfällen, die in der Biotüte gesammelt werden, um dann in den Containern entsorgt zu werden. Um das Biogut sammeln und transportieren zu können, stellt der A.R.T. Biotüten und Sammeleimer kostenlos zur Verfügung. Dieses Vorgehen entspricht den gesetzlichen Richtlinien, da Nahrungs- und Küchenabfälle getrennt erfasst werden müssen.

A.R.T. darf keine Verluste machen

Laut A.R.T. ist die Systemumstellung nicht der Grund für die Gebührenanpassung. Vielmehr komme das neue System den gesetzlichen Anforderungen nach, Anreize zur Abfallvermeidung und Mülltrennung zu schaffen. Der Zweckverband darf als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger weder Gewinne noch Verluste machen.

Diese Gefahr bestand aber, denn mit den bisherigen Gebühreneinnahmen ist nach Angaben des A.R.T. ein verlustfreies Arbeiten nicht mehr möglich. Während die Entsorgungspreise insbesondere für Restmüll in den letzten Jahren um mehr als 125 Prozent gestiegen sind, befinden sich die Erlöse für den Verkauf etwa von Altpapier in einem konstanten Abwärtstrend. Auch das sind wesentliche Gründe für die Erhöhung der Gebühren.“

21 KOMMENTARE

  1. Quatsch ist das die Bewohner von Mehrfamilienhäusern die Entleerungen beeinflussen können. Erstens bestimmt die betreffende Hausverwaltung die Entleerungshäufigkeit, zweitens kann bei einem, wie bei mir, 24 Wohneinheiten im Block nicht kontrolliert werden wer trennt, wieviel, was getrennt wird. Wie soll das funktionieren? Selbst wenn man je 8 WE einen 1100 L MGB zuordnen könnte, wäre es unmöglich die Befüllung optimal zu steuern.

  2. Verursachergerecht ist es erst, wenn ich auch nur 8 Leerungen bezahle wenn ich nur 8 benötige. Das ganze ist verarsche hoch 3

  3. Es kommt immer darauf an wie fiele den Mülleimer Teilen müssen. Bei uns ist es so wir haben einen 120 Liter Eimer für 3 Personen, seit dem wir uns angewöhnt haben die Verpackung und den Restmüll Extra Trennen kommen wir 2 Monate mit dem Eimer aus. Nun testen wir das Ganze noch im Sommer. Wir waren Überrascht von der Ersparten Müll menge.

  4. Die Mülltonne des Grauens, ein neuer Krimi 2020. Durch die Systemumstellung zur sogenannten „Ressourcenschonung“ erhielten wir alle diese kleinen Mülltonnen, die nach ihren 80 Litern zwitschern. Der Kuckuck war da, ist denn schon die Zeit? Nun kümmern sich zwei Haushalte von 3 Personen um das verkümmerte hungrige Elend. Es obliegt wohl der Hausverwaltung? Aber teilen soll gelernt sein. Gerne sammel ich den Biomüll bei mir an, stickend in der Kammer, um ihn dann umweltbewusst mit dem Fahrrad natürlich, blabla km weiter zur Biosammelstelle zu transportieren. Freiwillige vor, bitte nicht zögern, ein bisschen Sport tut dir gut. Wie wird die Situation im Sommer? Wisst ihr das die Biotonnen in fast allen gastronomischen Betrieben abgedichtet in einer Box gekühlt werden? Marden anzünden kann Spaß machen, ist aber verboten. Nun ja, für mich ist das alles Geldmacherei für weniger Leistung. Stellt mir doch bitte einen öffentlichen Komposthaufen zur Verfügung, damit ich nährstoffreichen Humus erhalte. Aber dann hätte ich auch gerne einen Garten, Ressourcenschonung eben, um meinen Humus auch verwerten zu können. Das Obst das ich ernte, werde ich euch liebevoll in Plastik verpacken, jede einzelne Beere.

  5. Lüge!
    Das System vernachlässigt die Mülltrennung in Mehrfamilienhäusern.
    Entweder jeder bekommt seine eigene Tonne oder es ist Quatsch.
    Die ART hat es sich nur sehr einfach gemacht und die beteiligten sich selbst überlassen.
    Wenn die Abrechnung am Jahresende kommt wissen wir alles was Sache ist.

  6. Auch suuuuper ist, ich wohne alleine und habe bei 11 Parteien eine der 3 großen Wohnungen. In meiner Nebenwohnung wohnen 3 Erwachsene auf weniger Fläche aber der Müll wird hier auf qm der Wohnfläche berechnet, bin also doppelt und dreifach bestraft.

    • …so müsste das auch anhand der Grundsteuerreform gehandhabt werden. Wer ineffizient wohnt und den Wohnraum im urbanen Raum nicht sinnvoll nutzt sollte auch unrentabel besteuert werden.

      • Hier muss ich was klarstellen, ich wohne alleine auf 46qm 2. Zimmer/ Küche/ Bad in der grossen Wohnung und meine Nachbarn ( Albaner) auf 34qm 1 Zimmer/ Küche/ Bad Vater, Mutter und erw. Sohn Mitte 20. Richtig ist, dass der Vermieter nach Deutschem Recht die Nebenkosten auf qm aufteilt, moralisch nicht. Hier sehe ich das Verursacherprinzip als gerechtes Prinzip

        • Die Müllgebühren werden in den Nebenkosten immer pro Kopf (Verursacher) berechnet.
          Weil auch die Kalkulation des Müllentsorgers beruht. 20ltr. Pro Person/14 tägige Leerung.

          • Lieber Herr Fischer, ich bekomme meine jährliche Nebenkostenabrechnung der BVT Trier und ich kann auch lesen. Mir oder uns werden die Müllgebühren auf die Wohnfläche angerechnet. Ich zahle mehr ( alleinstehend) auf 46qm 2. Zimmer/ Küche/ Bad in der grossen Wohnung und meine Nachbarn ( Albaner) auf 34qm 1 Zimmer/ Küche/ Bad Vater, Mutter und erw. Sohn Mitte 20. Das ist Faktum

  7. Es gab früher mal etwas, das nannte sich soziale Kontrolle. Da wusste man sich zu benehmen und sich an die Regeln zuhalten, denn wenn nicht hatte das Konsequenzen im Alltag und im Umgang mit den Nachbarn.
    Wenn ich heute jemandem darauf hinweisen würde, dass der Müll falsch getrennt ist oder gar zu verlangen, den Biomüll abzutrennen, wird man gleich als Blockwart dargestellt. Ein Großteil der Menschen pfeift auf Regeln, wenn diese den eigenen Vorteil einschränken würden.
    Ein Glück, dass dies bei unseren Nachbarn im Haus nicht der Fall ist.
    Und statistisch gesehen ist es der Fall, dass der Müll in Abhängigkeit der Wohnungsgröße zunimmt. Wenn Sie alleine in einer Wohnung wohnen, die statistisch gesehen in 95% der Fälle von mehr Personen bewohnt wird und damit mehr Müll produziert, fallen Sie tatsächlich durch das Raster. Aber ich nehme an, dass dies die Ausfteilung ihrer Nebenkostenabrechnung ist, die gar nicht von der ART, sondern von der Hausverwaltung erstellt wird. Andererseits können Sie sich offenbar alleine eine große Wohnung leisten; somit ist es fair, die Kosten entsprechend der Finanzstärke aufzuteilen.

  8. Wer trennt , zahlt weniger !
    Das nehmen sich bestimmt viele zu Herzen indem sie einen Teil in die Mülltonne schmeißen und den Rest in die Pampa . Dann wirds auf jeden Fall billiger .

    • Ich befürchte auch das es so kommen wird.

      Das ist meiner Meinung nach eine fette Preiserhöhung.
      Bisher wurden alle 2 Wochen die Tonne gelehrt, Sprich rund 25 – 27 mal im Jahr.
      Jetzt bei gleichen Kosten nur noch 13 mal… hmm

      Nix gegen müll Trennen, da bin ich voll dabei. aber diese Abzocke ist schon bisschen mies.

      • Also Leute,
        Ihr solltet euch wehren. Ich Wohne im Saarland und für uns ist ja die EVS zuständig. Bei der Umstellung der Gebührenordnung ,2011 glaube ich, waren 10 Mindestleerungen vereinbart. Nach Klagen seitens der Bürger, vor Gericht, wurde die Mindestleerung auf 4 zurückgesetzt. Ich selbst, 2-Personenhaushalt, benötige nur max. 6 Leerungen pro Jahr.

        Meine Tochter wohnt in Trier in einem Wohnblock mit 6 großen Tonnen. daraus wurden jetzt 5 und wöchentliche Leerung anstatt alle 2 Wochen.
        Sie ist am überlegen zum Anwalt zu gehen und sich beraten zu lassen

        • Ich wäre wirklich bereit für eine Sammelklage, wer macht mit??? Bitte melden. EVS im Saarland, ich beziehe mich hier auf Lebach, jeder hat seine eigene Tonne, abschliessbar und man stellt die Tonne bei Bedarf raus zur Entleerung und JA die Tonne wird sogar während der Entleerung gewogen. Hieraus ergibt sich dann der Preis. Das ist suuuuuuuper fair und das nenne ich Verursacherprinzip. Ich bin gefangen in einem System ohne Einfluss auf meine Mitbewohner, wir haben einen Container, 14tägig 1/3 bis 1/2 voll und geleert wird trotzdem, selbst wenn der Container leer wäre, er würde geleert werden. Ich fühle mich vollkommen über den Tisch gezogen und bin stinksauer. Selbst wenn ich 3 Jahre nach Australien ziehen würde, meine Wohnung behalten würde hätte ich Kosten ohne ein Tempotaschentuch in Trier entsorgt zu haben. Hallo? Geht es noch?Ich bin gefangen in der Gemeinschaft ohne wirklich Einfluss zu haben und das ist nicht RICHTIG. Wer klagt mit, bitte melden unter rainer.rita.k@googlemail.com

  9. Bedankt euch bei der Stadtverwaltung und unserem Oberbürgermeister,
    die haben dem Verfahren zu gestimmt.

    Die wollten ja auch den kleinen Römerexpress killen.

    Also leiden und aushalten, oder…wählen gehen.

    Der Rettungsversuch mittels wiederkehrende Straßenausbaubeiträge wird hoffentlich nicht gelingen.

    Gruß

  10. Preis-u. Gebührenerhöhung sind immer unangenehm und auch ich bin kein Freund davon, allerdings
    nicht die Stadtverwaltung oder die ART sind schuld an den Preiserhöhungen, sondern die Regierung in Berlin. Durch verantwortlichen und ökonomischen Umgang mit Rücklagen in Höhe von 60 Mio € und den damit erwirtschafteten Zinsen konnte die Geschäftsführung der ART bis 2019 jegliche Gebührenerhöhung seit 2006 verhindern. Alle Investitionen und Lohnerhöhungen konnten so getätigt werden. Durch den Zinsausfall sind die Rücklagen aufgebraucht und nun muss der Bürger zahlen, auch die, die diese Regierung nicht gewählt haben. Zunächst hört es sich ja nicht so schlimm an, wenn man keine Zinsen mehr bekommt, vielleicht wird dies jetzt einigen Bürgern bewußt. Den Ausfall der zinslos Politik, kostet mich seit Jahren erhebliche Summen durch Preiserhöhungen in meiner Kranken-und Pflegeversicherung. Auch viele Lebensversicherung und Sparverträge sind uninteressant geworden. Also Leute hinschauen und die richtigen kritisieren und verurteilen!

    • Danke, lieber Hans, für die Aufklärung – schlimm, aber die Wahrheit! Auch ich habe diese Mischpoke nicht gewählt.
      Dennoch, wäre die ART konsequent, sollten auch die in der Jahresgebühr enthaltenen Mindestleerungen herabgesetzt werden (und die Gebühr selbstverständlich auch)!
      Wegen sehr viel Biomülls ist unsere Restmülltonne heute gerade mal halbvoll und wurde 2020 bisher noch nicht geleert. Aber was hilft konsequente Trennung, wenn ich trotzdem per anno für 13 Leerungen zahlen muss? Ist ja fast wie GEZ! Und nein, ich entsorge nicht in öffentliche Behälter oder in die Natur, wie manche „Mitbürger“!

    • Stand Herbst 2019 betrugen die Rücklagen des ART ca.140 Mio.€.
      So wurde es dem Stadtrat mitgeteilt in öffentlicher Sitzung mitgeteilt

  11. Zitat Artikel: „Wer seine Müllentsorgung wie gewohnt weiterführt, für den wird es teurer.“
    Realität: In der Vulkaneifel wurde schon über 20 Jahre lang getrennt, jetzt die Trennung durch Bringcontainer und Sifftütensystem erschwert und als Belohnung der Müllpreis teilweise bis zu verdreifacht.

    Wer findet den Fehler?

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