Lieber spät als nie

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    Mit der Verpflichtung von Barry Stewart hat die TBB Trier einen echten Kracher gelandet. Das ist umso erstaunlicher, da der US-Amerikaner vor einem Jahr Trier nicht eben freudestrahlend verlassen hatte.

    Stewart ist ein Spieler, wie ihn sich Basketball-Fans nur wünschen können. Der US-Amerikaner lebt diesen uramerikanischen Sport mit jeder Faser. Er hat Show-Talent, er hat Charisma, er hat eine spektakuläre Technik – und er ist unorthodox. Kurz: Stewart ist ein Mann, der Spaß macht.

    Dass er jetzt nach Trier zurückkehrt, zeugt von einer nicht geringen Lernfähigkeit im Lager des Trierer Bundesligisten. Aber lieber spät als nie. Vor einem Jahr noch – unter der Ägide des allgegenwärtigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Ralph P. Moog – war Stewart ein Auslaufmodell. Man habe noch nicht einmal ernsthaft über eine Vertragsverlängerung mit ihm gesprochen, ließ der US-Amerikaner damals durchblicken. Ob das so stimmt, wissen nur die Beteiligten auf beiden Seiten.

    Tatsache aber war und ist, dass sich Stewart mächtig angefressen von der Mosel verabschiedete. Er ging nach Gießen und zeigte seinem alten Verein in zwei Spielen, was er leisten kann. Zähneknirschend musste man im Lager der TBB registrieren, dass Stewart seinen Ex-Klub in beiden Partien quasi im Alleingang abschoss.

    Man muss kein Kenner der hiesigen Szene sein, um konstatieren zu können, dass Rödl mächtig darauf gedrängt haben dürfte, den verlorenen Sohn nach Hause zu holen. Mit Philip Zwiener, Maik Zirbes und Dru Joyce hat Triers Trainer nicht nur drei Publikumslieblinge, sondern auch drei Leistungsträger verloren. Da kommt ein Mann wie Stewart genau zur rechten Zeit.

    Denn mit den beiden US-Amerikanern Nate Linhart und Barry Stewart verfügt die TBB jetzt über eine extrem scharfe Flügelzange. Linhart war als Ersatz für Stewart geholt worden – nun spielen sie zusammen für Trier. Unter Rödl war die Verteidigung schon immer das Aushängeschild der Mannschaft. Mit Linhart und Stewart gemeinsam ist das Pfund, mit dem die TBB wuchern kann, noch einmal deutlich schwerer geworden.

    Stewart hatte Angebote auch von anderen – namhaften – Klubs der Liga. Er entschied sich für Trier. Das zeugt einerseits vom Stellenwert der Arbeit des Trainers Rödl in der Szene, andererseits aber auch davon, dass sich die TBB unter der Regie des Offenbachers in Außendarstellung und Image enorm verbessert hat. Und die Verantwortlichen des Trierer Bundesligisten tun gut daran, den Vorstellungen Rödls auch weiter zu folgen. Barry Stewart ist der beste Beweis dafür.

    ZUM ARTIKEL von Christoph Witt

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