Schlag gegen Netzwerk falscher Polizisten – Razzien und Festnahmen in der Türkei

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Bildquelle: Rolf Vennenbernd / dpa-Archiv

KOBLENZ. Die Zahl der Festnahmen bei der Zerschlagung eines deutsch-türkischen Netzwerks von Betrügern, die sich als Polizisten ausgaben, ist weiter gestiegen.

Der Koblenzer Einsatzleiter Stefan Heinz sprach am Donnerstag von 41 Festnahmen alleine in der Türkei. Am Mittwoch war nach zahlreichen Razzien noch von 24 dort festgenommenen Verdächtigen die Rede gewesen – plus vier aktuelle Festnahmen in Nordrhein-Westfalen.

Die Bandenmitglieder sollen sich vor allem von zwei türkischen Callcentern aus telefonisch als Polizisten ausgegeben und vor einer angeblichen Diebesbande gewarnt haben. Geld und Wertsachen würden zur sicheren Aufbewahrung abgeholt – vor allem Senioren fielen darauf rein. Die Bande soll für rund 100 Taten in zehn Bundesländern mit einem Millionenschaden verantwortlich sein.

Der Koblenzer Staatsanwalt Matthias Teriet sagte, viele Verdächtige hätten sich mit ihrem türkischen Pass in der Türkei sicher gefühlt, weil dieses Land seine eigenen Bürger nicht in die Bundesrepublik ausliefere. Einsatzleiter Heinz betonte, erst die bislang seltene enge Zusammenarbeit mit etlichen türkischen Fahndern habe den Ermittlungserfolg ermöglicht. Viele mutmaßliche Täter in der Türkei hätten früher in Deutschland gelebt: «Die sprechen manchmal den Dialekt, den man gerade braucht» in bestimmten deutschen Regionen, um leichter Vertrauen aufzubauen.

Vermutet wird laut Heinz, dass sich die Verdächtigen in Telefonverzeichnissen «einfach altertümliche Vornamen» ausgesucht hätten, um Senioren zu erreichen. Staatsanwalt Teriet sagte, diese Art von Organisierter Kriminalität funktioniere wie eine Firma mit Arbeitszeiten und -aufteilung. Dass alleine das Polizeipräsidium Koblenz rund 4000 Fälle inklusive nur versuchter Betrügereien erfasst habe, zeige das enorme Ausmaß dieser Masche.

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