«Grüner Bon» gegen Papierflut im Saarland

6
Foto: dpa-Archiv

SAARLANDDen Kassenbon für ihren Brötchenkauf sollen Kunden bei einem Bäcker im Saarland künftig auch digital auf ihr Smartphone bekommen können. Heute (08.00 Uhr) wird Finanzminister Peter Strobel (CDU) gemeinsam mit Vertretern eines Software-Unternehmens die App «Grüner Bon» freischalten und bei einem Testkauf im Live-Betrieb vorführen.

«Unser Ziel ist es vor allem, etwas für die Umwelt zu tun!», sagte Software-Entwickler Karl-Theodor Elig von der Saarbrücker Firma Fortiter der Deutschen Presse-Agentur. Täglich entstünden durch die Ausgabe von Kassenbons gigantische Müllberge mit etwa fünf Milliarden Bons pro Jahr. Außerdem seien die Bons speziell beschichtet und dürften daher nicht in die Papiercontainer.

Bei Kunden, die sich die App auf ihr Smartphone heruntergeladen haben, kann der Kassierer auf Wunsch mit einem Scanner über einen QR-Code die Rechnung quasi in die Beleg-App des Kunden übertragen. Das Ausdrucken auf Papier wird durch den digitalen Bon damit überflüssig.

Händler und Umweltschützer kritisieren die seit Jahresbeginn geltende Kassenbon-Pflicht wegen des dadurch entstehenden Müllaufkommens mit schädlichem Thermopapier und wegen des zusätzlichen Bürokratieaufwandes.

6 KOMMENTARE

  1. Grundsätzlich eine gute Idee – aber mit deutlichen Schwächen in der praktischen Anwendung (sofern die Beschreibung hier korrekt ist).

    Wenn jeder Dienstleister der die Bons digital an den Kunden übermitteln will seine eigene App an den Kunden bringen will führt das über kurz oder lang dazu, dass der Kunde unzählige Apps benötigt in denen er dann seine Bons suchen muss. Deutlich praktischer wäre es, wenn der Kunde sich bei den Dienstleistern einmalig registrieren könnte mit einer eMail-Adresse und an der Kasse nur noch ein Handshake zwischen Kunde (Stammdaten) und Verkäufer (Bon) stattfindet. Im Anschluss wird der Beleg dann an die bei der Registrierung hinterlegte eMail-Adresse verschickt. Dann stört es auch nicht, wenn der Kunde sich bei mehreren Dienstleistern registrieren muss.
    Noch einfacher wäre es natürlich, wenn an der Kasse lediglich ein QR-Code gescannt werden müsste der einmalig den Download des hinterlegten Bons erlaubt. Dazu braucht es dann gar keine spezielle App. Für den Fall, dass ein Kunde mal kein Handy dabei hat (kommt ja immer seltener vor) druckt man halt einen Bon auf dem auch noch der QR-Code aufgebracht ist. Den kann der Kunde dann zu Hause scannen und hat seinen Beleg wieder digital. Und alles schön an einer Stelle ohne spezielle App.

    Ganz ohne Dienstleister ginge es, wenn nicht der Kunde etwas scannt sondern die Kasse einen Code scannt den der Kunde hin hält. Da würde schon die nackte eMail-Adresse genügen und schon kann das Kassensystem den Bon als PDF versenden. Auf dem Weg könnten sogar 90jährige Renter ohne Smartphone „beglückt“ werden. Diese müssten nämlich lediglich einmalig von ihren Kindern oder Enkeln ein Kärtchen bekommen mit dem Code.

    So einfach könnte es sein. Leider fehlt mir die Zeit sonst würde ich schon an so einer Lösung arbeiten und reich werden…

    PS:
    Für die Datenschutzseite gibt es bei diesen Lösungen natürlich entsprechende Wege zu berücksichtigen. Das muss aber immer geregelt werden – egal wie die technische Umsetzung aussieht.

  2. „…wenn nicht der Kunde etwas scannt sondern die Kasse einen Code scannt den der Kunde hin hält…“
    Ja, so soll das laut Beschreibung funktionieren: App generiert QR-Code, dieser wird vom Kassierer gescannt, Kassensystem überträgt Bon an Kunden.
    Ob ein statischer QR-Code ausreicht oder dieser jeweils neu generiert wird, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Wahrscheinlich aber letzteres wg. Zeitstempel etc.
    Der aktuelle Datenschutz-Schwachsinn wird einen zwischengeschalteten Dienstleister erforderlich machen: würde der QR-Code die eMail-Adresse enthalten, wären bei jedem Bezahlvorgang Einwilligung und Datenschutzerklärung abzugeben…immerhin sind ja „hochsensible“ Daten betroffen 🙂

    • Tatsache. Es gibt beide Möglichkeiten (Handy scannt Kasse und Kasse scannt Handy) soweit schon mal nicht schlecht.
      Ich konnte jetzt aber nicht herausfinden wie die Belege letztlich aufs Handy kommen. Wenn man die ausschließlich über die App aufrufen kann ist das (für mich) ein Ausschlusskriterium.
      Was ich aber leider herausfinden konnte ist der Umstand, dass man den Kunden gerne mit „nützlichen Zusatzinformationen“ (also SPAM) versorgen will. Das finde ich jetzt weniger nützlich.
      Genaueres wird man wohl erfahren sobald die App verfügbar ist und man die Datenschutzerklärung lesen kann.

  3. Brötchen, Pommes, Bratwurst, Glühwein, Schießbude, bitte auch Kippenautomaten und Kaugummiautomaten mit Bürokratismus verteuern für mehr Frühstücksdirektoren-Arbeitsplätze.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.