Hund verursacht Getümmel: Halter haftet für Schäden bei Sturz

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Symbolbild. Foto: dpa-Archiv

KOBLENZ. Wer seinen Hund ausbüxen lässt, haftet für Schäden, die in einem Getümmel mit Artgenossen entstehen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz nach Mitteilung vom Dienstag entschieden.

Eine Klägerin war mit ihren beiden angeleinten Jack Russell Terrier im Kreis Mayen-Koblenz an einem Grundstück vorbeigegangen, als von dort ein größerer Hund herbeilief und ein «Hundegetümmel» verursachte. Dabei stürzte die Klägerin und brach sich einen Armknochen. Sie verklagte den Halter des großen Hundes auf mindestens 6000 Euro Schmerzensgeld. Der Beklagte argumentierte, die Frau habe sich in den Leinen der eigenen Hunde verheddert und sei deshalb gestürzt.

Das Landgericht Koblenz wies ihre Klage mit der Begründung ab, ihr sei nicht der Nachweis gelungen, dass der Sturz auf das Verhalten des Hundes des Beklagten zurückzuführen sei. Das OLG änderte dieses erstinstanzliche Urteil: Entscheidend sei, dass der frei laufende Hund Auslöser des Getümmels und der Sturz der Frau eine unmittelbare Folge davon gewesen sei. Das unkontrollierte Umherlaufen von Hunden als Reaktion auf das Zusammentreffen mit anderen Hunden sei eine typische tierische Verhaltensweise.

Allerdings muss sich die Klägerin laut OLG die mitursächliche Tiergefahr ihrer eigenen Hunde «anspruchsmindernd anrechnen lassen», so dass der Beklagte ein Schmerzensgeld von 4666 Euro zu zahlen habe. Das Urteil ist rechtskräftig (Az. 12 U 249/18).

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