100 Extra-Sternbusse in Trier

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TRIER. Der Sternbusverkehr in Trier wird ab 2021 ausgeweitet. Der Stadtrat hat den Plänen für den 1997 eingeführten Sonderfahrplan, der an Werktagen ab 18.45 Uhr und am Wochenende anstelle des regulären Liniennetzes zum Tragen kommt, jetzt zugestimmt. Ein wichtiges Prinzip des Sternbussystems soll aufgeweicht werden.

Zuletzt war der Sternbusverkehr manchmal an seine Grenzen gestoßen: Hauptgrund sind die während des Berufs- und Einkaufsverkehrs überlasteten Hauptstraßen in Trier. Verstärkt wird dieses Problem durch die geringe Kapazität des Bussteigs am Hauptbahnhof, der als Rendezvous-Knotenpunkt von allen sieben Sternbuslinien angesteuert wird. Oft werden Anschlüsse nicht mehr erreicht, während die Fahrer darauf achten müssen, die zulässigen Lenkzeiten nicht zu überschreiten.

Die von der Verkehrssparte der Stadtwerke in Abstimmung mit dem Baudezernat im Rathaus vorgelegten Verbesserungsvorschläge sehen während der Geschäftszeiten einen verdichteten Takt vor. Geschäftszeiten heißt: werktags von 18.45 bis 20.45 Uhr und am Samstag von 9.45 bis 20.45 Uhr. In diesem Zeitraum gibt es künftig zum Beispiel einen Zehn-Minuten-Takt auf der Linie 83 zwischen St. Matthias und Universität und auf der Linie 86 zwischen Trier-Galerie und Nells Park.

Die neue Linie 80 soll für eine bessere Anbindung des Stadtteils Pallien sorgen. Ein neuer Ast der Linie 83 bedient bis 20.45 Uhr alle 20 Minuten das Industriegebiet Euren – ein Angebot für die Beschäftigten der dortigen Gewerbebetriebe nach Dienstschluss. Nachtschwärmer können sich auf einen 30-Minuten-Takt in der Innenstadt bis 3.15 Uhr freuen. Auch die Bedienung des Südbads während der Badesaison und die Anbindung der P+R-Parkplätze in Trier-Nord und im Messepark, der bisher überhaupt noch nicht in den Sternbusverkehr integriert war, soll verbessert werden.

Mit dem neuen Konzept werden während der Geschäftszeiten 100 zusätzliche Busfahrten angeboten, insgesamt steigt die Zahl auf 430 Fahrten. Die Ausweitung führt aber dazu, dass nicht mehr alle Sternbus-Linien über den Hauptbahnhof abgewickelt werden können. Als weitere Relaisstation ist deshalb die Porta Nigra vorgesehen, die generell von der neuen Linie 80 sowie während der Geschäftszeiten auch von den Linien 82, 85, 86 und 87 angesteuert wird. Wer weiter zum Bahnhof fahren will, muss umsteigen, wobei die Strecke Porta-Bahnhof im Zehn-Minuten- Takt bedient werden soll.

Umbau gefordert

OB Wolfram Leibe betonte im Stadtrat, dass die Stadtwerke als Betreiber der Buslinien den Mehraufwand von 490.000 Euro aus dem eigenen Budget erwirtschaften können. Aus den Fraktionen gab es Lob für die Ausweitung des Angebots, es wurden aber auch Sorgen wegen der Situation am Hauptbahnhof geäußert. „Wenn ein Bus am Hauptbahnhof mit Verspätung ankommt, löst das eine Kettenreaktion aus und die Fahrgäste, die in die Außenstadtteile wollen, müssen Wartezeiten in Kauf nehmen“, beschrieb Hans-Alwin Schmitz (UBT) die Lage. Thomas Albrecht (CDU) betonte: „Wir sind nicht glücklich damit, dass der Hauptbahnhof nicht mehr der zentrale Punkt des Sternbusverkehrs sein kann, sehen aber auch ein, dass es momentan nicht anders geht.“ Thorsten Kretzer (B‘90/Grüne) forderte daher den Umbau des Bussteigs und mehr Unterstützung für die Kommunen bei der Finanzierung des ÖPNV.

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