NABU-Gruppen der Region beziehen Stellung: ART-Biotüte – NEIN DANKE!

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Bildquelle: A.R.T.

TRIER. Aus Umweltgründen lehnen die NABU-Gruppen der Region Trier das vom Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) eingeführte Bringsystem für Bioabfälle gemeinschaftlich ab.

Seit 01.01.2020 sind die Bürger der Region dazu aufgerufen, ihre Bioabfälle selbst zu aufgestellten Containern bringen. „Das Bringsystem führt zu steigendem Individualverkehr und nicht aller Bioabfall wird dem Naturkreislauf zurückgeführt“, argumentiert Hans-Peter Felten, Sprecher der NABU-Gruppen Region Trier, Daun, Kylleifel, Südeifel und Wittlich, die Ablehnung.

Aus Sicht der NABU-Gruppen lässt das Bringsystem den Bürgern nur die Wahl zwischen zwei Übeln. Felten erklärt:

1. Machen alle Bürger mit, damit das System funktioniert, führt das zu einem enormen Individualverkehr. Dies ist in einer Zeit, in der im Hinblick auf den Klimawandel alle Anstrengungen unternommen werden müssen, den Individualverkehr zurückzuführen, völlig inakzeptabel. Die Vorschläge des ART zur Vermeidung dieses Individualverkehrs halten wir für realitätsfern.

2. Beteiligen sich die Bürger nicht und entsorgen stattdessen ihr Biogut in die Restmülltonne, geht es auf dem Umweg über die mechanisch-biologische Trocknungsanlage (MBT) des ART in Mertesdorf als Ersatzbrennstoff in Kraftwerken in Flammen auf. Der Gesetzgeber hingegen verlangt eine Rückführung der wertvollen Ressource Bioabfall in den Naturkreislauf. Außerdem fordert der Gesetzgeber, dass Bioabfälle getrennt vom Restmüll einzusammeln sind.“

Als größter deutscher Naturschutzverband befürwortet der NABU auf allen Verbandsebenen die flächendeckende Einführung der Biotonne als Pflichttonne im Holsystem. Die Biotonne ist der einzige Weg, sich nicht zwischen einer der beiden abzulehnenden Möglichkeiten entscheiden zu müssen. Der NABU fordert daher die zuständigen politischen Gremien des Zweckverbandes auf, die Biotüte aufzugeben und stattdessen im gesamten Zuständigkeitsbereich des ART die Biotonne einzuführen.

„Die seinerzeit vom ART angeführten Gründe gegen die Einführung der Biotonne haben sich als nicht zutreffend erwiesen“, erklärt Felten und beruft sich auf 2 Jahrzehnte Erfahrung mit der Biotonne im Landkreis Vulkaneifel. Weit über 3.000 Bürger, die sich in einer facebook-Gruppe für den Erhalt der Biotonne einsetzen, und rund 11.000 Menschen, die für ein kreisweites Bürgerbegehren unterschrieben haben, sehen das genauso.

Kontakt für weitere Fragen und Ansprechpartner zu diesem Thema: 
Hans-Peter Felten, Tel. 06592/3163, E-Mail felten.daun@t-online.de 
(Beauftragter der NABU-Gruppen der Region Trier)

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