Schock-Aus für Eifel-Klinik: Allen Mitarbeitern wird gekündigt

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Foto: dpa-Archiv

MARMAGEN. Die wegen gravierender Hygiene-Mängel kurzzeitig geschlossene Eifelhöhen-Klinik Marmagen muss endgültig geschlossen werden. Grund ist die erfolglose Suche nach einem Investor.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

„Der Insolvenzverwalter der Eifelhöhenklinik Marmagen GmbH, eine 100 %ige Beteiligung der Eifelhöhenklinik AG, hat mitgeteilt, dass der vielversprechend begonnene Investorenprozess abgelaufen ist und trotz intensiver Verhandlungen kein Interessent bereit war, ein bindendes Angebot für den Betrieb der Rehaklinik in Marmagenabzugeben. Daher soll bereits Ende Februar der Klinikbetrieb beendet und die Einrichtung geschlossen werden.

Die Eifelhöhenklinik Marmagen GmbH garantiere dabei, dass die Patientenversorgung bis dahin in vollem Umfanggewährleistet ist und die Klinikleitung in Abstimmung mit den Kostenträgern die Organisation und ggf. erforderliche Verlegung in Gänze übernehmen wird. Aufgrund des Schließungsbeschlusses des Insolvenzverwalters werden nun Gespräche durch die Eifelhöhenklinik Marmagen GmbH mit dem Betriebsrat dieser Gesellschaft über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen werden.

Die Eifelhöhenklinik Marmagen GmbH hatte am 04.11.2019 einen Insolvenzantrag gestellt, weil die
Geschäftsführung aufgrund einer behördlichen Ordnungsverfügung über die vorläufige Schließung des
Patientenbetriebes keine positive Fortführungsprognose mehr sah. Am 25.10.2019 hatte der Landkreis Euskirchen zunächst einen Patientenaufnahmestopp verhängt, der wenig später durch eine vorläufige vollständige Schließung des Patientenbetriebes durch die Gemeinde Nettersheim ergänzt wurde. Begründet wurden diese Maßnahmen seitens der Behörden u.a. mit Hygienemängeln und der nicht sachgemäßen Lagerung von Medikamenten sowie mit Vorgaben für Personalschlüssel.

Die damaligen behördlichen Beanstandungen konnten kurzfristig behoben werden, so dass die
Schließungsverfügung wenige Tage später aufgehoben wurde. Zur inhaltlichen und rechtlichen Prüfung der
Verwaltungsakte ist derzeit vor dem Verwaltungsgericht Aachen eine Klage der Eifelhöhenklinik Marmagen GmbH gegen die damaligen behördlichen Verfügungen anhängig.

Die Schließung der Klinik ist für die vielen engagierten Mitarbeiter/innen und Patienten und auch für die Region ein schwerer Schlag in der ohnehin strukturschwachen Region.

Die Eifelhöhenklinik AG wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten Zukunftsoptionen für die Klinik am Standort
Marmagen prüfen und bedauert die eingetretene Entwicklung. Die Fachklinik hat in 40 Jahren mehr als 150.000 Patienten behandelt.

Bezüglich des Jahresabschlusses 2019 wird die Beteiligung an der Eifelhöhenklinik Marmagen GmbH ab dem
04.11.2019 gemäß Vorgaben der IFRS nicht in einen Konzernabschluss des Eifelhöhenklinikkonzerns einbezogen.

Die Eifelhöhenklinik AG wird ihre Aktionäre über weitere relevante Entwicklungen der Beteiligung auf ihrer Homepage informieren“

1 KOMMENTAR

  1. Die Klinik hatte wohl zu viele Kassenpatienten und zu wenig Privatpatienten. Die GKVen haben 2019 ein Minus von 1 Mrd eingefahren, deshalb steigt 2021 der Beitrag für alle Kassenpatienten. Derzeit sind in deutschen Apotheken über 200 Präparate nicht verlässlich verfügbar, nächsten Monat wird die 300er-Marke gerissen. Meistens fehlen nicht nur die (von den GKV bezuschussten) Generika, sondern auch die (zuzahlungspflichtigen) Originalpräparate. Die Lebenserwartung in Deutschland stürzt gerade ab.

    Hey: Innerhalb weniger Tage ist die Anzahl Erkrankter des Wuhan-Coronavirus auf 440 gestiegen, 9 Tote. Mittlerweile wurden neben China auch Fälle in Südkorea, Thailand, Taiwan, Japan und den USA gemeldet. Wie das Virus übertragen wird, ist noch nicht erforscht. Wenn die Seuche zu uns kommt, vielleicht rettet das deutsche Gesundheitssystem ja die Welt 🤣

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