Tausende bei Klimaschutz-Demo: neue Aktionen geplant

Zur ersten großen Klimaschutzdemo des Jahres ziehen 9000 Demonstranten aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland durch Mainz. Die Schülerbewegung plant neue Aktionsformen und will sich mit anderen Gruppen stärker vernetzen.

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Ein Teilnehmer steht mit einer Flagge mit dem Aufdruck „Fridays For Future“ bei einer Demonstration vor dem Dom. Foto: Andreas Arnold/dpa

MAINZ. Die Klimaschutzbewegung «Fridays for Future» ist mit einer Demonstration von rund 9000 Menschen in Mainz in ihr zweites Jahr gestartet.

In den nächsten Monaten werde die als Schulstreik entstandene Bewegung Antworten auf die Fragen entwickeln, welche Protestformen nötig seien und welche Verbündeten gewonnen werden sollten, sagte der Mainzer Klimaschutzaktivist Maurice Conrad. Es gehe um «eine Symbiose aus zivilem Ungehorsam und der Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Gruppen, vielleicht auch Parteien».

Nach einer Auftaktkundgebung vor dem Staatstheater Mainz zogen nach Polizeiangaben etwa 9000 Teilnehmer unter dem Motto «Die Uhr tickt» in einem großen Bogen über die Rheinstraße zum Kundgebungsort zurück. Kurz nach dem Start des Protestzugs legten sich Demonstranten zu einem «Die-in» auf die Straße, begleitet von Sirenen. Etliche Transparente und Plakate nahmen Bezug auf die Brände in Australien. Ein weiterer Schwerpunkt war der Klimawandel als Fluchtursache. Für Musik unterwegs sorgte die Bläsergruppe «Brass for Future». An der Demonstration in Mainz nahmen Ortsgruppen der Schülerbewegung in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland teil.

Conrad kritisierte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur die in dieser Woche getroffene Bund-Länder-Vereinbarung zum Kohleausstieg und forderte die Einstellung des Kohlebergbaus und Schließung der Kohlekraftwerke bis spätestens 2025. Die Klimaschutzbewegung müsse den Druck auf die handelnden Politiker verstärken und noch mehr Menschen erreichen als bisher. «Wir wollen zeigen, dass «Fridays for Future» vielleicht gerade erst richtig angefangen hat.»

Der Mainzer Meteorologe Heiko Bozem sagte, die Vereinbarung zum Kohleausstieg gehe in die richtige Richtung – «aber es wird nicht ausreichen, um die Klimaschutzziele einzuhalten». Das Ausmaß der CO2-Emissionen aus dem Verkehr nehme sogar noch zu. Jüngste Untersuchungen zeigten, dass sich die Zahl der heißen Tage mit mehr als 30 Grad im Durchschnitt in Mainz bis zur Mitte des Jahrhunderts auf mehr als 30 verdoppeln werde.

Die ersten Schulstreiks und Demonstrationen der Bewegung in Deutschland fanden Mitte Januar 2019 statt, fünf Monate nach Beginn der Protestaktionen von Greta Thunberg in Stockholm. Seitdem kamen Schüler in Mainz und weiteren Städten mindestens einmal im Monat zu Demonstrationen oder Aktionstagen zusammen.

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