Römer in Remagen: Limes am Rhein soll ins Welterbe

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Marcel Kusch // dpa

MAINZ. Vor 2000 Jahren trennte der Limes am Rhein Welten. Heute verbinde er die Länder der Region, sagte Kulturminister Konrad Wolf (SPD) am Mittwoch zum Welterbe-Antrag für den Niedergermanischen Limes. Der Antrag wurde in der vergangenen Woche zusammen mit den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen bei der Unesco in Paris eingereicht.

Wenn der Antrag die Unesco vom außergewöhnlichen universellen Wert der erhaltenen Stätten überzeugt, könnte dieser Teil des Limes im Sommer 2021 ins Welterbe aufgenommen werden. Dann gebe es nicht nur Grund zum Feiern, sondern auch die Perspektive, die Ausgrabungen aus der Römerzeit angemessener zu präsentieren, sagte der Beigeordnete der Stadt Remagen, Volker Thehos.

Vor rund 2000 Jahren bildete der Rhein einen Teil der Grenze des Römischen Reichs. Der rund 400 Kilometer lange Abschnitt der Grenzlinie zwischen dem Vinxtbachtal südlich von Remagen und der Nordsee bei Katwijk entspricht dem antiken Verlauf des Rheins und wird deshalb auch «nasser Limes» genannt. Es gab dort zahlreiche Wachtürme sowie Militärlager für Soldaten und Reiter. Überreste und Fundamente sind als Bodendenkmäler registriert.

Am Niedergermanischen Limes habe es in Bonn, Neuss, Xanten und Nijmegen vier große Legionslager gegeben, erklärte der Landesarchäologe Axel von Berg. Für den Welterbeantrag seien auch kleinere Kastelle wie Remagen, das römische Ricomagus, eingehend erforscht worden. Dieses Kastell sei im zweiten Jahrzehnt v. Chr. gegründet worden und habe bis etwa 450 auch noch in spätantiker Zeit bestanden. Oberirdische Reste davon sind bis heute in Remagen erhalten.

Auf das heutige Rheinland-Pfalz entfallen nur 23 Kilometer der insgesamt 385 Kilometer langen Grenzlinie. Der bereits 2005 ins Welterbe aufgenommene Obergermanisch-Raetische Limes, insgesamt 550 Kilometer lang, führt auf 75 Kilometern durch das heutige Rheinland-Pfalz, angefangen in Rheinbrohl (Kreis Neuwied).

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