Weitere Zäune in Rheinland-Pfalz gegen Schweinepest: Prämien für Unfallwild

Ende 2018 bricht die Afrikanische Schweinepest in Südbelgien aus, nur rund 40 Kilometer entfernt von Rheinland-Pfalz. Seitdem unternimmt das Land viel, um das Virus fernzuhalten. Nun gibt es neue Zäune, die Regelung für Prämien für Proben toter Wildschweine wird ausgeweitet.

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Ein Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

MAINZ. Rheinland-Pfalz wappnet sich weiter gegen die Afrikanische Schweinepest. Im Kampf gegen eine Einschleppung der für den Menschen ungefährlichen Krankheit werden weitere Zäune angeschafft – und zwar zusätzliche 60 Kilometer Elektrozaun sowie 40 Kilometer an festem Zaun, wie Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) am Mittwoch in Mainz ankündigte.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich das Land mit den ersten 30 Kilometern Elektrozaun gerüstet. Die Zäune können bei einem ASP-Fall im Land das betroffene Gebiet abgrenzen oder beispielsweise bei Bedarf auch an der Grenze zu Belgien aufgebaut werden, wo es schon einen ASP-Ausbruch gab.

In Belgien wurden in der Vergangenheit schon rund 250 Kilometer an Zäunen aufgebaut, wie Wolfgang Naujok von der Obersten Veterinärbehörde im Mainzer Umweltministerium sagte. Ihm zufolge kosten 100 Kilometer an festem Zaun rund eine halbe Million Euro.

Ministerin Höfken erklärte, bislang dürften solche Zäune in Deutschland nur im Krisenfall aufgestellt werden, nicht aber vorsorglich. Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe zuletzt signalisiert, dass die entsprechende bundesweite Verordnung geändert werden solle. Ein «Allheilmittel» seien die Zäune nicht, sondern nur eine von zahlreichen Maßnahmen gegen ASP.

Die Prämie von 50 Euro, die im Land für beim Landesuntersuchungsamt eingereichte Proben von in Wäldern gefundenen, toten Wildschweinen – sogenanntem Fallwild – gezahlt wird, ist seit Jahresanfang ausgeweitet worden. Sie gibt es seitdem auch für Proben von Unfallwild. Das ASP-Virus kann durch Wildschweine übertragen werden.

Höfken sagte, der Schwarzwild-Bestand müsse deutlich reduziert werden. Die Tiere können hierzulande bereits ganzjährig bejagt werden, auch das Verbot künstlicher Lichtquellen bei der Nachtjagd wurde aufgehoben. Mittlerweile werden laut Ministerium versuchsweise Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt, um Jäger zu unterstützen.

Reinhold Rosenbach, Referent der Obersten Jagdbehörde im Umwelt- und Forstministerium erklärte, Rheinland-Pfalz habe mit den höchsten Bestand an Wildschweinen in Deutschland, seit rund 30 Jahren steige die Zahl der Tiere mehr oder weniger durchgehend. Es werde geschätzt, dass ab einem Wildschweinbestand von unter zwei Tieren je 100 Hektar die natürliche Vermehrung zum Erliegen komme. Genau lasse sich die tatsächliche Verbreitung aber nicht feststellen. Der Vorsitzende der Tierseuchenkasse im Land, Uwe Bißbort, schätzt den Bestand auf 15 bis 25 Tiere pro 100 Hektar.

Bereits seit 2013 gibt es ein ASP-Monitoring in Rheinland-Pfalz. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes knapp 900 Wildschweine vorsorglich auf ASP untersucht, alle mit negativem Befund. Auch zwei Teams mit insgesamt vier Kadaver-Spürhunden sind nach Ministeriumsangaben im Land verfügbar.

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