Trotz Video-Fahndung: Keine heiße Spur zu Museums-Einbrechern

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Foto: Landesmuseum Trier

TRIER. Bei dem versuchten Raub des Trierer Goldschatzes aus dem Rheinischen Landesmuseum waren nach Einschätzung der Ermittler professionelle Täter am Werk. «Wir gehen von einem hohen Organisiertheitsgrad aus. Daher ist die Tat auch der Bandenkriminalität zugeordnet», sagte der Sprecher der Trierer Polizei, Uwe Konz, der Deutschen Presse-Agentur.

Dafür spreche auch, «dass wir bisher so wenig in Erfahrung bringen konnten». Gut drei Monate nach der Tat seien zwar gut 60 Hinweisen nachgegangen und fast 30 Spuren angelegt worden: «Aber die heiße Spur ist nicht dabei.» Die Ermittler erhoffen sich nun neue Hinweise: Am (morgigen) Mittwoch wird der Fall in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY… ungelöst» (20.15 Uhr) ausgestrahlt.

Unbekannte waren am 8. Oktober 2019 über ein Fenster in das Museum in Trier eingebrochen. Trotz brachialer Gewalt gelang es ihnen aber nicht, im Münzkabinett den Glaskubus zu öffnen. Sie flohen ohne Beute und ließen zwei Vorschlaghämmer, zwei große Schraubendreher und ein Brecheisen zurück. Ein später veröffentlichtes Video zeigt zwei mutmaßliche Täter.

Die Trierer Ermittler hätten nach dem Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe im Dresdner Residenzschloss vom 25. November frühzeitig Kontakt mit den dortigen Kollegen aufgenommen, «um Dinge abzugleichen», sagte der Polizeisprecher. Bisher deute nichts darauf hin, das auf «einen Täterzusammenhang schließen lässt».

Es sei eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt – für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führten. Zudem habe die Kripo ein Vertrauenstelefon eingerichtet für Zeugen, die geheim bleiben möchten, sagte Konz. Der Fall sei deshalb besonders, weil die Beute nicht nur vom reinen Goldwert her sehr wertvoll sei: «Der ideelle Wert ist gar nicht zu beziffern, weil es sich um einen einmaligen Schatz handelt.»

Der Trierer Goldschatz wird wegen Reparaturarbeiten infolge des Einbruchs und neuen Sicherheitsvorkehrungen voraussichtlich erst wieder im Frühsommer 2020 zu sehen sein. Er umfasst gut 2600 Münzen aus purem Gold, ist rund 18,5 Kilogramm schwer und laut Museum der weltweit größte, heute noch vorhandene Goldschatz der römischen Kaiserzeit.

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