Aufruf: Lebensretter für Rudolf gesucht – Große Typisierungsaktion in Ayl

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AYL. Im Winzerdorf Ayl (Kreis Trier-Saarburg) kennt man sich, man feiert gemeinsam und wenn jemand Hilfe braucht, bekommt er sie – so wie der 55-jährige Rudolf, der an Leukämie erkrankt ist und dringend eine Stammzelltransplantation von einem genetisch passenden Spender braucht. Vereine, Freunde und Bekannte organisieren jetzt einen Typisierungsaufruf. Am Sonntag, 26. Januar, 13 bis 17 Uhr, kann jeder ins Bürgerhaus Ayl, Trierstraße 12, kommen, der Rudolf und anderen Patienten helfen möchte.

Alles begann vor rund einem Jahr, während des Faschingsumzugs in Saarburg. Plötzlich wurde Rudolf bewusstlos. Während andere närrisch feiern, bekommt der 55-jährige Vater eines erwachsenen Sohnes die Albtraum-Diagnose Leukämie. An die Stelle von Radtouren und schwimmen treten Krankenhausaufenthalte, Chemotherapie und starke Nebenwirkungen. Doch trotz Chemo kommt die Krankheit zurück. Die Transplantation gesunder Blutstammzellen von einem passenden Spender ist jetzt Rudolfs einzige Chance. Die bekommt er aber nur, wenn in Stammzellspenderdateien weltweit ein Mensch gefunden wird, der die gleichen genetischen Gewebemerkmale hat wie Rudolf.

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist eine solche Datei, die an das weltweit existierende Hilfs-Netzwerk angeschlossen ist. Die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands bietet seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke und ruft immer wieder dazu auf, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. In Ayl genügt dazu eine Speichelprobe.

Wilfried Hoffmann organisiert den Aufruf vor Ort. Unterstützt wird er von Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger, Vereinen, Freunden und Bekannten. „Es kann jederzeit jeden treffen. Ich hoffe, dass ganz viele junge Menschen kommen, um sich zu registrieren. Mit jedem neu registrierten Spender wächst die Chance, das Leben von Rudolf und anderer Leukämiepatienten zu retten!“, sagt Hoffmann. Man kann sich ab 16 bis 40 Jahre kostenlos registrieren. Bei Vorerkrankungen kann man sich auf der Homepage (www.stefan-morsch-stiftung) oder unter 0800 – 76 67 724 (gebührenfrei) informieren, ob man trotzdem Stammzellspender werden kann.

Wer sich nicht registrieren lassen kann oder möchte, kann trotzdem helfen, indem er am 26. Januar, im Bürgerhaus Ayl, einen Betrag in die Spendendose steckt. Mit Hilfe von Geldspenden werden die Registrierungskosten, die für jede Typisierung anfallen (rund 40 Euro) finanziert.

Warum liegt die Altersgrenze für die Typisierung bei 40 Jahren?

Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme hat die Stefan-Morsch-Stiftung auf 40 Jahre festgelegt, weil ältere Spender nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das lässt sich statistisch belegen: Mehr als zwei Drittel der ausgewählten Spender in der Datei waren jünger als 40 Jahre. Denn die Transplanteure wissen, dass sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden bei den potenziellen Spendern zunehmen. Deshalb bittet die Stefan-Morsch-Stiftung Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation werden die Registrierungen aus Spendengeldern finanziert: „Diese Gelder wollen und müssen wir verantwortungsvoll einsetzen, um Spender zu registrieren, die eine höchst mögliche Chance haben auch ein Leben zu retten“, so die Stiftung.

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