Alles fürs Klima: Städte planen mehr Bäume und mehr Radwege

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Wenn sich zum Jahresbeginn 2020 der Qualm der Silvesterböller gerade verzogen haben wird – dann wollen speziell vier Städte in Rheinland-Pfalz wieder mehr für den Schutz der Umwelt tun. Mainz, Trier, Landau und Koblenz hatten 2019 den sogenannten Klimanotstand ausgerufen – welche konkreten Schritte plant das Quartett im neuen Jahr?

In TRIER erzeugen die Stadtwerke im Hauptklärwerk so viel Energie, dass sie ein benachbartes Rechenzentrum CO2-neutral versorgen können. Ab dem ersten Quartal 2020 soll auch die Trinkwasserversorgung ihre Energie CO2-neutral bekommen – durch dezentrale Anlagen vor Ort. Zudem wird das Solardachkataster der Stadt aktualisiert. Dort kann jeder Hausbesitzer sehen, ob seine Dachflächen für Solarenergie geeignet sind. «Ziel ist es, damit noch mehr Menschen in Trier zu motivieren, die Sonne anzuzapfen», sagt Pressereferent Michael Schmitz.

In Trier gibt es auf Initiative der Stadtverwaltung schon Dombienen, Hotelbienen oder Schulbienen. Im neuen Jahr sollen weitere Stadtbienen- und Insektenprojekte initiiert werden. Daneben hat das für städtische Grünflächen zuständige Amt neue Aktionen gestartet: etwa einen Vorgarten-/Balkonwettbewerb, bei dem die Triererinnen und Trierer motiviert werden, möglichst naturnah zu gärtnern. Für Beete und große Einzelbäume werden außerdem Paten gesucht, die im Hochsommer beispielsweise gießen. Zudem dürften in Trier rund drei Kilometer Radwege hinzukommen.

In KOBLENZ hat der Stadtrat 33 Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise beschlossen. Unter anderem soll der ÖPNV gestärkt und der Radverkehr ausgebaut werden. Ampeln und Straßenbeleuchtung werden auf LED-Technik umgerüstet. Ferner sollen auf städtischen Dachflächen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Für den Stadtwald sind 200 000 neue Bäume geplant, in der Stadt 300 Bäume. Der städtische Fuhrpark soll klimaschonend modernisiert werden – inklusive Nutzfahrzeuge.

In LANDAU in der Pfalz sind große Investitionen in die Radinfrastruktur und den Busverkehr geplant. Unter anderem soll die Mobilität so geordnet werden, dass Verkehrsteilnehmer jeweils über eigene Vorrangnetze verfügen. Was das heißt? Unter anderem werden zwei Straßen in beiden Richtungen für den Radverkehr freigegeben und ein kostenloser Busshuttle für die Innenstadt eingeführt. Zudem sollen 500 Bäume entlang von Verkehrswegen gepflanzt werden.

Ferner beginnt die pfälzische Stadt mit der Umsetzung ihres Klimaschutz-, Klimaanpassungs- und Mobilitätskonzepts – jeweils begleitet mit eigenen Stellen, etwa einer Klimaschutzmanagerin. Auch ein Fahrradbeauftragter wurde bei der Verwaltung geschaffen. Erstmals kommt 2020 ein Nachhaltigkeitscheck für alle Sitzungsvorlagen in den städtischen Gremien zum Einsatz, so dass die Mitglieder wissen, wie sich ihre Entscheidungen unter anderem auf das Klima auswirken. Das alles kommt zusätzlich zu Maßnahmen, die es bereits gibt – etwa, dass das städtische Gebäudemanagement Objekte energetisch saniert.

In MAINZ arbeitet die Verwaltung an einem Verfahren, «wie künftig alle Beschlüsse und Handlungen der Stadt mit Blick auf die Klimarelevanz klassifiziert und beurteilt werden können», sagt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Bis Anfang 2020 sollten in der Landeshauptstadt konkrete Vorschläge vorliegen, «um sicher zu stellen, dass der Klimaschutz als wichtiger Aspekt kommunalen Handelns auf allen Ebenen und in allen Prozessen verankert wird».

Als erste Stadt in Deutschland hatte Konstanz in Baden-Württemberg am 2. Mai 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Seitdem haben sich bundesweit Dutzende Kommunen angeschlossen und teils weitreichende Umweltschutzmaßnahmen angeschoben, wie etwa den Bau von klimaneutralen Gebäuden. In einigen Städten stehen konkrete Entscheidungen aber noch aus.

dpa

5 KOMMENTARE

  1. „In Trier gibt es auf Initiative der Stadtverwaltung schon Dombienen, Hotelbienen oder Schulbienen. Im neuen Jahr sollen weitere Stadtbienen- und Insektenprojekte initiiert werden.“
    Natur entwickelt sich nicht in künstlich vom Menschen geschaffenen Lebensräumen, sonst können wir gleich alle Wildtiere in den Zoo bringen. Kosmetik ist das.
    Sehe schon das Statement der Dreyer:
    „Dieses Engagement der Stadt Trier ist ein weiterer Beleg für unsere nachhaltive innovative, ressourcenschonende Politik blub blub arg gurgl…

  2. Was ist eigentlich bei dem Unfall, wenn wir schon mal bei Bäumen sind,
    heraus gekommen, als eine Passantin getötet wurde?

    Wurde da eigentlich jemand verurteilt oder haben sich alle wieder erfolgreich „verpisst“.

  3. Neben den oben genannten Bienen gibt es aber noch weitere Bienen in Trier, die Politikerbienen.
    Zwei davon möchte ich euch in einer Fabel vorstellen.
    Die erste ist die Ahnen-Biene. Dieses Bienlein ist eigentlich für die rationale Einteilung von Nektar und Ambrosia in ihrem Bienenstock zuständig, man könnte sagen sie ist so eine Art Finanzministerin des Stockes.
    Leider hat sie aber davon keine Ahnung, und so fliegt sie jeden Morgen aus und verteilt an jeden der daherkommt, grosszügige Nektar- und Ambrosiageschenke, so dass die Vorräte des Stocks vor Jahresende erschöpft sind.
    Glücklicherweise haben in einem Anfall geistiger Umnachtung die Bienenstöcke der Umgebung einen Vertrag geschlossen, der sich Bienenstockfinanzausgleich nennt und die besser wirtschaftenden Bienenstöcke verpflichtet, den Schludderern und Vergeudern etwas abzugeben, damit die nicht verhungern. Und so fliegt die emsige Ahnenbiene weiterhin jeden Morgen aus und verschluddert, was nicht ihr gehört.

    Dann gibt es da noch die Dreyerbiene. Die Dreyerbiene ist die Chefin des Bienenstocks und das kam so. Bienen kommunizieren mittels eines sogenannten Schwänzeltanzes miteinander, so kann zb eine Biene der anderen sagen, wo es viel Pollen gibt.
    Die Dreyerbiene konnte nun prima Schwänzeltänze aufführen, leider merkten die anderen Bienen zu spät, dass diese nur schal und nichtig waren, sprich keine Information enthielten sondern nur leeres Gewäsch, und so liessen sie sich von einem besonders gelungenen aber inhaltsleeren Schwänzeltanz verführen und machten sie zu ihrer Anführerin. Und so ist die Dreyerbiene nun die Anführerin des Bienenstockes, hat von Regieren wenig Ahnung, von Wirtschaften auch nicht und so verfällt der Bienenstock von Jahr zu Jahr ein bisschen mehr, weil die Dreyerbiene den Nektar des Stockes für alles Mögliche eintauscht, leider nicht für Sinnvolles.
    So das wars für heute
    Euer
    Äsop

    • Die Dreyer-Biene, ist das die mit dem komischen himmelwärts gerichteten Grinsen im Gesicht? Die die mit der Jensendrohne liiert ist, welche einmal Chef einer Unterabteilung des Dreyerbienenstocks war und diese Unterabteilung durch seine Unfähigkeit ins chaos gestürzt hat?

  4. Ach, ihr seid sooo gut! Es rührt mich zu Tränen!
    Und Konstanz als leuchtendes Vorbild für die ganze Welt!!
    Am deutschen Wesen — upps!

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