Bischof Ackermann feiert Weihnachten als „Fest des Lebens“

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Symbolbild// Der Bischof Stephan Ackermann spricht im Trierer Dom. Foto: Harald Tittel/Archiv

TRIER. Weihnachten ist das Fest des Lebens. „Dass uns Leben geschenkt ist, dass es uns überhaupt gibt und dass wir uns dessen bewusst sein dürfen, ist Grund zur Freude“ – trotz aller Belastungen und Ängste. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann im Festhochamt an Weihnachten (25. Dezember) im Trierer Dom betont. Diese Botschaft spreche Menschen in ihrer Dankbarkeit für das Leben wie in der Sehnsucht nach einem gelungen Leben weit über den Raum der Kirche und des Christentums hinaus an.

Trotz all der Leiden, die Menschen im Laufe der Geschichte durchmachen mussten, „trotz all der Scheußlichkeiten, die Menschen sich gegenseitig angetan haben und antun“, habe die kirchliche Gemeinschaft einen „grundpositiven Blick auf den Menschen“. Davon zeuge das über 1.500 Jahre alte Tagesgebet an Weihnachten mit den Worten, dass Gott den Menschen „in seiner Würde wunderbar erschaffen“ habe, erklärte der Bischof. Im Gebet werde aber auch die Notwendigkeit von Erneuerung gesehen; denn es wisse um die vielfache Verletzung der Würde des Menschen. „Das ist die Würde des Anderen, der womöglich von mir ausgegrenzt, erniedrigt oder missachtet wurde.“ Aber es gehe auch um die eigene Würde, hinter der ein Mensch zurückbleibe oder die er leichtfertig verspiele. Das Gebet bleibe also nicht beim Staunen über die Leistungen des Menschen stehen, sondern spreche im lateinischen Original von „reformare“: „Es sieht beim Menschen durchaus Reformbedarf; also Bedarf, zur ursprünglichen heilen Form und Größe zurückzukehren.“ Dies sei jedoch nicht einfach als Appell zu Besserung zu verstehen. Vielmehr stelle Gott den Menschen noch wunderbarer wieder her. Denn, so Ackermann, indem Gott selbst Mensch werde im Kind von Bethlehem, verbinde er sich immer enger mit seinem Geschöpf, bekenne sich immer wieder zu ihm: „Mensch zu werden, ist für Gott nicht unter seiner Würde!“

Jesus zeige mit seiner Botschaft und seinem Leben, zu welcher Höhe des Lebens der Mensch berufen ist: „zu nichts Geringerem als zur Liebe. Sie ist das Naheliegendste und zugleich Anspruchsvollste, zu dem der Mensch fähig ist“. Deshalb brauche es auch die Bitte um die Hilfe Jesu mit seiner göttlichen Kraft. „Wir bitten darum, dass Jesus uns zur wahren Höhe des Menschseins führt – durch sein Wort und Beispiel, aber auch indem er uns mit seiner inneren Kraft zur Hilfe kommt. Ansonsten blieben wir mit unseren Kräften heillos überfordert.“

Ackermann erinnerte daran, dass die Würde des Menschen, von der die Texte und Gebete des Weihnachtstags sprechen, nicht identisch sei mit der individuellen Leistungsfähigkeit eines Menschen: „Jedem Menschen – unabhängig von seiner körperlichen, geistigen oder sittlichen Stärke – kommt diese Würde zu.“ In dieser Haltung sollten Menschen einander begegnen.

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