Startschuss für kostenlose E-Dorfautos im Hunsrück

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Foto: dpa-Archiv

SIMMERN. Als Beitrag zur Energiewende im Verkehr hat der Rhein-Hunsrück-Kreis am Freitag in Simmern den Startschuss für kostenlos zu buchende Elektro-Dorfautos gegeben.

Ein derartiges Carsharing-Projekt für die Landbevölkerung sei in Rheinland-Pfalz und womöglich auch bundesweit als Gratisangebot einmalig, sagte der Klimaschutzmanager des Landkreises, Frank-Michael Uhle: «Carsharing-Unternehmen haben uns gesagt, dass hätten sie noch nie gehört.»

Die acht E-Autos sollen nach seinen Worten den Busverkehr ergänzen, um zum Beispiel einen Großeinkauf zu machen, Kinder zum Sport zu fahren oder Verwandte zu besuchen. Betrieben würden die Fahrzeuge mit Ökostrom von kommunalen Photovoltaikanlagen und Energieanbietern. Dorfbewohner könnten die Autos reservieren. Ehrenamtliche sogenannte Kümmerer sind laut Uhle vor Ort für die Vergabe von Schlüsselkarten und die Sauberkeit der Wagen mit umklappbaren Rücksitzen zuständig.

Bei sieben E-Fahrzeugen kommt der Rhein-Hunsrück-Kreis nach eigenen Angaben für die jährliche Leasingrate von jeweils rund 7000 Euro auf, für das achte die Verbandsgemeinde Simmern. Das Pilotprojekt soll drei Jahre laufen. Die E-Autos sind je zwölf Monate in einer Gemeinde an einer Ladesäule stationiert, dann kommen sie ins nächste Dorf, so dass sie am Schluss von Bürgern in 24 Gemeinden gefahren sein werden.

«Die Hoffnung ist, dass schon nach einem Jahr die ersten Dörfer sagen: „Wir schaffen uns selbst so ein Auto an“», sagte Uhle. E-Mobilität solle wortwörtlich erfahren werden und so ein Anreiz geschaffen werden, zumindest auf ein Zweitauto zu verzichten.

Viele Windräder, viel Photovoltaik: Der Rhein-Hunsrück-Kreis gilt landesweit als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel. Er produziert laut Uhle mit Wind, Sonne und Biomasse unterm Strich dreimal mehr Strom als er verbraucht.

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