Für Sportvereine in Trier: Kunstrasen nicht mehr förderfähig

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Foto: dpa-Archiv

TRIER. Ein neues Bootshaus für den Ruderverein Treviris und ein Sanierungsprogramm für die noch verbliebenen Fußballplätze mit Tennenbelag: Im Sportausschuss ging es um die Modernisierung der Infrastruktur der Trierer Vereine.

Vereinsvorsitzender Matthias Woitok präsentierte die aktuelle Planung für das neue Bootshaus des RV Treviris an der Luxemburger Straße. Seit 2012 ist Trier Landesstützpunkt des Ruderverbands, aber die aktuellen Trainingsbedingungen und die Infrastruktur seien für diesen Anspruch unzureichend, so Woitok. Das neue Gebäude soll im Untergeschoss Platz für mehr als 80 Boote bieten, im Obergeschoss befinden sich Räume für Krafttraining, Umkleiden, Duschen und zwölf Übernachtungsplätze in Mehrbettzimmern. Der Verein erhofft sich von der Stadt einen zehnprozentigen Baukostenzuschuss. Die Gesamtkosten belaufen sich wohl auf mindestens 1,5 Millionen Euro. Allerdings liegt eine detaillierte Kostenschätzung, die den Kommunalpolitikern als Entscheidungsgrundlage dienen könnte, noch nicht vor.

Matthias Ulbrich, stellvertretender Leiter des Amts für Schulen und Sport, gab anschließend einen Überblick über die Situation der Fußballplätze in Trier. Seit 2003 wurden in Trier fünf Plätze mit Tennenbelag in Kunstrasenplätze umgewandelt und ein neuer Kunstrasenplatz gebaut. Seit der Einweihung des Platzes in Zewen 2017 ist dieses Programm beendet, zumal das im Kunstrasen enthaltene Granulat wegen Umweltschädlichkeit in die Kritik geraten ist. Das Innenministerium bewilligt derzeit keine Zuschüsse mehr für Sportplätze, bei denen Granulat aus Mikroplastik verwendet wird. Bei der nach zwölf bis 15 Jahren anstehenden Erneuerung des Belags von Kunstrasenplätzen müsse Kork oder Sand als Füllstoff verwendet werden, betonte Ulbrich.

Da Kunstrasenplätze nicht mehr förderfähig sind, steht bei künftigen Projekten die Umwandlung in Naturrasenplätze im Vordergrund. Zu tun gibt es noch genug: Die Tennenplätze in Biewer, Pfalzel, Euren, Heiligkreuz, Mariahof, Olewig und Ruwer sowie im Waldstadion sind 40 bis 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig: Steinbrocken gelangen an die Oberfläche und erhöhen die Verletzungsgefahr, nach Schlechtwetterperioden bilden sich größere Pfützen und bei Trockenheit Staubwolken. Die betroffenen Vereine klagen zum Teil über einen Mitgliederschwund. Nun soll in Abstimmung mit dem Stadtsportverband eine Entscheidungsgrundlage zur Sanierung der Sportanlagen im Sinne einer Rangfolge erstellt werden.

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