Land rechnet langfristig mit Ansiedlung von Wolfsrudeln

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MAINZ. Einst ausgerottet, durchstreifen streng geschützte Wölfe wieder unsere Natur: «Langfristig wird mit der Bildung von Rudeln in Rheinland-Pfalz gerechnet», teilt das Umweltministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Angesichts mehrerer gerissener Schafe im Westerwald hatte es Spekulationen gegeben, es habe sich bereits ein Wolfsrudel im Land angesiedelt. Dem Ministerium zufolge ist das aber noch nicht der Fall.

Auch über Nachwuchs gebe es keine Meldung.

«Rheinland-Pfalz liegt nicht auf der Hauptwanderroute der Wölfe in Ostdeutschland, die entlang der Elbe führt, und auch nicht auf der Hauptwanderroute der Alpenwölfe», erklärt Ministeriumssprecherin Magdalena Fröhlich in Mainz. Bislang gebe es nur einen einzigen dauerhaft im Land angesiedelten Wolf: eine Fähe, also ein weibliches Tier, auf dem einstigen Truppenübungsplatz Daaden im Westerwald.

Damit bleibt Rheinland-Pfalz vorerst eher ein Transitland für Wölfe – sie können viele Kilometer am Tag laufen. «Wir gehen von 9 bis 13 Individuen aus, die sich seit 2012 in Rheinland-Pfalz aufgehalten haben», erläutert Fröhlich. «Einige davon sind nachweislich wieder abgewandert, gestorben oder wurden nicht mehr nachgewiesen.»

Für gerissene Nutztiere sind laut der Sprecherin in sieben Fällen insgesamt 3539 Euro Entschädigung gezahlt worden, «wobei in vier von sieben Fällen der Wolf eindeutig nachgewiesen werden konnte. In allen Fällen waren die Nutztiere unzureichend geschützt». In ausgewiesenen «Präventionsgebieten» im Norden von Rheinland-Pfalz wird der Kauf von Elektrozäunen mit bis zu 100 Prozent gefördert.

Der Landesverband der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter Rheinland-Pfalz sieht Wölfe sehr kritisch: Diese könnten Schafherden auf Straßen und Gleise jagen und traumatisieren. Menschen ist dagegen in Rheinland-Pfalz laut Ministerium noch nie etwas passiert.

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