Paul verzichtet auf Kandidatur als AfD-Landeschef

Nach dem Wirbel um seine Person macht Joachim Paul einen Rückzieher. Er will nun doch nicht Landesvorsitzender der AfD werden. Es läuft alles auf Michael Frisch hinaus.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Überraschende Wende kurz vor dem Parteitag: Joachim Paul verzichtet auf eine Kandidatur für den Posten des Landeschefs der AfD in Rheinland-Pfalz und lässt dem Landtagsabgeordneten Michael Frisch den Vortritt.

Diese Entscheidung sei in enger Absprache mit Frisch gefallen, sagte Paul am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Er verzichte explizit zugunsten Frischs, betonte Paul. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Der 49-jährige Paul nannte keine Details für seinen Entschluss und sagte: «Da stehen mehrere Überlegungen im Raum.» Er werde aber bei dem Parteitag in Bingen am (morgigen) Samstag für den Landesvorstand kandidieren. Damit dürfte alles auf den 62-jährigen Frisch als Nachfolger des bisherigen Landeschefs Uwe Junge hinauslaufen. Junge, der das Amt seit 2015 inne hatte, tritt nicht mehr an. Er kandidiert Ende November für den Bundesvorstand seiner Partei.

Vor kurzem galt die Wahl Pauls noch als nahezu sicher. Zuletzt war er jedoch unter anderem wegen des Vorwurfs, vor Jahren einen Beitrag für eine NPD-nahe Zeitschrift verfasst zu haben, erheblich unter Druck geraten. Paul bestreitet, für das Blatt geschrieben zu haben. Nichtsdestotrotz war er im Medienausschuss des Landtags in Mainz als Vorsitzender abgewählt worden. Vertreter der Fraktionen von SPD, CDU, FDP und Grünen sehen bei ihm eine Nähe zu rechtem Gedankengut.

Angesichts des Wirbels waren auch innerhalb der AfD skeptische Stimmen laut geworden. So hatte der Bundestagsabgeordnete Heiko Wildberg aus der Pfalz Paul einen Verzicht auf die Kandidatur nahegelegt und Frisch als Wunschkandidaten ins Spiel gebracht. Der hatte aber gesagt, nur im Falle eines Verzichts von Paul antreten zu wollen – genau der Fall ist nun eingetreten.

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