Eifelkreis Bitburg-Prüm geehrt: „Spar-Euro“ für vorbildliche Kommunen vergeben

Trotz hoher Verschuldung die eigene Kommune mit kreativen Projekten voranbringen. Das wird mit dem «Spar-Euro» belohnt. Dabei spielt das Ehrenamt eine entscheidende Rolle.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Weil sie in vorbildlicher Weise Steuern gespart haben, sind der Eifelkreis Bitburg-Prüm, die Städte Pirmasens und Hillesheim sowie die Verbandsgemeinden Herxheim und Offenbach an der Queich mit dem «Spar-Euro» 2019 geehrt worden.

Die symbolische – nur mit einer Skulptur verbundene – Auszeichnung haben der Steuerzahlerbund und die drei kommunalen Spitzenverbände am Freitag in Mainz vergeben. Gewürdigt werden kreative Projekte, die zur Nachahmung anregen. Dabei spielen das Engagement der Bürger und die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen oft eine Schlüsselrolle.

Die Kommunen in Rheinland-Pfalz gehörten bei der Verschuldung zu den Spitzenreitern in Deutschland und hätten kaum Spielräume für freiwillige Aufgaben und Investitionen. Für vorbildliche Spar-Projekte in dieser schwierigen Situation haben der Landkreistag, der Gemeinde- und Städtebund sowie der Städtetag den «Spar-Euro» ins Leben gerufen.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm ist mit 234 Ortsgemeinden der gemeindereichste Kreis in Deutschland, aber sehr dünn besiedelt. Ein Dorfentwicklungskonzept koste in der Regel 15 000 bis 30 000 Euro für jede kleine Gemeinde. Diese müssen im Rahmen des «Zukunfts-Check Dorf» aber nur 1500 Euro übernehmen, den Löwenanteil trägt der Eifelkreis, dessen Kosten wiederum das Land erstatte.

Die deutschlandweit am stärksten verschuldete Stadt Pirmasens habe mit ehrenamtlicher Hilfe ihrer Bürger ein kostensparendes, neues Grünflächenmanagement auf die Beine gestellt, mit dem jährlich rund 100 000 Euro gespart würden – dank rund 70 engagierten Bürgern, Weidetieren und essbaren Nutzpflanzen. Weitere rund 160 000 Euro pro Jahr würden damit gespart, dass rund 25 ehrenamtliche Bürger Familien in schwierigen Lebensphasen beim Einkaufen, Lernen oder Behördengängen begleiten. Zudem würden rund 85 Senioren im Rahmen eines Kombilohn-Modells von geschulten Helfern unterstützt.

Die Verbandsgemeinden Herxheim und Offenbach an der Queich zeigten, wie «Interkommunale Zusammenarbeit statt Kirchturm-Politik» funktioniere. Sie arbeiteten unter anderem bei der Vollstreckung von Forderungen, im Datenschutz, bei der Flüchtlingsarbeit, bei der Digitalisierung der Verwaltung und bei größere Ereignissen zusammen. Damit würden jährlich rund 40 000 Euro gespart und zugleich die Fachkenntnis in der Verwaltung gesteigert.

Die Stadt Hillesheim fördere das ehrenamtliche Engagement seiner Bürger beispielhaft. Rentner engagierten sich unter anderem beim Umbau einer alten Markthalle in eine moderne Messehalle und bei einem Kinderspielplatz. Weit mehr als 6000 Stunden an unbezahlter Arbeit hätten sie inzwischen erbracht und mehr als 160 000 Euro gespart.

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