Flüchtling in den Kopf geschossen – Ermittler überprüfen Details!

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Foto: dpa-Archiv

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf einen Mann in Hoppstädten-Weiersbach prüft die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach, ob der Beamte in Notwehr gehandelt hat.

Nach ersten Erkenntnissen sei davon auszugehen, dass eine Notwehrlage vorgelegen habe, sagte Oberstaatsanwalt Michael Brandt am Mittwoch in Bad Kreuznach. Im Rahmen eines Todesermittlungsverfahren würden derzeit «alle Details und Umstände» überprüft, wie es zu der Schussabgabe kam. Es werde noch dauern, bis alle Abläufe geklärt seien.

Der Polizist hatte den 26-Jährigen aus Eritrea am Samstagabend mit einem Schuss in den Kopf getötet, nachdem dieser stundenlang mit einer Axt in der Gemeinde im Kreis Birkenfeld unterwegs gewesen war. Dort hatte der anerkannte Flüchtling den Angaben zufolge einen Menschen bedroht und auf ein Auto eingeschlagen. Nach einer Großfahndung wurde der aggressive Mann dann erschossen.

Der Polizist, der zum Polizeipräsidium Trier gehört, werde nach dem Einsatz von Fachleuten betreut, sagte ein Sprecher der Polizei in Trier am Mittwoch. «Das ist die Horrorvorstellung eines jeden Polizisten, zur Waffe greifen zu müssen und dann auch noch jemanden zu töten durch einen Einsatz, auch wenn der Einsatz zulässig ist.»

Der anerkannte Flüchtling hatte im Kreis Birkenfeld gewohnt, aber dort keine feste Meldeadresse. Die Frage nach einem möglichen Motiv des Mannes war zunächst noch unbeantwortet. Auch musste noch geklärt werden, ob er krank war oder Drogen genommen hatte.

1 KOMMENTAR

  1. Alleine die Überschrift ist schon eine Frechheit der Polizei gegenüber, auch wenn diese hier nicht genannt wird. Mittlerweile kennt jede Person den Vorfall.
    Die Personen, die nun den Vorfall „prüfen“ sollten sich als aller Erstes einmal Gedanken darüber machen,
    wie sie in Bruchteilen einer Sekunde entscheiden würden, steht ihnen eine Person mit einem Beil oder Axt gegenüber und holt aus.
    Es besteht keine Zeit mehr zu überlegen, hier muss gehandelt werden und zwar sofort, bevor ich meinen Schädel evtl gespaltet bekomme. Im Nachhinein kann ich natürlich über Wochen und Monate, mit Gutachten pp. alle Möglichkeiten versuchen zu erörtern, wie man vielleicht anders hätte entscheiden können.
    Der Beamte muss jedoch in Sekundenschnelle entscheiden. Er kann nicht erst einen Gutachter fragen, der ihm dann nach mehreren Wochen Zeit die optimale Handlungsweise vorschlägt! Wenn dieser Schuß, angedroht oder nicht, im Moment die einzige plausible Möglichkeit ist den Gegenüber zu stoppen, dann ist dem so.
    Wer sich in die Gefahr begibt, kommt darin um. Darüber muss sich der polizeiliche Gegenüber in einem solchen Fall grundsätzlich im Klaren sein.

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