Große Nachwuchssorgen: Neuer Rekord bei Lehrstellenangebot in der Region Trier

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Zahlreiche Trierer Arbeitgeber, darunter die Stadtverwaltung, haben ihre Bemühungen um eine möglichst attraktive Ausbildung verstärkt. Die Nachwuchskräfte können immer wieder eigene Projekte gestalten, wie 2018 diese Azubis vom StadtGrün Trier mit einem Beet vor dem Theater.

TRIER. Die Zahl der Ausbildungsstellen in der Region steigt von Jahr zu Jahr. In ihrer aktuellen Ausbildungsmarktbilanz spricht die Agentur für Arbeit mit Blick auf 4639 gemeldete Stellen von einem Rekord: „Die Ausbildungsbereitschaft ist vermutlich so hoch wie nie zuvor.

Es wird jedoch immer schwieriger, diese Lehrstellen zu besetzen. Die Nachwuchssorgen werden immer größer“, so Agenturchef Heribert Wilhelmi. Dieser Trend wird durch eine andere Entwicklung noch verschärft.

Schon seit einigen Jahren gibt es immer weniger ausbildungsinteressierte Jugendliche. Diesen Sommer fiel erstmals seit zehn Jahren die Zahl der registrierten Bewerber unter die Marke von 3000. Trotz der hervorragenden Perspektiven für junge Menschen sind aber auch wieder einige Bewerber leer ausgegangen. 157 Jugendliche hatten bis Ende September noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Neben den von den Angeboten abweichenden Berufswünschen der Bewerber spielte auch deren teilweise unzureichende Qualifikation eine Rolle. Fakt sei aber auch, so Wilhelmi, „dass Betriebe verstärkt schwächeren Bewerbern eine Chance geben müssen, um Ausbildungsstellen erfolgreich besetzen zu können.“

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) bewegt sich die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zwar auf einem stabilen Niveau, es gibt aber auch Berufe, in denen händeringend nach Auszubildenden gesucht wird: Im gewerblich-technischen Bereich, der Gastronomie und im Einzelhandel. Sorgenkind am regionalen Ausbildungsmarkt ist nach Angaben der Arbeitsagentur das Handwerk mit einem Rückgang von weit über elf Prozent bei neu eingetragenen Ausbildungsverträgen. Im aktuellen Lehrjahr bleiben rund 30 Prozent mehr Stellen unbesetzt als im Vorjahr. 2018 hatten die Betriebe noch von vielen Jugendlichen mit einem Migrations- und Fluchthintergrund profitiert.

Mehr Arbeitslose in Trier

Fast gleichzeitig mit den Daten zum Ausbildungsjahr präsentierte die Agentur die Arbeitsmarktbilanz für Oktober. Im Frühherbst war in der Region erneut ein letztes Aufbäumen vor der winterlichen Eintrübung zu registrieren. Die Arbeitslosenzahl ist im Vergleich mit September um 15 auf 9010 gesunken. Die Quote verharrt bei 3,1 Prozent. „Der Arbeitsmarkt startet robust in die kalte Jahreszeit. Die letzten Monate waren von einer sehr niedrigen Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig hoher Fachkräftenachfrage geprägt,“ so Wilhelmi. Im Winter sei aber mit steigenden Zahlen zu rechnen: „Wie gravierend dieser Anstieg ausfallen wird, hängt vor allem vom Wetter, aber auch von der weiteren konjunkturellen Entwicklung und den weltweiten Krisenherden ab“, so der Agenturchef.

In Trier ist die Arbeitslosenzahl im Oktober schon leicht gestiegen: 2916 Personen waren Ende Oktober auf Jobsuche, 18 mehr als im September und 399 mehr als im Oktober 2018. Die Arbeitslosenquote lag weiterhin bei 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine deutliche Eintrübung zu verzeichnen: Im Oktober 2018 hatte die Quote noch 4,2 Prozent betragen.

Trotz der erwarteten Winterarbeitslosigkeit blickt der Chef der Arbeitsagentur optimistisch auf die nächsten Monate: „An dem großen Fachkräftebedarf wird sich nichts ändern. Deshalb setzen wir darauf, dass Unternehmen auch im Winter ihre Beschäftigten halten, um das Risiko zu verringern, sie an die Konkurrenz zu verlieren.“

4 KOMMENTARE

  1. In den 80ern und darüber hinaus, ich hatte das Glück einen guten Abschluss zu haben, gingen Unternehmen mit einem unter aller Sau um.Ich vergesse das nie. Es ist immer die Zeit wer da gerade am Drücker ist und Bedarf hat. Wenn ich lese, dass für 450€ Jobs heute Lebensläufe und auch ausführliche Bewerbung gefordert wird………..hallo für 9,81 die Stunde??????????? Dabei sucht doch die andere Seite Personal. Ich würde gerne noch was nebenbei als Beamter , da im Ruhestand machen aber bitte siehe mal Hunderttausend. de Nur Spüler, Hilfskräfte usw. mit Verlaub, dass mache ich nicht.

  2. In einer Zeit in der man trotz guter Ausbildung im Mindestlohnsektor arbeiten muß , meißtens Zeitverträge bekommt oder noch schlimmer durch die AGE bei Leiharbeitsfirmen landet , wundert es einen nicht das die Jugendlichen keinen Bock mehr auf Ausbildung haben . Viele bekommen das Elend ja schon durch ihre Eltern mit .Zur Krönung nach einem langen Arbeitsleben , darf man sich dann täglich bei der Tafel seine Fressalien abholen weil die Rente hinten und vorne nicht reicht !

  3. Wir haben doch soviele integrationsbereite Neubürger, hat sich zu denen noch nicht rumgesprochen, dass Ausbildungspätze en mass frei sind?:
    O-Ton Dreyer 2016: „“Die vielen Flüchtlinge, die ich in den letzten Monaten kennengelernt habe, sind mehr als willens und bereit sich zu integrieren und ganz schnell Teil unserer Gesellschaft zu werden.“
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-malu-dreyer-kritisiert-vorstoss-von-julia-kloeckner-a-1070275.html

    Ich meine, das ist jetzt drei Jahre her, also „ganz schnell“ ist eigentlich schon vorbei 🙂

  4. „Im aktuellen Lehrjahr bleiben rund 30 Prozent mehr Stellen unbesetzt als im Vorjahr.“ Wir wissen alle, wo die jungen Leute stecken, die absolut kein Azubi werden wollen: Auf den Gymnasien. Heutige Gymnasiasten und Studenden streben aber nicht vorrangig in Berufe wie „Biochemiker im Labor mit hochgefährlichen Keimen“, „Agraringenieur für Nitratforschung mit Gülle-Direktkontakt“, „Kriminaloberkommisar Schwerpunkt Clankriminalität“, „Leitender technischer Offizier im Entsorgungsbetrieb mit Müllgeruch“, „Landarzt“ etc. NEIN! Sie wollen am liebsten Beamter, Politiker oder regierungsfinanzierter NGO-Aktivist werden oder eine von den vielen sonstigen brotlosen Künsten ausüben.

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