Mit dem Firmenschlüssel Hunderte Automaten geplündert

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ/SAARBRÜCKEN. Eine Bande soll bundesweit Zehntausende Euro aus Hunderten Getränke- und Süßwarenautomaten gestohlen haben. Alleine in Rheinland-Pfalz schlugen die Täter in 87 Fällen zu. Der Hauptverdächtige war bei der Automatenfirma angestellt und hatte den Schlüssel.

Nun hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Anklage erhoben: wegen gewerbs- und teilweise bandenmäßigem Diebstahl in 464 Fällen. Hauptangeschuldigter ist ein 22-Jähriger, der schon am 4. April in Karlsruhe festgenommen wurde und seither in Untersuchungshaft sitzt, wie die für bundesweite Taten zuständige Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag berichtete.

Er soll zwischen 16. Januar und 30. März 2019 bundesweit aus Automaten auf Bahnhöfen Bargeld entnommen haben – insgesamt rund 82 500 Euro. Der Verdächtige war bis Ende Februar 2019 bei der Firma beschäftigt, die die Automaten aufstellt. Er soll seinen wechselnden Komplizen die Originalschlüssel und die Arbeitskleidung weitergegeben haben, damit sie unauffällig in den Bahnhöfen agieren konnten.

Als Komplizen beschuldigt die Generalstaatsanwaltschaft einen 24-Jährigen (304 Taten), einen 27-Jährigen (131 Taten) und zwei 26-Jährige (20 Taten). Mit einem weiteren 22-Jährigen soll der Hauptverdächtige in der Nacht zum 30. März auch in die Lagerräume seines ehemaligen Arbeitgebers in Offenburg (Baden-Württemberg) eingebrochen sein. Dort sollen sie Lagermaterial wie Hubwagen, Paletten oder Kisten sowie Getränke und Süßigkeiten im Gesamtwert von rund 1500 Euro gestohlen haben.

«Die Ermittlungen waren Anfang 2019 aufgrund von Strafanzeigen des Automatenaufstellers in Gang gekommen», berichtete der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, Alexander Badle. Die Firma hatte in ihrem EDV-System unberechtigte Automatenleerungen festgestellt. Die meisten Fälle gab es laut Anklage in Baden-Württemberg: 249 Taten in 19 Städten. In Hessen waren es 97 Taten in fünf Städten, in Rheinland-Pfalz 87 Taten in acht Städten. In Nordrhein-Westfalen waren es 21 Taten allein in Köln und im Saarland 10 Taten.

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