Trier Helau! Jeck unterwegs im Stadtmuseum

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Kuratorin Dr. Dorothée Henschel und Museumsmitarbeiter Dieter Hallebach packen einige der Exponate aus, die in der Ausstellung „Die Welt steht Kopf“ zu sehen sind. Foto: Kathrin Koutrakos

TRIER. Trier Helau! Das Stadtmuseum Simeonstift widmet sich in einer neuen Ausstellung der Kulturgeschichte des Karnevals, mit einem besonderen Augenmerk auf die Vereine und Traditionen in Trier. Während in den Ausstellungsräumen noch die letzten Bilder gehängt werden, laufen bereits die Vorbereitungen für die Eröffnung am 10. November.

Alljährlich heißt es am 11. November um 11.11 Uhr: Auf in die närrische Session. Auch in Trier bedeutet dieser Termin der Startschuss für die tollen Tage. 17 Vereine sind heute unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) organisiert und sorgen auch an der Mosel seit Jahrzehnten für einen beachtlichen Straßen- und Sitzungskarneval. Damit sind Fastnachtstraditionen in Trier nicht nur Teil der Gegenwart, sondern auch der Stadtgeschichte – und damit ein Thema für das Stadtmuseum. „Von der Gründung des ältesten Trierer Karnevalsvereins Heuschreck im Revolutionsjahr 1848 bis in die jüngere Vergangenheit spiegelt sich die Stadtgeschichte in den Geschicken des Karnevals“, erklärt Dr. Dorothée Henschel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtmuseum, die gemeinsam mit der Trierer Historikerin und Karnevals-Expertin Jutta Albrecht die Ausstellung kuratiert hat.

Mit Leihgaben aus dem Deutschen Fastnachtsmuseum in Kitzingen, der Villa Vauban in Luxemburg und dem Kölner Stadtmuseum wird die geschichtliche Entwicklung des Karnevals beleuchtet. Zu den Highlight-Exponaten gehört ein Gemälde des Malers Carl Spitzweg, zur Verfügung gestellt von einem Privatsammler.

Mengenmäßig gehören aber die Trierer Vereine zu den wichtigsten Leihgebern, deren Geschichte(n) eine ganze Etage der Ausstellung gewidmet ist: „Der Trierer Karneval erzählt Faszinierendes von gesellschaftlichen Umbrüchen, großem ehrenamtlichen Engagement und von schillernden Persönlichkeiten, über deren Schicksale die Chroniken der Vereine berichten“, erzählt Jutta Albrecht, die als Mit-Kuratorin in den Archiven recherchiert und die Kontakte zu den Karnevalsvereinen gepflegt hat. Als ein Ergebnis dieser Arbeit sind zahlreiche Vereine in der Ausstellung präsentiert, vom altehrwürdigen Heuschreck bis zum Rosa Karneval.

Werbung beim Rosenmontagszug

Die Werbetrommel für die Ausstellung wurde schon in der letzten Session gerührt, als die Belegschaft des Museums sich dem Rosenmontagszug anschloss und Werbepostkarten verteilte. Die Resonanz ist schon vor der Eröffnung positiv: „Dass das Stadtmuseum sich diesem Thema in einer Ausstellung annimmt, das für große Teile der Bevölkerung so wichtig ist, stößt auf großes Interesse“, berichtet Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Dühr. Dass jedoch auch der Karneval die Gemüter spalten kann, weiß man auch im Stadtmuseum: „Auch unser Team teilt sich in begeisterte Narren und Karnevals-Skeptiker“, berichtet sie, „aber der kulturelle und historische Reichtum dieses Brauchtums übt seine Faszination auch auf ausgesprochene Karnevalsmuffel aus“.

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