Tag der Mathematik an der Uni Trier: 250 Schüler mit neuem Blick aufs Studium

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TRIER. 250 Schüler der 12. Jahrgangsstufe kamen zum gestern und heute zum Tag der Mathematik an die Universität Trier und fuhren mit einem neuen Blick auf das Fach wieder nach Hause.

Nicole Marheineke kennt sie alle, die Klischees von Mathematikern. Mit einem Schmunzeln und einem Schuss Selbstironie zählt sie in ihrem Vortrag einige auf: gebeugter Gang, blasses Gesicht, dicke Hornbrille, weltfremd. Mit solchen Vorurteilen zur Mathematik aufzuräumen und eine andere Perspektive auf das Fach zu werfen, ist eines der Ziele des Tags der Mathematik an der Universität Trier. Vor allem ein Klischee will die Professorin für Modellierung und Numerik nicht auf ihrer Zunft sitzen lassen: Mathematiker sind auf keinen Fall weltfremd! Mathematik ist vielmehr eine Schlüsseltechnologie, ohne die in der Welt vieles stillstände.

Von Versicherungen über Konstruktionen in der Automobil- und Flugzeugindustrie, von der digitalen Kommunikation über Hochwasserschutz und Produktionsplanung bis zur medizinischen Computer-Tomographie: überall steckt Mathematik drin, und die Mathematik baut vielfach Brücken zwischen realer und virtueller Welt. Daher sind auch die Jobperspektiven für Mathematiker optimal. Vor allem diese Botschaften wollte der „Tag der Mathematik“ 250 Schülerinnen und Schülern des zwölften Jahrgangs vermitteln, die aus der Region zur Universität Trier angereist waren.

Professor Frank Seifried machte keinen Hehl daraus, dass es ihm und seinen Kollegen bei dieser jährlichen Veranstaltung auch darum geht, Schüler von einem Mathematikstudium zu überzeugen. Dabei hob der Geschäftsführer des Fachs das gute Betreuungsverhältnis an der Universität Trier hervor, das sich im günstigen Zahlenverhältnis von Professoren und Studierenden spiegelt. Und obwohl Trier nicht zu den großen Mathematik-Studienstandorten in Deutschland zählt, decken die Professuren doch eine große Bandbreite der Disziplin ab.

Welche Bereiche der Mathematik man an der Universität Trier studieren kann und wie man hier studiert, erfuhren die Schüler jeweils aus erster Quelle – vormittags in Vorträgen von Professorinnen und Professoren und mittags von Studierenden bei einer Fragerunde mit Campus-Rundgang. In bis zu neun Workshops konnten die Schüler schließlich noch selbst aktiv an mathematischen Fragen und Lösungen knobeln und tüfteln – sei es bei kryptografischen Rätseln, beim Programmieren eines Mikrocontrollers oder der Berechnung von Gewinnchancen im Roulette.

Laut Jochen Schumacher und Andreas Nober, Lehrer am Trierer Humboldt-Gymnasium, kommen die Workshops bei den Schülern am besten an. Sie tragen maßgeblich zum Ziel der Organisatoren der Veranstaltung bei, Mathematik als anwendungsbezogene Wissenschaft zu vermitteln. „Wir wollen Lehrern und Schülern auch vermitteln, welche Perspektiven Mathematik bietet“, sagt Nicole Marheineke.

Bei vier Schülerinnen des Cochemer Gymnasiums scheint das gelungen zu sein: „Wir waren überrascht zu erfahren, dass so vieles im Alltag auf Mathematik beruht und dass man als Mathematiker in sehr vielen Bereichen arbeiten kann.“
Tatsächlich, bemängelt Nicole Marheineke, fällt vielen nur das Lehramt ein, wenn sie über Berufsfelder für Mathematiker nachdenken. Dabei gibt es kaum eine Sparte, in der nicht wenigstens ein Mathematiker arbeitet. Professor Frank Seifried fasste die Jobperspektiven so zusammen: „Wer ein Mathematik-Studium erfolgreich absolviert, bekommt nicht irgendeinen Job. Er bekommt einen guten Job und einen, der Spaß macht.“

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