PAL-V: Die ersten fliegenden Autos der Welt

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Foto: dpa-Archiv

Druck auf die Automobilindustrie durch Gesellschaft, Politik und Umweltschutz zwingen diese zu einer grundlegenden Neuausrichtung. Kriterien wie Massenproduktion, Kundenorientierung, aber auch Robotertechnik und Automatisierung zwingen die Hersteller zur Entwicklung neuer, veränderter Fahrzeuge.

Eine besondere Innovation ist das „Personal Air and Land Vehicle“, welches tatsächlich für das steht, wie sein Name aussagt: Es handelt sich um ein Flugauto, welches auf der Straße fahren aber auch in der Luft fliegen kann. Die Webseite des Herstellers bezeichnet es präziser: „Ein Auto, das fliegt, ein Flugzeug das fährt“. Technisch gesehen handelt es sich bei dem Pal-V Liberta nicht um einen Hubschrauber und auch nicht um einen Sportwagen, der nebenbei abhebt. Vielmehr ist es ein Gyrokopter, dessen Rotoren nicht von einem Triebwerk angetrieben werden. Der Pal-V Liberty wird vertikal nach oben getragen, während die Rotoren durch den Fahrtwind in Drehung versetzt werden und gleichzeitig ein separates Triebwerk den Vortrieb gewährleistet.

Zum Fliegen wurde das Prinzip des Tragschraubers verwendet. Im Gegensatz zum Hubschrauber wird nur der Heckmotor angetrieben, der Hauptrotor aber nicht. Durch den Luftwiderstand dreht sich der Hauptrotor, woraus sich auch eine stabile, sichere Landung ergibt.

Grundlagen bilden hochwertige Teile, die schon länger durch CNC Bearbeitung in der Automobilindustrie Anwendung finden. CNC Technik ermöglicht sowohl für Hersteller als auch Zulieferer durch innovative Softwarelösungen, die Entwicklung und Fertigung aller denkbarer Autoteile.

Den Ouden, mittlerweile Gesellschafter des Unternehmens, träumte von der Entwicklung des ersten Flugautos der Welt. Die Idee war die Schaffung des Flugautos PAL-V, mit dem Ouden Geschichte schreiben will. Natürlich mussten zunächst die Grundlagen und Bauteile für das Fluggerät entwickelt werden. CNC fräsen und CNC drehen ermöglichten die Herstellung hochpräziser Bauteile. Sie gewährleisteten eine automatisierte Fertigung von Prototypen und Kleinserien aus CAD-Daten.

Am Zeichentisch entstanden Fortschritte, bei denen das Flugauto mehr und mehr Gestalt annahm. Der zu entwickelnde PAL-V versteht sich als Kombination des Carvers und eines Tragschraubers. Somit entstand eine Kreuzung zwischen Auto und Motorrad, in welchem man hintereinander sitzt. Zudem muss sich das Tragwerk einklappen lassen, damit nichts herausragt.

So auch bei dem neuen Fluggerät. CNC Bearbeitung verwirklicht die Konvertierung digitaler Modelle in physische Varianten. Polieren und Zuschneiden der erforderlichen Metalle und Verbundstoffe erfolgt durch CNC drehen, das von Industrierobotern erledigt wird. Der Fertigungsprozess wird durch Messungen kontrolliert, die Fehler frühzeitig erkennen. Fertigungsprozesse beim Kunststoffspritzguss können mithilfe des CNC fräsen simuliert werden, wodurch ein hoher Durchsatz die Produktion effektiver gestaltet.

Eine „Idee“ zur Realität werden zu lassen ist nicht leicht. Bereits 2007 wurde der Businessplan vollendet und in den Folgejahren meldeten sich mehrere größere Geldgeber. Verschiedene Investoren zeigten Ihr Interesse an dem Projekt. Zu Beginn war Ouden drei Monate unterwegs, um mit potenziellen Geldgebern zu sprechen. Die Suche nach Investoren war nicht leicht. Ouden wurde, als er seine Idee von einem Flugauto vorstellte, entweder ausgelacht oder vertröstet. Allerdings verbuchte er nach einiger Zeit zunehmend Sicherheit, was ihm die notwendige Motivation verschaffte, weiterzumachen.

Mittlerweile existieren für das Fluggerät gesetzliche Regeln. Da der PAL-V zu den Tragschraubern zählt, darf er schon bestehende 3D-Korridore in der Luft nutzen. Zum Abheben benötigt er nur 30 Meter.

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