Malu Dreyer von Oktober an allein an SPD-Bundesspitze

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Foto: Jörg Halisch

Nach der öffentlich gemachten Erkrankung von Manuela Schwesig zeigen sich ihre beiden Mitstreiter aus der SPD-Interimsspitze erschüttert – und schauen auf die kommenden Wochen. In denen wird Malu Dreyer die zentrale Rolle spielen.

Nach der Krebserkrankung von Manuela Schwesig wird die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer von Oktober an für einige Woche alleine die kommissarische Spitze der Bundes-SPD übernehmen. Es seien dann nur noch wenige Wochen bis zum Bundesparteitag, sagte Dreyer am Dienstag in Mainz. Der andere Co-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel aus Hessen tritt wie geplant zum 1. Oktober seinen Posten als Arbeitsdirektor bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit an, wie er sagte.

Schwesig hatte zuvor eine Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht und angekündigt, ihr Parteiamt auf Bundesebene niederzulegen. Sie bleibt aber Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und SPD-Landeschefin.

Das Verfahren für die Suche nach einer neuen Parteispitze laufe gut, sagte Dreyer. Der Pfad für einen «erfolgreichen Bundesparteitag» sei im Trio bereits gelegt worden. Zudem werde Schäfer-Gümbel sie weiter ehrenamtlich unterstützen. «Die Parteiführung wird nicht erschüttert», betonte Dreyer. Die Kandidaten für die SPD-Spitze sollten sich am Dienstagabend in Nieder-Olm bei Mainz präsentieren. Dort ist eine von bundesweit insgesamt 23 SPD-Regionalkonferenzen.

Dreyer selbst hatte eine eigene Kandidatur für den Bundesvorsitze bei den krisengeschüttelten Sozialdemokraten früh ausgeschlossen. Sie sagte stets, für sie sei schon lange klar, dass sie als Ministerpräsidentin bei der nächsten Wahl in Rheinland-Pfalz wieder antreten wolle. Details zur künftigen Aufgabenverteilung in der Interims-Parteispitze auf Bundesebene würden in den kommenden Tagen besprochen, erläuterte Dreyer. Der Parteitag mit Wahl einer neuen Parteispitze ist vom 6. bis 8. Dezember in Berlin geplant.

Dreyer und Schäfer-Gümbel bedauerten den Rückzug von Schwesig, mit der sie gut zusammengearbeitet hätten, äußerten zugleich aber vollstes Verständnis dafür. «Sie können sich vorstellen, dass uns das sehr erschüttert hat, diese Diagnose», sagte Dreyer. «Wir haben größtes Verständnis dafür, dass sie ihre Prioritäten jetzt setzen muss, und das auch getan hat.» Schwesig sei eine junge, dynamische Frau. «Es ist einfach schlimm, dass sie jetzt mit dieser Krankheit konfrontiert ist.»

Schäfer-Gümbel dankte Schwesig für die «wirklich wunderbare Zusammenarbeit». Die Grundlage sei gelegt worden, um für die SPD optimistisch nach vorne schauen zu können. Dazu habe gerade auch die «fröhliche Art von Manuela Schwesig» in vielen Runden beigetragen.

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