Drei neue Hallen: Entlastung der Trierer Sportszene in Sicht

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Die Außenwände der Halle am Mäusheckerweg in Ehrang stehen.

TRIER. Im September 2014 musste die Sporthalle am Mäusheckerweg überraschend geschlossen werden. Bei Sanierungen waren erhebliche Schäden am Dach der 40 Jahre alten Halle zum Vorschein gekommen, weshalb kurzfristig alle 34 Trierer Sportstätten geprüft wurden. Das Ergebnis: In Euren und Feyen konnten die Dächer provisorisch gesichert werden, ein Neubau blieb aber unausweichlich. Nun scheint diese Geschichte auf ein gutes Ende zuzusteuern.

Rund ein Fünftel der Trierer Einwohner ist in Sportvereinen organisiert. Sie, Kinder im Schulsportunterricht und noch viele weitere Trierinnen und Trierer sind auf eine intakte, teure und pflegeintensive Infrastruktur angewiesen. Das Trierer Portfolio in diesem Bereich wird im nächsten Sommer um drei beeindruckende Neubauten vervollständigt, wie Matthias Ulbrich, stellvertretender Leiter des Amts für Schulen und Sport, am vergangenen Donnerstag im Sportausschuss darlegte: Der Baufortschritt an allen drei Hallen sollte eine Eröffnung bis spätestens September 2020 ermöglichen.

21,2 Millionen Euro investiert

Die dringend benötigte Halle am Mäusheckerweg ist die größte und teuerste Investition in diesem Baupaket. Auf einer Grundfläche von 3791 Quadratmetern sollen künftig 204 Personen auf festinstallierten und zusätzlich 336 auf mobilen Tribünen Platz finden. Insgesamt können sich 1150 Menschen gleichzeitig in dem Gebäude aufhalten, weshalb sie in naher Zukunft wieder zu dem wichtigen Veranstaltungsort der Trierer Sportszene werden dürfte, die sie Jahrzehnte lang war. Auch der Schulsport, der momentan in das Sportzentrum Kenn ausgelagert ist, wird hier ausreichend Platz vorfinden. Die Vorzeigehalle kostet insgesamt 10,3 Millionen Euro, wobei mehr als vier Millionen durch Bundes- und Landesfördermittel getragen werden.

Die identischen Hallen auf den Bezirkssportanlagen in Euren und Feyen fallen deutlich kleiner aus – Zuschauerplätze wird es dort nicht geben. Dafür überrascht das Design in Holzbauweise. Insgesamt werden für die beiden Hallen 10,9 Millionen Euro ausgegeben, auch hier beteiligen sich Bund und Land mit jeweils über 2,2 Millionen Euro.

Dieselben Firmen, die an der Halle in Euren arbeiten, starten die gleichen Arbeitsschritte fünf Wochen später in Feyen, weshalb beide Hallen im gleichen Zeitraum fertiggestellt werden: Ab April und Mai 2020 soll hier wieder geschwitzt werden. Aktuell wird in Feyen noch der Holzbau errichtet, während in Euren schon die Arbeiten zur Dachabdichtung und an der Fassade bevorstehen. Der Ausbau des Außenbereichs wird danach stattfinden.

Der Spatenstich für alle drei Neubauten fand zeitgleich am 12. Dezember vergangenen Jahres statt. Die Präsentation zum Baufortschritt am Donnerstag – auf den Tag genau fünf Jahre nach der Schließung der Halle am Mäusheckerweg – stellte die Mitglieder des Ausschusses zufrieden. Bedenken äußerte Michael Maxheim, Sportkreisvorsitzender der Stadt, jedoch bezüglich der Holzfassaden in Euren und Feyen und deren mittelfristiger Beständigkeit gegen Wettereinflüsse: „Also da sollten Sie sich jedenfalls mal Gedanken drüber machen, sonst stehen wir nachher in fünf, sechs Jahren nochmal hier, weil wieder massive Bauschäden an den Hallen sind.“ Sebastian Schön, in dessen Aufgabengebiet in der Gebäudewirtschaft der Bau der Hallen fällt, machte jedoch deutlich, dass die Fassaden durch die vertikal laufenden Holzsehnen bestens geschützt seien und zudem das Holz ausreichend behandelt werde.

Dass der Bereich Sporthallen trotz der drei Neueröffnungen im kommenden Jahr schwierig bleibt, zeigt ein anderes Thema im Sportausschuss: Die Wolfsberghalle ist nur noch beschränkt nutzbar. Die Entscheidung, ob sie mit Bundesmitteln saniert werden soll, traf der Stadtrat am Montag – das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

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