Katholische Bistümer setzen auf Frauen in Leitungsjobs

Die katholischen Bistümer in Rheinland-Pfalz und im Saarland wollen Frauen stärker in die Führung und Leitung einbinden. Dabei sind ihnen aber Grenzen gesetzt. Und es geht auch nur langsam voran.

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TRIER/MAINZ/SPEYER/LIMBURG. Auch wenn Frauen in der katholischen Kirche auf absehbare Zeit keine Chance haben, Priesterinnen zu werden: Sie rücken nach und nach auf wichtige Leitungspositionen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Bistümern in Rheinland-Pfalz und im Saarland ergab. Als Chefin einer Pfarrgemeinde ist frau hier allerdings noch nicht im Boot: Da gibt es bundesweit bisher erst 4 von gut 10 000 Pfarreien, die wegen Priestermangels bereits jetzt oder in Kürze von einer Frau geleitet werden.

Was in den Bistümern Trier, Mainz, Speyer und Limburg Stand der Dinge ist und welche Entwicklungen es gibt, zeigt die Übersicht:

BISTUM TRIER: Pfarrgemeinden im Bistum Trier werden bislang ausschließlich von Pfarrern geleitet. Aber es gibt bereits Frauen, die den Vorsitz im Verwaltungsrat innehaben und damit die rechtliche Vertretung der Kirchengemeinde. Es gebe auch weibliche Vorsitzende von Kirchengemeinde-Verbandsvertretungen. Dazu zähle beispielsweise Edeltrud Maus in Langenlonsheim (Kreis Bad Kreuznach). Wie viele Frauen jene Ämter inne haben, konnte das Bistum nicht sagen.

Im Zuge einer Strukturreform würden die «Pfarreien der Zukunft», die ab Anfang 2020 neu entstehen, von einem Leitungsteam aus einem Pfarrer, zwei haupt- und zwei ehrenamtlichen Personen geführt. Auf die vier Stellen im Haupt- und Ehrenamt könnten sich Frauen und Männer bewerben, hieß es. Und: Zurzeit sind fünf der sechs Direktorenstellen im Bischöflichen Generalvikariat in Trier mit Frauen besetzt. Auch auf der mittleren Leitungsebene finden sich Frauen in Führungspositionen, beispielsweise Katja Göbel, die das Katholische Büro im Saarland leitet.

BISTUM MAINZ: Auch hier gibt es noch kein Gemeindeleitungsmodell mit weiblichen oder männliche Laien. Allerdings hat das Bistum unter Bischof Peter Kohlgraf einen «Pastoralen Weg» begonnen: Bei der Vorstellung im September 2018 zeigte sich der Bischof grundsätzlich offen für neue Leitungsmodelle. Mit dem Prozess könne auch «eine Verlebendigung des Glaubens einhergehen», sagte er. Bei der Umsetzung werde «viel davon abhängen, dass Menschen Verantwortung teilen, Verantwortung abgeben und anderen Verantwortung zutrauen».

Grundsätzlich will der Mainzer Bischof Frauen künftig stärker in Leitungsaufgaben einbinden. Es werde dabei nicht «beim Reden bleiben dürfen», hatte er jüngst gesagt. Seiner Ansicht nach werde allein die sakramentale Weihe zu oft mit Leitung, Verantwortung und Macht gleichgesetzt. «Ich glaube, dass es realistische Möglichkeiten für Leitungsaufgaben für Nicht-Ordinierte gibt, die wir in keiner Weise ausgeschöpft haben.» Vielleicht entwickelten sich auch neue Dienste und Ämter.

Im Bistum Mainz sei seit 1. September 2018 Nicola Adick, Dezernentin für Caritas und Soziale Arbeit, im Bischöflichen Ordinariat. Sie sei nach Gertrud Pollak, die von 2000 bis 2019 Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz war, die zweite Dezernentin des Bistums. Darüber hinaus sind laut Bistum zum 1. Mai 2019 zwei Frauen zu stellvertretenden Dezernentinnen ernannt worden.

BISTUM SPEYER: Es gebe zurzeit keine Pläne, Frauen als Leiterinnen in Kirchengemeinden einzusetzen, teilte das Bistum mit. In anderen Führungspositionen im Bistum seien Frauen aber vertreten – und es sei Ziel, dies noch auszubauen. So habe das Domkapitel Speyer zum 1. März mit Hedwig Drabik eine Frau zur Dombaumeisterin berufen. Und zum 1. September werde Theologin Christine Lambrich ihre Aufgabe als neue Leiterin der Hauptabteilung Personal antreten. Sie werde damit auch dem Allgemeinen Geistlichen Rat, dem höchsten Beratungsgremium des Bischofs, als stimmberechtigtes Mitglied angehören.

BISTUM LIMBURG: Auch hier werden alle Pfarreien von einem Pfarrer geleitet. Daneben gibt es aber ein Projekt zur Leitung der Kirchengemeinden von ehrenamtlichen Teams – mit Frauen. Dieses Modell werde gerade in Hessen in der Pfarrei Oberursel-Steinbach «ausprobiert», teilte das Bistum in Limburg mit. Und: In Oberstedten im Taunus gebe es ein Team, das aus drei Frauen bestehe.

Man habe im Bistum Limburg bereits lange Erfahrung mit der Leitung von Gemeinden durch Laien und Frauen. Bei der «Pfarrei Neuen Typs» sei die Idee: Der Pfarrei leitet die Pfarrei – und ist zusammen mit einem Pastoralteam und den Gremien für die Seelsorge zuständig.

Generell gelte, dass Frauen in oder für Führungspositionen gefördert werden, hieß es. Es gebe im Bistum Dezernate, die von Frauen geleitet würden: Zum Beispiel das Dezernat Pastorale Dienste oder das Dezernat Kinder, Jugend und Familie. Und im Prozess der Kirchenentwicklung geben es eine Doppelspitze mit Regens Christof May und Frau Juliane Schlaud-Wolf.

8 KOMMENTARE

  1. Die katholischen Bistümer können mich schon lange Zeit am Abend besuchen, ich habe mit dieser Altherrenrunde, denen rückständige Damen immer noch buckelnd in den Hintern kriechen, NIX mehr zu tun.Von mir kriegen die auch keinen Pfennig mehr.

  2. Frauenquote, Genderwahnsinn, was ist das nur ein purer Quatsch, demnächst kommt noch die D Quote ( D für Divers) Ein Unternehmen soll sich für den Besten, zu ihm passend entscheiden. Ein Sparkassenangestellter also männlich oder&%§“§%?????? in Rock und Bluse ist für mich nicht hinnehmbar, als Divers oder als Mann. Hoffentlich hört dieser Unfug bald auf.

    • Sie schreiben doch selbst, ein Unternehmen soll sich für den Besten entscheiden. Gleichzeitig würden Sie einen Mann in Rock und Bluse nicht hinnehmen – warum nicht, wenn er der Beste war? Und zurzeit sind weniger als ein Drittel aller Führungspositionen von Frauen besetzt. Glauben Sie wirklich, dass Frauen in mehr als zwei Drittel der Fälle SCHLECHTER sind? Kaum vorstellbar, oder?

  3. Traue keinen Männern in Frauenkleidern. In allen Religionen wird diese getragen, scheint die gute Luft von unten nach oben nicht immer so im Gehirn anzukommen. Über diese Lemminge, lacht man bestens. Die machen ihr Geschäft mit Religion, ich finde das gehört verboten und zwar alle Religionen. Die Wissenschaft weiss, dass das Universum vor ca. 14000 000 000 Jahren entstand, aus einem Atom welches expandierte. Vor 4500 000 000 Jahren entstand die Erde, sie wird noch 4500 000 000 Jahre bestehen und da braucht es keinen Gott um sich zu bekriegen welche Religion jetzt Recht hat. Wenn man tot ist ist es wie vor der Geburt. NIX, gar nichts, Null, nicht mal schwarz, es ist vorbei, Null komma Null und diese Menschen machen die halbe Welt verrückt, mit Dogmen und Unwahrheit. Es gibt keinen Jahwe, Gott, Allah. Kirche ist ein Geschäft mit dem Menschen weil er Angst hat zu sterben. Dieser Peter schreibt immer Malu Dreyer lügt uns an, ich behaupte die Kirche lügt uns an und das Jahrhunderte. Ich wünsche Ihnen alles Gute Herr Ackermann

    • Sie sagen die Wahrheit: Der Mensch hat Angst vor dem Tod. Aber Religionen verbieten? NIEMALS! Natürlich ist jedes Götzenanbeten geistig behindert, aber wenn Behinderte diesen einen emotionalen Anhaltspunkt namens Religion teilen, ist die Behinderten-Horde immerhin ein bisschen berechenbar.

      In unserer Religion reden wir uns immer wieder ein, dass wir wiedergeboren werden. Nix Gott. Wenn man weniger Angst vor dem Tod hat, geht man lockerer durchs Leben und es gelingen einem mehr Sachen. Man erreicht mehr, wenn man nicht so verkrampft ist. Torschlusspanik lässt einen bloß stolpern.

      An ein höheres Wesen glauben wir auch alle, selbiges würden wir zusammen mit der Nasa suchen gehen, aber nie und nimmer in einer Kirche/Synagoge/Moschee.

  4. „Katholische Bistümer setzen auf Frauen in Leitungsjobs“

    Dann ist die Stelle als Papst sicher auch verfügbar!?

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