Saarland springt in Studie zum Bildungswesen nach vorne

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In den Berufsschulen in Rheinland-Pfalz sind viele Lehrer Quereinsteiger.

Bildquelle: Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv

SAARLAND. Das Saarland hat im Bildungsvergleich der Bundesländer in den vergangenen sechs Jahren den größten Sprung nach vorne gemacht: Es steigerte sich von damals Platz 15 (Monitor 2013) auf jetzt Platz 4, geht aus dem Bildungsmonitor 2019 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hervor.

Die Studie hob besonders hervor: Nur wenige Schüler wiederholten hier eine Klasse, die Bildungsausgaben je Grundschüler seien hoch und die Grundschulen wiesen eine gute Schüler-Lehrer-Relation auf. Außerdem gebe es im Saarland eine hohe Habilitations- und Promotionsquote – und der Einfluss der sozialen Herkunft der Schüler auf ihre Bildung sei gering.

Besser werden könnte das Saarland aber bei der beruflichen Bildung, hieß es in den Ergebnissen zum Bildungsvergleich der Länder. So gebe es nur wenig hochqualifiziertes Personal an Kitas, an beruflichen Schulen würden wenige Schüler in Fremdsprachen unterrichtet und Fortbildungsquoten bei jungen Erwachsenen seien eher gering. Zudem sieht der Monitor Nachholbedarf bei der Digitalisierung im Bereich der Schulen allgemein. Der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen sollte – wie auch bundesweit – zügig umgesetzt werden.

Im Saarland kommen rechnerisch 13,3 Schüler auf einen Lehrer – dies sei der zweitbeste Wert aller Bundesländer. Auch in Kindergärten, der Sekundarstufe 1 (Klasse 5 bis 10) und an Teilzeit-Berufsschulen seien die Betreuungsrelationen besser als im Bundesschnitt, hieß es. Die Bildungsausgaben je Grundschüler lagen mit 6600 Euro leicht über dem deutschlandweiten Schnitt von 6200 Euro. Und bei der Forschung: Bei vier abgeschlossenen Habilitationsverfahren pro 100 Professoren erreicht das Saarland den zweitbesten Wert nach Bayern.

Die INSM ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Im Bildungsvergleich der Länder 2019 liegt Sachsen auf Platz eins, gefolgt von Bayern (Platz zwei) und Thüringen (Platz drei).

1 KOMMENTAR

  1. Ich muss mal kurz in den Keller zum lachen…
    Natürlich wiederholen im Saarland nur wenige Schüler eine Klasse. Das dürfte wohl damit zusammenhängen, dass man an Gemeinschaftsschulen bis zur Klassenstufe 8 per Definition nicht sitzen bleiben kann. Zumindest nicht aufgrund ungenügender Leistungen.
    Die Erziehungsberechtigten können jedoch dafür sorgen, dass ein Jahr wiederholt werden muss. Da aber heutzutage jede(r) meint das tollste und intelligenteste Kind zu haben dürfte diese Möglichkeit wohl eher theoretischer Natur sein.

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