Polizeipräsident: Strafantrag nach Rassismus-Vorfall

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MAINZ. Der Mainzer Polizeipräsident Reiner Hamm hat nach rassistischen Beleidigungen gegen zwei Beamte einen Strafantrag deswegen angekündigt. «Das ist vollkommen inakzeptabel. Wir werden in solchen Fällen immer wieder die Justiz bemühen», sagte Hamm am Montag in Mainz. Anlass war ein Vorfall vom 17. Juli auf dem belebten Bahnhofsvorplatz. Zugleich appellierte er an die Bürger: «Rassismus hat in der gesamten Gesellschaft nichts verloren.»

Die Streifenbeamten – ein 29-Jähriger mit türkischen und eine 27-Jährige mit afro-amerikanischen Wurzeln – waren nach eigenen Worten an diesem Tag auf einen Mann aufmerksam geworden, der sich lautstark mit seiner Partnerin gestritten hatte. Als sich die Polizisten näherten, habe er diese vor einer Menschenmenge beleidigt – auch mehrfach rassistisch. Dem 25-Jährigen droht jetzt eine Geldstrafe wegen Beleidigung. Der Mann habe erst beruhigt werden können, als Verstärkung für die Polizei eingetroffen sei.

Beleidigungen seien im Polizeiberuf inzwischen recht häufig, rassistische allerdings nicht, betonte Hamm. Allerdings: «Der Satz, Sie kontrollieren mich nur, weil ich Ausländer bin, kommt oft vor», berichtete die betroffene Beamtin, die inzwischen bei der Polizei in Frankfurt arbeitet. Auch gebe es immer wieder Männer mit muslimischem Hintergrund, die ihr nicht die Hand geben wollten oder sie als Frau ignorierten. Ihr Kollege berichtete, er werde gelegentlich von Bürgern mit Migrationshintergrund als «Verräter» dargestellt.

Fast 1500 Polizeibeamte gehören zum Präsidium in Mainz, davon ungefähr 80 mit ausländischen Wurzeln. «Sie decken fast 30 Nationen ab, die irgendwann mal in ihrer Familie eine Rolle gespielt haben», sagte Hamm. Bei den Einstellungen hätten etwa 15 Prozent einen Migrationshintergrund.

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