Das Ende naht – Kühlturm des AKW Mülheim-Kärlich verschwindet bald

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Die Luftaufnahme zeigt den Kühlturm des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich während des Abrisses. Foto: Thomas Frey/apa-Archivbild

MÜLHEIM-KÄRLICH. In wenigen Tagen wird der einst über 160 Meter hohe Kühlturm des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich gänzlich verschwunden sein. Voraussichtlich am Freitag kommender Woche (9. August) soll das einst von weithin sichtbare Konstrukt in sich zusammenstürzen, wie der einstige Betreiber, der Energiekonzern RWE, bei einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend in Mülheim-Kärlich ankündigte.

Das AKW am Rhein nördlich von Koblenz wird seit 2004 zurückgebaut. Der Kühlturm war mal höher als der Kölner Dom. Seit Juni 2018 hatte ihn ein eigens dafür konstruierter, ferngesteuerter Abrissroboter regelrecht von oben her abgeknabbert, mit Hilfe einer Zange mit Zacken. Mittlerweile ist der Roboter RWE zufolge von der dünnen Betonwand des Kühlturms genommen worden – weil für ihn im unteren Teil unter anderem die Neigung des Baus zu groß geworden war.

Noch misst der Turm rund 80 Meter Höhe, hinzu kommen am Boden etwa zwölf Meter hohe Stützen. Damit der Turm fällt, wird er geschwächt, wie RWE-Sprecherin Dagmar Butz erläuterte. Dafür würden an festgelegten Stellen Schlitze in die Schale gesägt. Am 9. August werde ein ferngesteuerter Bagger einige Stützen wegnehmen, so dass der Bau unter seinem eigenen Gewicht zusammenstürze.

Rückblickend habe der Abrissroboter trotz Anlaufschwierigkeiten gut funktioniert, sagte Butz. Auch der Verkauf von Teilflächen des AKW-Geländes kommt voran. Ein größeres Areal sei an eine Koblenzer Kranfirma veräußert worden, eine andere kleinere Fläche sei ebenfalls weg. Der Verkauf eines dritten Areals sei kurz vor dem Abschluss.

Das AKW Mülheim-Kärlich hat mal umgerechnet 3,5 Milliarden Euro gekostet. In Betrieb war es nur 13 Monate lang, 1988 ging es nach einer Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom Netz. Bei den Planungen war die Erdbebengefahr nicht ausreichend berücksichtigt worden. Für den Abriss veranschlagt RWE rund eine Milliarde Euro.

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