Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Region – Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

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Bildquelle: Franziska Kraufmann / dpa-Archiv

REGION. Im Laufe des Monat Juli ist die Arbeitslosigkeit in der Region Trier saisonbedingt angestiegen. Seit Juni hat sich die Arbeitslosigkeit um 626 Personen auf 9.755 erhöht. Dies ist, nach dem stetigen Rückgang der letzten Monate, ein Anstieg um 6,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent angestiegen. Mit 5.027 gemeldeten Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften nach wie vor hoch.

Der Arbeitsmarkt zeigt in diesem Monat wieder seine vielen Facetten. Saisonbedingt steigt die Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten, insbesondere in den Sommerferien, im Vergleich zu den Vormonaten an. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer hat verschiedene Ursachen. Zum einen warten viele Unternehmen mit den Neueinstellungen bis zum Ende der Sommerferien, andererseits beenden viele Schüler und Auszubildende in diesen Wochen die Schule bzw. die Ausbildung“, weiß Heribert Wilhelmi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier. Insbesondere die jungen Menschen unter 25 Jahren, die sich nach Abschluss einer Ausbildung und fehlender bzw. verzögerter Anschlussbeschäftigung arbeitslos melden müssen, haben momentan einen großen Einfluss auf den regionalen Arbeitsmarkt. Seit Juni sind 271 Jüngere unter 25 Jahren mehr arbeitslos, das ist ein Anstieg um 23,5 Prozent. Dies beeinflusst auch das Verhältnis von Zu- und Abgängen auf den Arbeitsmarkt, das ohne diesen Effekt der Jüngeren nicht so groß wäre. Betrachtet man die einzelnen Kreise im Bezirk der Agentur für Arbeit zeigen sich bei der Gruppe der jüngeren Arbeitslose sehr unterschiedliche Ausprägungen des Phänomens. In der Stadt Trier und den Kreisen Bitburg-Prüm sowie Trier-Saarburg liegt der Anstieg zwischen 20 und 25 Prozent. Der Kreis Bernkastel-Wittlich, der am stärksten unter dem Fachkräftemangel in der Region leidet, ist mit einem Anstieg von 42 Prozent unangefochtener Spitzenreiter, wohingegen der Vulkaneifelkreis lediglich 4,8 Prozent mehr Arbeitslose unter 25 Jahren verzeichnet.

Die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen reduziert sich, teilweise entgegen der Entwicklung der Gesamtarbeitslosigkeit, kontinuierlich. Mit 2.226 Langzeitarbeitslosen ist der Bestand so gering, wie in keinem Juli seit Beginn der Dokumentation der Langzeitarbeitslosigkeit im Jahr 2007. Dazu tragen auch die neuen Instrumente die durch das sogenannte Teilhabechancengesetz im Januar dieses Jahres eingeführt wurden bei. In bisher 45 Fällen konnten durch die sogenannte „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ und die „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ langzeitarbeitslose Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden indem sie wieder einen Weg auf den Arbeitsmarkt gefunden haben.

Der Ausbildungsmarkt in der Region Trier
Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich nach wie vor eine hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für neue Auszubildende. Die Unternehmen der Region haben der Agentur für Arbeit Trier bis Juli 4.477 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Damit sind momentan 509 Ausbildungsstellen mehr gemeldet als zum gleichen Zeitpunkt im Ausbildungsjahr 2017/2018. Für interessierte Jugendliche stehen davon noch 1.800 als freie Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die meisten Angebote gibt es für Berufe in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, wie beispielsweise Berufe der Energietechnik oder im Metallbau. Auch Berufe im kaufmännischen Bereich bzw. aus dem Tourismus, wie Verkäuferin bzw. Verkäufer oder Hotelfachfrau bzw. Hotelfachmann, werden stark nachgefragt. Diesem hohen Angebot an Ausbildungsstellen stehen momentan 2.885 vorwiegend junge Menschen unter 25 Jahren gegenüber, die eine Ausbildungsstelle suchen. 1.207 dieser Bewerber für Berufsausbildungsstellen haben bereits eine Ausbildungsstelle gefunden, 592 junge Menschen suchen noch. Die meisten Ausbildungssuchenden interessieren sich, ähnlich der angebotenen Ausbildungsstellen, für Produktions- und Fertigungsberufe sowie Berufe in den kaufmännischen Dienstleistungen und dem Handel. Für alle Jugendlichen, die überlegen noch in diesem Jahr eine Ausbildung zu beginnen ist also die Zeit gekommen, sich spätestens jetzt an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Trier zu wenden (Kontakt per Mail an Trier.Berufsberatung@arbeitsagentur.de oder telefonisch 0800 4 5555 00) um gemeinsam eine passende Ausbildungsstelle zu finden.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
In der Region Trier zählte die Agentur für Arbeit Trier im Juli 9.755 Arbeitslose. Somit sind 626 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als noch im Juni. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent angestiegen. Im Juli des vergangenen Jahres waren 214 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als in diesem Jahr. Dies entspricht einem Anstieg um 2,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote bleibt jedoch im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Mehr Abgänge als Zugänge weisen auf eine sinkende Arbeitslosigkeit hin. 3.150 Menschen haben sich im Juli arbeitslos gemeldet, 2.511 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer, Ausländer und Langzeitarbeitslose
5.301 der Arbeitslosen sind Männer, 4.454 Frauen. Unter den insgesamt 9.755 Arbeitslosen befinden sich 1.424 Jüngere unter 25 Jahren, 2.249 Ältere ab 55 Jahren sowie 2.230 Ausländer und 2.226 Langzeitarbeitslose. Die Arbeitslosigkeit ist für alle Personengruppe seit dem vorherigen Monat angestiegen.

Stellenangebote
Das Angebot an freien Stellen in der Region Trier befindet sich mit 5.027 Angeboten weiterhin auf hohem Niveau. Der Bestand an Arbeitsstellen hat sich seit Juni um 322 bzw. 6,0 Prozent reduziert. Seit Juli 2018 hat sich die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen um 0,6 Prozent, umgerechnet 30 Stellen, erhöht. Die meisten Stellenausschreibungen gibt es in der Zeitarbeit (wo die Fluktuation generell hoch ist) mit 1.246 Angeboten, im verarbeitenden Gewerbe mit 696 freien Jobs und im Handel mit 567 Angeboten.

Unterbeschäftigung
Wer an einer Qualifizierung teilnimmt oder erkrankt ist, wird während dieser Zeit laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zusätzlich zu den Arbeitslosen unter anderem all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Laut aktueller Datenbasis lag im Juli die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier bei 13.241 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote ist seit Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent gestiegen. Im Juli letzten Jahres lag diese ebenfalls bei 4,5 Prozent.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier
Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Trier ist im Juli, nach einem leichten Rückgang im letzten Monat, um 205 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Juli des letzten Jahres liegt die Arbeitslosigkeit um 424 Personen höher. Die Arbeitslosenquote ist seit Juni um 0,3 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent gestiegen. Im Juli des vergangenen Jahres lag die Quote bei 4,6 Prozent.

In der Stadt Trier sind 1.827 der Arbeitslosen männlich, 1.326 weiblich. Unter allen 3.153 Arbeitslosen befinden sich 518 Jüngere unter 25 Jahren, 535 Ältere über 55 Jahren und 921 Ausländer. 587 Menschen waren länger als ein Jahr arbeitslos. In den Wochen des Julis haben sich 1.077 Menschen im Stadtbezirk arbeitslos gemeldet, 877 haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.

Landkreis Bernkastel-Wittlich
Im Kreis Bernkastel-Wittlich ist die Arbeitslosigkeit im Juli um 5,5 Prozent angestiegen. Mit 1.814 arbeitslosen Menschen sind es 95 Personen mehr als noch im Juli. Seit Juli 2018 ist die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 74 Menschen bzw. 3,9 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,9 Prozent aktuell um 0,2 Prozentpunkte über der des Junis. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote um 0,1 Prozentpunkte.

In den letzten vier Wochen mussten sich 612 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Bernkastel-Wittlich arbeitslos melden, 515 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 955 der insgesamt 1.814 Arbeitslosen sind Männer, 859 sind Frauen. Darunter befinden sich 257 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 545 Arbeitslose, die älter als 55 Jahre sind, 370 Ausländer und 442 Langzeitarbeitslose.

Eifelkreis Bitburg-Prüm
Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Arbeitslosigkeit im Juli saisonal angestiegen. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist von Juni auf Juli um 131 auf 1.346 angestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind jedoch 29 Personen weniger arbeitslos. Dies ist ein Rückgang um 2,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Juli 2018 bei 2,6 Prozent.
Unter den aktuell 698 arbeitslosen Männern und 648 arbeitslosen Frauen befinden sich 184 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 330 Ältere ab 55 Jahren, 303 Ausländer und 291 Langzeitarbeitslose. 346 Menschen konnten im Juli ihre Arbeitslosigkeit beenden, 482 Personen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.

Kreis Vulkaneifel
Die Arbeitslosigkeit in der Vulkaneifel ist im Monat Juli um 5,2 Prozent angestiegen, und zwar um 62 auf 1.257 Arbeitslose. Damit liegt die Arbeitslosigkeit weiterhin – mit einem Rückgang um 56 Personen – unter dem Niveau des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote steigerte sich Vergleich zum Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent und verringerte sich im Vergleich zum Juli 2018 um 0,2 Prozentpunkte.

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