Ja ist es denn ein Wunder? Kirchen verlieren weiter Mitglieder: Ernüchterung

Auch im Jahr 2018 haben sich wieder viele Menschen von der katholischen und der evangelischen Kirche abgewendet. Kirchenleute nennen die Zahlen schmerzhaft - und suchen nach Ursachen.

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Kirchenmitglieder. Foto: Matthias Balk/ dpa-Archiv

BONN. Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland verlieren weiter Mitglieder – das wird auch im katholisch geprägten Saarland spürbar. Nach den neuen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz vom Freitag lebten Ende 2018 knapp 563 000 Katholiken im kleinsten deutschen Flächenland.

Ein Jahr davor waren es noch etwa 573 000 Katholiken gewesen. Ein ähnliches Bild bietet sich bei dem evangelischen Kirchen. Insgesamt lebt knapp eine Million Menschen im Saarland.

Rund 4900 Saarländer kehrten der katholischen Kirche im Jahr 2018 den Rücken, registriert wurden laut Statistik auf der anderen Seite nur 24 Eintritte und 136 Wiederaufnahmen. Die Zahl der Katholiken in Deutschland sank im vergangenen Jahr um gut 300 000 auf 23 Millionen.

Als Grund für die bundesweit gestiegene Zahl der Austritte nannte die Deutsche Bischofskonferenz unter anderem die Diskussion über eine im September 2018 veröffentlichte Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche. «Viele glauben uns nicht mehr, dass wir konsequent und entschlossen gegen Täter vorgehen», sagte der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer.

Die Zahl der Gläubigen sinkt seit Jahren in beiden Kirchen, unter anderem wegen der Bevölkerungsentwicklung, aber auch wegen Austritten. Hier die Entwicklung in den einzelnen Bistümern und Landeskirchen mit Gebieten im Saarland:

Das BISTUM TRIER, dessen Gebiet sich auch über weite Teile des Saarlands erstreckt, zählte Ende 2018 etwa 1,34 Millionen Katholiken. Das waren rund 22 100 weniger als ein Jahr zuvor. «Es schmerzt sehr, dass so viele die Erfahrung machen, dass Kirche sie in ihren konkreten Lebensumständen nicht mehr anspricht», kommentierte der Trierer Generalvikar Ulrich Graf die Zahlen. Haltungen, Arbeitsweisen, aber auch Strukturen müssten verändert werden. Auffällig hoch war auch im Bistum Trier die Zahl der Austritte mit rund 10 100, im Jahr 2017 waren es rund 8000 gewesen. 317 traten im Bistumsgebiet andererseits wieder in die katholische Kirche ein, zudem gab 84 weitere Eintritte.

Die Zahl der Katholiken im BISTUM SPEYER, das kleinere Gebiete im Saarland hat, sank im Vorjahresvergleich um rund 9000 und lag Ende 2018 bei rund 518 600 Gläubigen. Für Generalvikar Andreas Sturm zeigt sich in der Zahl von rund 5250 Austritten auch der Vertrauensverlust durch den Missbrauchsskandal. Die Quote der Gottesdienstbesucher ist ebenfalls weiter rückläufig. Vertrauen sei nur durch eine konsequente Aufarbeitung und einen Kurs der Reformen und der kirchlichen Erneuerung wieder zu gewinnen, sagte Sturm. Das gehe jedoch sicher nicht von heute auf morgen.

2 KOMMENTARE

  1. Selbst Schuld, wer mit Schleusern (NGO) zusammen Arbeitet und diese noch aus Kirchensteuern Unterstützt darf sich auch nicht wundern wenn die Leute Austreten. Aber noch jaulen und mit dem Körbchen beim Gottesdienst rumlaufen. Ich schäme mich jemals Getauft, die Kommunikation und Firmung gemacht zu haben und überall hat die Kirche mit Abkassiert. Von mir gibt es nichts mehr.

  2. Bin auch letzten Monat aus der ev. Kirche ausgetreten, weil sie auf dem Kirchentag politisch Partei gegen uns ergriffen haben. Ich spare ab sofort mindestens 20 EUR jeden Monat, man schaue auf seine Gehaltsabrechnung.
    Man geht mit Personalausweis aufs Standesamt am Domfreihof (beim Walderdorffs) und bezahlt 30 EUR einmalige Gebühr, fertig.
    Öffnungszeiten Standesamt: Mo-Fr 8.30-12 Uhr; Mittwoch zusätzlich 14-17 Uhr. Einfach ohne Termin hingehen, der Beamte ist routiniert und war sehr freundlich.

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