AfD-Landesvorsitzender: Talkshow-Auftritt von Junge schlägt hohe Wellen

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Bildquelle: wikimedia

Schon die Einladung der Sendung «hart aber fair» an den rheinland-pfälzischen AfD-Landesvorsitzenden sorgt für Kritik. Nach einem Tweet des Senders zum Umgang mit der AfD kündigt deren Fraktion in Mainz «parlamentarische Initiativen» an.

Ein Auftritt des AfD-Landesvorsitzenden Uwe Junge in der ARD-Talkshow «hart aber fair» hat eine Debatte über das Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und der rechtspopulistischen Partei ausgelöst. Dazu trugen auch zwei Tweets aus dem Sender bei.

Nach kritischen Reaktionen über die Einladung an Junge twitterte Das Erste am Montag: «Die Redaktionen der Talksendungen bemühen sich insbesondere, AfD-Vertreterinnen kein Forum für ihre Zwecke zu bieten. Je nach Thema ist es aber von Fall zu Fall nötig, AfD-PolitikerInnen selbst zu Wort kommen zu lassen.» Daraufhin reagierte die Leiterin der Zuschauerredaktion bei das Erste in München, Sabine Knott, ebenfalls auf Twitter: «Dieser Tweet war leider nicht mit der Redaktion von «hart aber fair» abgestimmt. Dafür entschuldigen wir uns. Wir betonen, dass bei uns für alle Parteien dieselben Standards gelten. Im Übrigen entscheidet jede Redaktion für sich, wen sie zu welchem Thema einlädt.»

Das Thema der Sendung mit Moderator Frank Plasberg lautete «Aus Worten werden Schüsse: Wie gefährlich ist rechter Hass?» Anlass war die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) am 2. Juni. Junge wies darauf hin, dass er selbst vor drei Jahren in der Mainzer Innenstadt körperlich attackiert wurde und sagte, dass seine Partei gegen Rechtsextremisten in den eigenen Reihen vorgehe.

Weitere «hart aber fair»-Gäste waren der Innenminister aus Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), Irene Mihalic von den Grünen, der Journalist Georg Mascolo und der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler. Mihalic hielt Junge einen Tweet vom Dezember 2017 vor, in dem dieser davon sprach, dass «wir alle Ignoranten, Unterstützer, Beschwichtiger, Befürworter und Aktivisten der Willkommenskultur im Namen der unschuldigen Opfer zur Rechenschaft ziehen werden».

Der medienpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion in Mainz, Joachim Paul, erklärte am Dienstag in einer Pressemitteilung, der Tweet von Das Erste sei ein «Eingeständnis der politischen Parteilichkeit». Paul forderte eine Erklärung des SWR und kündigte «entsprechende parlamentarische Initiativen» an.

Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Daniel Stich schrieb auf Twitter: «Mit einem wie Uwe #Junge über die tödlichen Folgen des rechten Hasses zu reden, ist Irrsinn. Da macht man den Bock zum Gärtner.»

1 KOMMENTAR

  1. Herr Junge hat sich in dem Tribunal gut gehalten. Wenn sogar der SPD-Generaldaniel meint, es ist Irrsinn, seine ideologischen Scheuklappen für auch nur ein Gespräch einmal zu öffnen… Lieber Herr Stich, immerhin haben dadurch einige Packbürger Ihren überteuerten Staatsfunk seit längerem erstmals wieder eingeschaltet.

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