Tonnen sind jetzt smart
 – Identsystem für Restabfall kommt ab 2020

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Symbolbild "Mülltonnen"

Bildquelle: wikipedia

TRIER. Ab dem 01.01.2020 führt der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) für die Abfuhr von Restabfall ein Identsystem ein. Hierfür wurden im Mai und Juni 2019 alle Restabfallbehälter in der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg mit Transpondern (Chips) ausgestattet.

In 71.000 Haushalten wurden in den vergangenen Wochen 92.000 Behälter mit einem Chip ausgestattet. „Diese Umrüstung war eine echte Mammutaufgabe. Durch die tolle Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger konnte das beauftragte Unternehmen die vorgesehenen Zeitpläne weitestgehend einhalten und das Projekt wie geplant umsetzen.“ bedankt sich der Projektleiter und stellvertretende Verbandsdirektor Sebastian Lorig bei allen Beteiligten.

Wo findet man seinen Chip?
Ob ein Behälter gechippt wurde, zeigt der „Chip OK“ Aufkleber auf dem Deckel der Tonne. Zudem befindet sich seitlich am Behälter ein Barcodeaufkleber, der die eindeutige Zuordnung zum Grundstück ermöglicht.

Wer seinen Chip am Behälter sucht, muss je nach Behältertyp an zwei unterschiedlichen Stellen nachsehen. Bei den meisten Behältern handelt es sich um einen runden grünen Chip, der unter dem vorderen Behälterrand eingebaut wurde. Insbesondere bei älteren Behältern musste jedoch ein sogenannter „Stiftsockeltransponder“ in den vorderen Behälterrand geschossen werden, da diese Behälter noch nicht über ein „Chipnest“ verfügen. Diese Art des Transponders ist an einem kleinen schwarzen Knopf auf dem Behälterrand zu erkennen.

Was geschieht mit Behältern ohne Chip?
Am Ende der Umrüstung rechnet der A.R.T. noch mit 1-2% Restbehältern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mit einem Chip ausgestattet werden konnten. Einzelne Behälter wurden mehrfach nicht bereitgestellt, andere Behälter konnten nicht zugeordnet werden. Für diese Einzelfälle wird der A.R.T. auch nachträglich versuchen, einen Chipeinbau durchzuführen. Denn ohne Chip ist die Leerung des Behälters ab Januar 2020 nicht mehr möglich. Die Technik in den Sammelfahrzeugen bricht den Leerungsvorgang bei Behältern ohne Chip dann automatisch ab.

Nicht bechippte Behälter können unter 0651-9491 1212 bei den Mitarbeitern des A.R.T. gemeldet werden. Die Nachrüstung wird dann unkompliziert und kostenlos nachgeholt.

Was steckt hinter dem neuen System?
„Anreize zur Ressourcenschonung sind ein sehr wichtiges Anliegen für uns.“ so Kirsten Kielholtz, Pressesprecherin des A.R.T. „Der verantwortungsbewusste Umgang mit Wertstoffen und die Verankerung der Abfallvermeidung im Bewusstsein der Menschen sind wesentliche Bausteine für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen. Wir sind davon überzeugt, durch das Identsystem hierfür einen wichtigen Anreiz zu schaffen.“

Zum jetzigen Zeitpunkt kann der A.R.T. noch keine Aussagen zu den sprachfähigen Gebühren im Rahmen des neuen Systems machen. Die zuständigen kommunalen Gremien werden sich dieser Thematik erst im August/September 2019 – nach ihrer Neukonstitution in Folge der Kommunalwahlen – annehmen und Entscheidungen fällen.

Ungeachtet der Höhe der Gebühren werden sich diese ab dem Jahr 2020 in eine Grundgebühr und in Leistungsgebühren aufteilen. Die zukünftige Grundgebühr umfasst weit mehr als die 13 Mindestleerungen des Restabfallbehälters. Darin stecken auch die Abfuhr von Altpapier und Sperrabfall, die Verwertung der Restabfälle in der mechanisch-biologischen Trocknungsanlage, die Kosten für den Betrieb von Wertstoffhöfen und Grüngutsammelstellen, die Nachsorge von Deponien und ein vielseitiges Angebot an Abrufleistungen sowie die Verwaltung inkl. der Kommunikation mit den Kunden – um nur einige der wesentlichen Kostenpunkte zu nennen. Die Bereitstellung all dieser Leistungen ist mit Fixkosten verbunden – unabhängig davon, in welcher Intensität diese in Anspruch genommen werden. Mit den über die Grundgebühr gesicherten Einnahmen können die Grundkosten des Sammelsystems finanziert werden.

„Selbstverständlich sind wir als öffentlich-rechtlicher Entsorger unverändert bestrebt, unsere Leistungen möglichst günstig anzubieten.“ versichert Kielholtz „Da wir keinerlei Gewinnabsicht verfolgen, sondern im Sinne der Bürger lediglich kostendeckend arbeiten, ist eine entsprechende Kalkulation auch die Basis der künftigen Abfallgebühren. Ein kundenorientiertes Serviceangebot im Sinne einer verantwortungsvollen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft ist unser wichtigstes Anliegen.“

Weitere Informationen zum Identsystem und der Umrüstung gibt es auf www.art-trier.de/diesmartetonne oder telefonisch unter 0651-9491 1212.

3 KOMMENTARE

  1. Dieses System mit dem „rausstellen der Tonnen damit sie abgeholt werden“ wird an manchen Stellen (wie bei uns) noch richtig nervig werden.
    An vielen Stellen stehen die Tonnen auf Grundstücksflächen die direkt am Bürgersteig liegen. Bei uns z.B. hat die Müllabfuhr bisher die 8 Restmüll-Tonnen direkt von dort geholt und entleert.
    Wenn man sie jetzt alle 2 Wochen auf den Bürgersteig „raustellen“ muss (Tonnen sind bei uns nach 2 Wochen voll, 15 Mietparteien teilen sich wild durcheinander 8 Mülltonnen), Ist der schmale Bürgersteig an der Stelle fast nicht mehr benutzbar. Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer kommen dann Abends und Morgends kurz vor der Leerung nicht mehr vorbei.

  2. diese Änderung stellt für Mieter eine ganz enorme Nebenkostenerhöhung dar, still und leise hat die ART die Gebühren erhöht, kein Aufschrei ist bislang erfolgt.
    2020 sind 13 Leerungen genauso teuer wie die 26 Leerungen dieses Jahr, ab der 14.Leerung kostet es mehr. In einen EFH mag das noch funktionieren, der Eigentümer schränkt sich ein, um Müllgebühren zu sparen, in einem MFH wird das nie funktionieren. Also stehen die Tonnen alle 14 Tage zur Leerung an der Straße, die Müllgebühren verdoppeln sich fast.
    Auch wenn das Miethaus 4 Tonnen hat und es werden nur 2 Tonnen rausgestellt, fällt die komplette Gebühr für die 4 Tonnen an!
    Alle unsere Parteien im Stadtrat haben wieder mal geschlafen und die Gebührenerhöhung durchgewunken.

  3. Wenn die Tonnen auch noch gewogen werden, sind die Katzenbesitzer aber schwer im Nachteil.Auch die Leute mit Babys (Windeln) Mir gefällt die neue Regelung nicht.

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