„Christophel“: Schröder gibt Restaurant auf – Hotel läuft weiter

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TRIER. Für viele Trierer ist es eine Institution – mit sehr langer Tradition. Das Hotel-Restaurant „Zum Christophel“ an der Porta Nigra steht seit 1898 für gastronomische Qualität. Der Restaurant-Betrieb wird nun aber voraussichtlich zum 31. Dezember eingestellt. Die Immobilien-Firma „Gilbers & Baasch“ hat die Vermarktung des Objektes übernommen. Pächter Markus Schröder (40) will sich ganz auf seine Hotels konzentrieren.

Das Objekt an der Porta, 1898 von einem Pferdebahnbesitzer erbaut, gehört zur Unternehmsgruppe der „Radeberger Brauerei“ (Radeberg-Dresden) und damit zum Weltkonzern der „Dr. August Oetker KG“, der 1978 die ehemalige „Binding-Brauerei“ und damit auch den ursprünglichen Besitzer, die Trierer „Caspary-Brauerei“, übernommen hatte.

Vor fünf Jahren zog der Trierer Hotelier Markus Schröder in den „Christophel“ als Pächter ein. Der 40-jährige Unternehmer betreibt ferner erfolgreich das „Stadtwald-Hotel“ am Gillenbach. Seit dem 1. Juli ist ein drittes Standbein hinzugekommen. „Schröders Appartement Hotel“ auf dem Petrisberg hat den Betrieb aufgenommen. Dort bietet Schröder 18 Appartements und Suiten an – inklusive Frühstücksservice, allerdings ohne Restaurant. Mit seiner Idee vom „Wohnen auf Zeit“ will Schröder Kurzurlauber ebenso ansprechen wie Geschäftsreisende, die längerfristig in Trier bleiben.

„Ich möchte mich auf mein Kerngeschäft konzentrieren“, sagte der 40-Jährige am Montag gegenüber lokalo. „Und das ist eben das Hotel-Geschäft.“ Soll heißen. Er wird sich zum 31. Dezember aus dem Restaurant im „Christophel“ zurückziehen. Der Betrieb sei aus mehreren Gründen in dieser Form nicht mehr rentabel. „Wie es dann dort weitergeht, weiß ich nicht“, so Schröder. „Vielleicht kommt ja wieder ein Restaurant hinein, aber das ist wohl noch offen.“ Den Hotelbetrieb im traditionsreichen Haus mit insgesamt elf Zimmern wird der Unternehmer allerdings fortführen. „Weil das ja in unser Konzept von ‚Schröder-Hotel‘ passt.“

Gerüchten, wonach auch die „Bitburger Braugruppe“ Interesse an dem Betrieb bekundet haben soll, trat am Montag ein Firmensprecher entgegen. „Das Hotel ‚Zum Christophel‘ ist ein attraktives Objekt. Gerne bieten wir den zukünftigen Betreibern unsere Unterstützung an. An einer direkten Anmietung ist die Bitburger Braugruppe aber nicht interessiert“, sagte Michael Stumpf, Regionaler Verkaufsdirektor der „Bitburger Braugruppe“, auf Anfrage unserer Redaktion.

Jetzt vermarktet die Immobilien-Firma „Gilbers & Baasch“ den „Christophel“ neu. Auf seiner Firmen-Website bewirbt das Unternehmen das Objekt als „Laden“ und „Einzelhandelsfläche in 1A-Lage in unmittelbarer Nähe zur Porta Nigra“. Höhe der Miete: 7.900 Euro pro Monat. Ein Firmensprecher bestätigte am Montag gegenüber lokalo, dass es bereits Interessenten für das Objekt gebe.

Seine Mitarbeiter aus dem Restaurant will Schröders übrigens in seine anderen Betriebe übernehmen. „Von meinen festangestellten Kräften wird sicher keine entlassen“, betonte der 40-Jährige. Sie sollen zunächst vom 1. Januar 2013 an sein Team im „Stadtwald-Hotel“ verstärken.

Ungeklärt ist derweil allerdings noch, wer den inzwischen nicht mehr genutzten Abgang zur ehemaligen Fußgänger-Unterführung in unmittelbarer Nähe zum Freisitz des Restaurants schließen wird. Schröder hatte 2010 eine Sondervereinbarung mit der Stadt getroffen, wonach er den Abgang schließt, dafür aber den Biergarten am Hotel erweitern darf. Darüber hatte das Online-Magazin 16vor im November 2010 ausführlich berichtet. Die Stadt hat inzwischen die alten Abgänge auf der gegenüberliegenden Seite zurückgebaut.

„Es könnte besser sein“

Als Betreiber des „Stadtwald-Hotels“ ist Markus Schröder auch von den Baumaßnahmen auf der „Bitburger“ unmittelbar betroffen. Er lebt mit den Einschränkungen für seinen Betrieb, ist aber alles andere als zufrieden mit der aktuellen Lage. „Es könnte wirklich besser sein“, sagt er. Mehrmals hätten sich „verzweifelte Hotelgäste“ bereits telefonisch gemeldet und um Hilfe gebeten. „Einen haben wir dann im Trierer Hafen abgeholt, weil er sich völlig verfahren hatte. Ein belgisches Paar stand mitten in der Baustelle und hat sich geweigert, auch nur einen Meter weiter zu fahren, sollten wir ihnen nicht helfen. Wir haben dann einen Mitarbeiter zu Fuß hingeschickt, um die Leute aus der Lage zu befreien“, berichtet der Hotelier.

Das „à-la-carte-Geschäft“ laufe seit der Sperrung der „Bitburger“ sehr schlecht. Über Wasser halte ihn, dass seine „treuen Kunden ihre Buchungen aufrecht erhalten haben“. „Viele kommen ja mit den Bus, und den Reise-Unternehmen ist es egal, wie sie zu uns fahren.“ Deswegen habe er bisher auch noch keinen Mitarbeiter entlassen müssen. „Gott sei Dank, denn das würde mir wirklich sehr schwerfallen“, betont er. (et)

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