Rundum gesund: Der BMI als Maß aller Gewichtsfragen?

0
Symbolbild

Bildquelle: pixabay

Der BMI gilt als wichtigste Messgröße für ein gesundes Körpergewicht. Was viele nicht wissen: Mittlerweile gibt es Alternativen für die Klassifizierung von Unter-, Normal- und Übergewicht.

Er ist nicht ganz unumstritten: Der BMI wird bereits seit mehr als 20 Jahren als Basis verwendet, um das Gewicht eines Menschen zu klassifizieren. Anhand einer einfachen Formel lässt sich einfach errechnen, ob sich die Person im Normalgewichtsbereich befindet oder ob Unter-, Übergewicht oder gar ein adipöser Zustand vorliegt.

Berechnung des BMI: Körpergröße & -gewicht

Den BMI berechnet man einfach anhand der Formel: Körpergewicht (kg) : Körpergröße (m) ins Quadrat. Anhand des errechneten Wertes lässt sich aus einer Tabelle ablesen, ob Über-, Normal- oder Untergewicht vorhanden ist.

Berechnungsbeispiel: Susanne ist 1,72 m groß und wiegt 78 kg. Für sie ergibt sich ein BMI von 78 : 1,72² = 26,4. Als Frau liegt sie mit einem BMI von 26,4 leicht im Übergewicht.

Tipp: Noch einfacher ermitteln Sie den Wert mit einem BMI Rechner, der nicht nur den Wert errechnet, sondern diesen auch direkt auswertet.

Der Nachteil: Vereinfachte Betrachtung

Das größte Manko des Body Mass Indexes ist die starke Vereinfachung. Es wird lediglich das Körpergewicht zur Größe ins Verhältnis gesetzt. Was jedoch im Menschen drinsteckt, wird dabei nicht berücksichtigt. Ein durchtrainierter Sportler beispielsweise weist aufgrund der großen Muskelmasse ein relativ hohes Gewicht auf und hat daher gemäß BMI-Tabelle mitunter sogar Adipositas – und das selbst dann, wenn er kein Gramm Fett zu viel am Körper hat. Und selbst ganz dünne Frauen können eine ungesunde Fettkonzentration am Bauch und somit ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Deshalb rücken seit einigen Jahren alternative Betrachtungsmethoden in den Fokus.

Die Rolle der Taille: Waist-to-hip-ratio

Entscheidender als ein hohes Körpergewicht ist jedoch die Menge des Hüftspecks, der sich um die Taille sammelt. Deshalb geht man mehr und mehr dazu über, zur Beurteilung von Übergewicht den Bauchumfang zu messen. Zum Vergleich zieht man dann diese Werte heran:

  • Waist-to-hip-ratio (WHR = Taillenumfang in cm : Hüftumfang in cm): = idealer Wert von 0,7 bei Frauen und 0,9 bei Männern, bauchbetontes Übergewicht ab 0,85 (Frauen) bzw. 1,0 (Männer)
  • Bauchumfang: bei Frauen idealerweise weniger als 80 cm, bei Männern weniger als 94 cm; darüber besteht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko

Hat der BMI ausgedient?

Darf man der Forschung Glauben schenken, hat der BMI als objektiver Maßstab tatsächlich ausgedient. Er ist nach wie vor Basis zahlreicher Studien und ermöglicht es Laien, ihr Gewicht relativ zuverlässig einzuschätzen – der durchtrainierte Sportler ist ja eher nicht der Regelfall. Deshalb wird der BMI auch weiterhin Bedeutung haben, wenn es um die Klassifizierung von Unter-, Normal- und Übergewicht geht.

Bild: ©istock.com/Peopleimages

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.