Ausgezeichnet – Neefer Petersberg fasziniert mit Kulturdenkmälern und biologischer Vielfalt

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NEEF. „Zurück zu den Wurzeln“, so beschreibt Naturerlebnisbegleiterin Irmgard Spreier die Idee, den Neefer Petersberg ihres Heimatortes Neef als Leuchtpunkt vorzuschlagen. Seit sie 2016 den Kurs zur Naturerlebnisbegleiterin im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel (DLR Mosel) besucht hat, brennt sie für das Thema Artenvielfalt, aber auch für die Kulturdenkmäler, die die Weinkulturlandschaft an der Mosel ausmachen.

„Wir haben eine tolle Heimat“ möchte Irmgard Spreier an die Einheimischen und die Gäste weitergeben. Vor allem das Bewusstsein der Menschen vor Ort für ihre Landschaft möchte sie stärken und das Thema auch an die zukünftigen Generationen herantragen. Sie sieht den Erhalt der Kulturlandschaft als eine Gemeinschaftsaufgabe, ein „Miteinander, das nur durch Idealisten wie uns möglich ist“. Dazu zählt sie auch die Winzer in Neef, die mitziehen und sich für den Erhalt der Weinberge in den Steillagen einsetzen.

Mit der Unterstützung des Neefer Ortsbürgermeister Harald Franzen und Umweltberaterin Mechthild Haupts, reichte Irmgard Spreier die Bewerbung für den Leuchtpunkt „Neefer Petersberg“ ein. Das Gesamtbild aus Steil- und Steilstlagen, der einzigartigen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, dem Eulenköpfchen als ehemaliges keltisches Höhenheiligtum, der Petersbergkapelle mit dem einzigen noch erhaltenen Höhenfriedhof an der Mosel und der Klosterruine Stuben am Fuße des Petersberg konnte kaum passender zum diesjährigen Motto „Schloss-Berge“ ausgewählt werden.

Im Rahmen des Pfingstfestes der Freiwilligen Feuerwehr Neef kamen vergangenen Samstag neben dem Ortsbürgermeister und den Naturerlebnisbegleitern, der Leiter des DLR Mosel Hubert Friedrich, Landrat Manfred Schnur und Mechthild Esser, die Stellvertreterin des Verbandsgemeindebürgermeisters Karl Heinz Simon zusammen, um Neef als Leuchtpunktgemeinde auszuzeichnen. Auch die Ortsbürgermeister der Nachbargemeinden nahmen teil und zeigten damit, dass die Calmont-Region bei dem Ziel, ihre einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten, an einem Strang zieht.

Zunächst ging es hinauf in die Weinberge, vorbei an den beeindruckenden Steillagen, in denen auch die Familie von Irmgard Spreier einige Weinberge bewirtschaftet, zum neuen Leuchtpunkt. Mit einzigartigem Blick auf das Moseltal wurde die neue Informationstafel enthüllt. Begleitet von den Dudelsackspielern aus Ediger-Eller, überreichte Hubert Friedrich die Leuchtpunkt-Urkunde an Bürgermeister Harald Franzen und Irmgard Spreier.

Innerhalb des Projektes „Lebendige Moselweinberge“ der Regionalinitiative Mosel bildet das DLR Mosel seit 2014 Naturerlebnisbegleiter und Naturerlebnisbegleiterinnen aus. Dabei wird vor allem die einzigartige Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten in der Weinbauregion vermittelt. Zudem werden zwischen 2017-2021 jedes Jahr drei Leuchtpunkte der Artenvielfalt an Ober-, Mittel- und Untermosel ausgezeichnet. Dass in Neef, einer bedeutenden historischen Weinbaulandschaft, ein weiterer Leuchtpunkt ausgezeichnet wird, freut auch DLR Mosel-Leiter Hubert Friedrich. Bereits 2010 hat die Dekade der biologischen Vielfalt begonnen und das Interesse an dem Thema wird immer größer. Bei den „Lebendigen Moselweinbergen“ gehe es darum die Geschichte der Mosellandschaft zu erzählen. „Viele sehen die Landschaft als schön an, aber was ist das Besondere an unserer Landschaft? Das wissen die meisten nicht“, so Hubert Friedrich. Doch das Interesse an der Kulturlandschaft ist groß und daher ist es die Motivation der Naturerlebnisbegleiter, die Menschen zum Erleben der Landschaft anzuleiten und auf die Besonderheiten hinzuweisen. “Bemerkenswert ist das Engagement in der Gemeinde Neef“, stellt Hubert Friedrich begeistert fest.

Ortsbürgermeister Harald Franzen ist besonders stolz auf die neue Auszeichnung für die Gemeinde Neef. Gemeinsam mit Irmgard Spreier enthüllte er die Skulptur auf dem Brunnenplatz als Zeichen des Leuchtpunktes. Für deren Gestaltung hatte sich Harald Franzen besonders ins Zeug gelegt und eigene Ideen eingebracht Auf einem großen Schieferblock in der Mitte der umgestalteten Kelter ist der Mosellauf und das Symbol des Leuchtpunktes abgebildet. Jetzt bildet die Skulptur den Startpunkt des neuen „Leuchtpunkt Wanderweges“. Irmgard Spreier führt mit Begeisterung durch die Neefer Weinberge und kann nun mit Stolz ihre „liebste Stelle an der Mosel“ als Leuchtpunkt der Artenvielfalt präsentieren.

(Text: Madeleine Weyand)

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