Katzenkralle in der Torte und Toxine im Kita-Essen: 2200 Lebensmittelproben mit Mängeln

Mehr als 2200 Proben erfüllten in Rheinland-Pfalz bei Lebensmittel zuletzt nicht die gesetzlichen Vorgaben. Ein schnelleres Analyse-Verfahren soll nun helfen.

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Foto: dpa-Archiv

KOBLENZ. Die Lebensmittelüberwachung in Rheinland-Pfalz hat im vergangenen Jahr etliche Mängel zutage gefördert. Am häufigsten Grund für Beanstandungen gab es bei Zuckerwaren: Fast jede vierte Probe (24,8 Prozent) entsprach nicht den gesetzlichen Vorgaben, wie das Ernährungsministerium und das Landesuntersuchungsamt (LUA) am Mittwoch in Koblenz mitteilten.

Beanstandungsgründe seien laut LUA oftmals fehlende Kennzeichnungen oder irreführende Angaben. Etwa sei bei einem Pistazieneis das hochpotente Allergen «Mandel» nicht angegeben worden. Ansonsten bemängelten die Fachleute unter anderem eine Katzenkralle in einer Schokoladencremetorte eines Hotels.

«Die gute Nachricht: Im vergangenen Jahr gab es keinen größeren Lebensmittelskandal», sagte Ernährungsministerin Höfken. Landesweit hatten Kontrolleure des Landesuntersuchungsamtes (LUA) fast 20 000 Proben untersucht, davon seien 2288 Proben beanstandet worden, teilte das Ministerium mit. Damit habe etwa jede neunte Probe nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprochen. Die Beanstandungsquote von 11,5 Prozent liege damit knapp unter dem Wert des Vorjahres (11,6 Prozent). Als gesundheitsschädlich stuften die Fachleute 26 Fälle ein. Davon habe das LUA in 13 Proben Salmonellen, Listerien oder sogenannte verotoxinbildende E.Coli-Bakterien nachweisen können.

Neben den Ergebnissen der Lebensmittelüberwachung stellte das LUA zudem ein neues Analyse-Verfahren vor. Es wurde entwickelt, nachdem im Herbst vergangenen Jahres mehrere Kita-Kinder eine Lebensmittelvergiftung erlitten hatten. Mit der Methode könne man das gesundheitsschädliche Toxin Cereulid bestimmen, das die Erkrankungen ausgelöst hatte, teilte das Ernährungsministerium mit. Damals war Cereulid in den Käsespätzle eines Caterers festgestellt worden. Laut LUA wurde das Toxin seitdem nicht mehr nachgewiesen.

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