Firmenpleiten fast verdoppelt

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    TRIER. Die Insolvenzzahlen steigen bundesweit moderat. Im ersten Halbjahr 2012 haben 15.200 Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Das sind 0,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (15.090 Fälle). Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist weiter rückläufig. 50.800 Verbraucher erklärten in den ersten sechs Monaten ihre Zahlungsunfähigkeit (Vorjahreszeitraum: 51.520). Insgesamt ist die Zahl der Insolvenzen von 79.780 auf 78.900 Fälle gesunken.

    In der Region Trier sind im Halbjahresvergleich die Unternehmenspleiten im 1. Halbjahr 2012 deutlicher angestiegen als bundesweit. So rechnet Creditreform Trier im 1. Halbjahr 2012 mit 96 Firmeninsolvenzen in der Region (1. Halbjahr 2011: 78 eröffnete Verfahren oder Ablehnungen mangels Masse). Dies bedeutet gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum eine Steigerung von gut 23 Prozent (bundesweit plus 0,7 Prozent).

    Vor allem im Bereich der kreisfreien Stadt Trier haben sich die Firmenpleiten fast verdoppelt. Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist ein deutlicher Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen. Wenn auch im Vulkaneifelkreis Steigerungen zu verzeichnen sind, so sind dort doch die wenigsten Firmeninsolvenzen der Region zu vermelden, nämlich lediglich acht. Insgesamt ist regional eine Vielzahl von Kleinst- und Kleinbetrieben von der Insolvenz betroffen.

    Auch sind im Halbjahresvergleich regional mehr Arbeitsplätze von den Firmenpleiten betroffen. Waren es im 1. Halbjahr 2011 415 Arbeitsplätze, so sind es in den ersten sechs Monaten 2012 immerhin 505 Arbeitnehmer, die von der Pleite ihres Arbeitgebers tangiert werden. Noch nicht eröffnete Verfahren, wie beispielsweise das der Eifelwerk Bordnetzsysteme GmbH in Malbergweich (Eifelkreis), sind hierbei noch nicht berücksichtigt. Berücksichtigt man im Bereich der betroffenen Arbeitnehmer noch die Insolvenz des Trierer Stahlwerks TSW , dessen Insolvenzverfahren wegen der Zugehörigkeit zur Pampus-Gruppe vor dem Amtsgericht Dortmund geführt wird, so beläuft sich die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze bereits auf über 600.

    Betrachtet man das Insolvenzgeschehen nach Branchen, so ist im Bereich Handel eine erhebliche prozentuale Steigerung der Pleiten gegenüber dem Vorjahr auszumachen. Die meisten Insolvenzen fallen allerdings wie immer in den breit gefächerten Dienstleistungssektor (insgesamt werden hier 52 Insolvenzen im 1. Halbjahr verzeichnet).

    Gerade in Trier mussten in diesem Jahr bereits drei Traditionsunternehmen die Segel streichen. So das 1972 gegründete Baumaschinenhandels- u. Verleihunternehmen Bautra mit der Schwesterfirma Tisa sowie die bereits 1959 gegründete Firma Elektro Scholten in Trier-Zewen. Auch das bekannte Trierer Autohaus Haack Automobile GmbH, Nachfolgeunternehmen der bereits 1899 gegründeten Gebr. Haack GmbH & Co. KG, die ihrerseits 2002 pleite ging, musste Insolvenz anmelden.

    Die Insolvenzen ehemals Selbständiger sind im Halbjahresvergleich von 25 auf 22 Insolvenzverfahren, damit um zwölf Prozent, zurückgegangen. Die Privatinsolvenzen in der Region Trier sind um 1,9 Prozent zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2011 waren im ehemaligen Regierungsbezirk Trier 266 Verbraucherinsolvenzverfahren zur Eröffnung gelangt; demgegenüber rechnet Creditreform in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 261 Verfahren. Dennoch bewegen sich die privaten Pleiten regional und auch bundesweit nach wie vor auf hohem Niveau. Bundesweit ist ein Rückgang von 1,4 Prozent zu verzeichnen.

    Nach Kreisen betrachtet so sind in der kreisfreien Stadt Trier, den Kreisen Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel die Verbraucherinsolvenzen leicht angestiegen; in den Kreisen Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm hingegen zurückgegangen. Berücksichtigt sind im Bereich der Privatinsolvenzverfahren jedoch nur die tatsächlich veröffentlichten Verfahren, also keine außergerichtlichen Schuldenregulierungsverfahren zur Insolvenz oder nachträglich gerichtlich bestätigte Regulierungsverfahren, die nicht der Veröffentlichung unterliegen. (red)

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