Borkenkäfer-Welle rollt: Befall wir aus der Luft erfasst

0

MAINZ/REGION TRIER. Nach der Dürre im Sommer 2018 und mehreren Stürmen dokumentieren Helikopter und Drohnen mit Kameras den Befall mit Borkenkäfern in rheinland-pfälzischen Wäldern.

In dieser Woche sei etwa der Flug eines Hubschraubers über der Eifel geplant, teilte das Forstministerium in Mainz mit. «Voraussichtlich ab Mitte Mai fliegen auch drei eigens dafür beschaffte Drohnen über die besonders von Dürre und Borkenkäfern betroffenen Regionen Eifel, Westerwald und Hunsrück», sagte Ministeriumssprecherin Josephine Keller. Am Boden seien schon jetzt Forstleute beinahe rund um die Uhr unterwegs, um bei Bäumen beginnenden Befall von Borkenkäfern ausfindig zu machen.

Die winzigen Insekten können in Scharen gerade Fichten in wenigen Wochen den Garaus machen. Größere Schäden sind auch aus der Luft zu erkennen. Viele Bäume sind nach der langen Trockenheit des vergangenen Jahres ohnehin geschwächt und die Wasserreserven im Boden gering. Zudem haben außergewöhnlich viele Borkenkäfer den milden Winter überstanden – und vermehren sich nun rasch. «Leider sind in diesem Jahr auf größerer Fläche absterbende Wälder zu befürchten», erklärte Keller.

Tausende Bäume mit Borkenkäfern müssten vorzeitig gefällt und aus dem Wald transportiert werden, um eine weitere Ansteckung zu verhindern. «Dies führt aufgrund der verstreuten Lage zu Mehraufwand, gleichzeitig zahlen die Holzkäufer für die anfallenden Schadholzmengen deutlich geringere Preise», ergänzte Keller. Die entstehenden Kahlflächen würden mit Baumarten bepflanzt, die dem Klimawandel trotzen könnten. Dies sei «aufwendig und teuer».

Der Streit um mehr Geld im Kampf gegen Borkenkäfer geht in Rheinland-Pfalz weiter. Der Waldbesitzerverband sowie der Gemeinde- und Städtebund (GStB) pochen für den privaten und den kommunalen Wald auf eine Gleichbehandlung mit dem Staatswald des Landes. Der GStB teilte mit: «Für den Staatswald wurden mit dem Doppelhaushalt 2019/2020 zusätzliche Mittel in Höhe von sieben Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt.» Aber auch die privaten und kommunalen Wälder, die zusammen mehr als 70 Prozent der Forstfläche in Rheinland-Pfalz ausmachten, benötigten zusätzliches Geld. «Mehrere Bundesländer haben auch für kommunale Wälder Soforthilfefonds aufgelegt. Das brauchen wir auch», sagte GStB-Sprecher Stefan Schaefer. Der kommunale und private Wald stehe allen offen und binde CO2.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.