Erneuter Kerosinregen über Rheinland-Pfalz

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Foto: dpa-Archiv

NEUSTADT. Inmitten der Diskussion über das umstrittene Notablassen von Flugzeugtreibstoff über dem Pfälzerwald ist über der Region erneut Kerosin niedergegangen – wohl erstmals in diesem Jahr. Wegen einer «technischen Unregelmäßigkeit» habe ein Passagierjet auf dem Weg von Frankfurt nach Chicago zurückkehren müssen, teilte die Lufthansa am Montag mit.

Zur Vorbereitung auf die Landung, die sich am Samstag ereignete, habe die Maschine Kerosin freigesetzt.

«Diese Maßnahme ist leider unabdingbar notwendig, um sicher zu landen, da das Startgewicht eines frisch betankten Flugzeuges das maximal erlaubte Landegewicht deutlich überschreitet», hieß es. Die meldepflichtige Maßnahme sei nur in enger Abstimmung mit der Flugsicherung in ausgewiesenen Gebieten und nur in Ausnahmen erlaubt. Dies soll helfen, dass möglichst wenig Kerosin den Boden erreicht.

Angaben zur Menge machte das Unternehmen nicht. Die Initiative Pro Pfälzerwald nannte die Wetterbedingungen «denkbar schlecht» für die Umwelt. «Legt man die 50 Minuten (für das Kreisen über dem Pfälzerwald) für den Kerosinablass zugrunde, könnte sich die Kerosinmenge hier zwischen 75 und 100 Tonnen bewegen, zumal dieser Flugzeugtyp in der Lage ist, pro Minute 1,5 bis 2 Tonnen Kerosin in die Umwelt zu entlassen», teilte die Initiative mit. Über das Ablassen hatte auch die Zeitung «Die Rheinpfalz» berichtet.

«Fuel Dumping» ist vor allem im südlichen Rheinland-Pfalz ein Problem. Das Bundesland ist wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen vergleichsweise häufig von Kerosinablässen betroffen. Dem Umweltministerium in Mainz zufolge setzten Flugzeuge allein zwischen 2016 und November 2018 rund 590 Tonnen Kerosin über dem Bundesland frei. Kritiker fordern allgemein mehr Transparenz. So sei unklar, welche Folgen das Kerosin-Ablassen für Gesundheit und Umwelt haben.

6 KOMMENTARE

  1. Nochmal….. wenn das so ungefährlich ist dann bitte zur Abwechslung über Köln Frankfurt und dem Ruhrgebiet ablassen. Da ist die Umwelt eh schon hinüber

  2. Komisch dass man hier von der Dreyer nix hört.
    Wenn es darum geht sinnfreie Aufrufe zu starten ist sie immer ganz vorne dran:
    Ein Intercity von Luxembourg nach Norddeutschland ist ein wichtiges Signal für Europa… und das ganze Geblubbere.
    Aber da müsste sie sich ja an ihren Taten messen lassen.

    • Was soll eine Kleine Ministerpräsidentin denn tun? Diese Regeln hierzu sind im internationalen Recht auf UN-ebene (Mal IACO googlen) geregelt. Was würde passieren wenn Deutschland oder RLP sagt Nö? Dann gäbs keinen zivilen Grenzüberschreitenden Luftverkehr mehr.
      Und dieses Fuelldumping machen die Piloten ja nicht aus Jux. Umdrehen( Flugplan unterbrechen), ablassen und außerplanmäßig landen kostet richtig Geld. Da ist mal schnell mal 6 stellig wenn z.b. Ware verdierbt

      • Bei anderen Sachen kann eine kleine Ministerpräsidentin auch nix tun und gibt trotzdem überall ihren Senf dazu, dann könnte sie hier ja auch sagen dass sie sich auf Bundesebene dafür stark macht dass Alternativen gesucht werden bla aber an dir sieht man dass ihre Rhetorik funktioniert.
        Ob irgendwelche Ware verdirbt ist mir übrigens scheissegal, mich interessiert die Gesundheit meiner Familie und meine eigene, sonst nix.

  3. Zum Glück ist es nur Kerosin, das verdampft ab einer Flughöhe von 1,5 m. zu Einhornstaub und ist dann total gesund für Tier und Mensch, man stelle sich vor es wäre ein Euro 5 Diesel gewesen.
    Läuft – zwar Rückwärts und bergab aber läuft.

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