Saarland will «Fairer-Lohn-Gesetz» einführen

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Bildquelle: dpa-Archiv

SAARLAND. Im Saarland sollen künftig höhere Löhne gezahlt und bessere Arbeitsbedingungen gelten, wenn das Land oder eine Kommune Aufträge vergibt. Das kündigte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Anke Rehlinger (SPD) am Montag an. Noch in diesem Jahr wolle sie einen Gesetzesentwurf für ein «Fairer-Lohn-Gesetz» vorlegen.

Zwar betrete man damit «juristisches Neuland», doch fühle sie sich durch ein vom Ministerium beauftragtes Rechtsgutachten bestärkt. Der Arbeitsrechtler Rüdiger Krause von der Universität Göttingen hatte darin festgestellt, dass das Land eine solche Regelung in eigener Zuständigkeit erlassen könne.

Bereits im Koalitionsvertrag hatte die Landesregierung vereinbart, mit einer Novelle des Tariftreuegesetzes die Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand neu zu regeln. Im Saarland sind – wie im Bundesschnitt – nur noch etwa 27 Prozent aller Betriebe tarifgebunden.

Mit dem «Fairer-Lohn-Gesetz» werde das Saarland zum bundesweiten Vorreiter für faire Löhne und gute Arbeit, sagte Rehlinger. «Der saarländische Mindestlohn war ein großer Erfolg, jetzt gehen wir einen Schritt weiter», sagte sie. Alle in Frage kommenden Tarifverträge lägen über dem gesetzlichen Mindestlohn, die meisten sogar deutlich darüber.

Nach Meinung von Verdi-Chef Frank Bsirske, der zur Vorstellung des Gutachtens nach Friedrichsthal-Bildstock kam, ist die Initiative geeignet, für faire Löhne zu sorgen, aber vor allem langfristig die Tarifbindung wieder zu erhöhen. Er erhoffe sich eine bundesweite Signalwirkung davon: «Das Saarland geht voran, andere Bundesländer sollten nachziehen», sagte er.

2 KOMMENTARE

  1. Wen wollen die Sozialdemokraten denn noch mit einer solchen Politik innerhalb der Arbeiter und Angestellten erreichen?
    Wahrscheinlich den fast schon eingeschläferten deutschen Lohnabhängigen.
    LOL ?

    Nur mal so zur Info, ein gerechter Lohn zum Beispiel als Kfm. im Einzelhandel ohne Führungsverantwortung, müsste gemessen an der Reallohnentwicklung im Zusammenspiel zur erhöten Arbeitsproduktivität der letzten 20 Jahre ca. 20 % über dem Tariflohn liegen.
    D.h. zw. 18,00 € – 19,00 € / Std. netto + Urlaubs & Weihnachtsgeld.

    Wie hoch soll den jetzt der Lohn sein, den Rehlinger (spd) und Bsirske (verdi) anpeilen?

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