Mutterhaus – Chefarztwechsel in der Trierer Erwachsenenpsychiatrie

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Gemeinsam wurde der Chefarztwechsel in der Erwachsenenpsychiatrie im Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen im März gefeiert. Von links: Medizinischer Geschäftsführer Dr. med. Christian Sprenger, Geschäftsführer Dipl.-Kaufmann Jörg Mehr, Festredner Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Heinz Rüddel, Präsident der Bezirksärztekammer Trier Dr. med. Walter Gradel, Dr. med. Oliver Hamm, vorne: Generalvikarin und Aufsichtsrätin Schwester M. Alexandra Krug und Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Wilhelm Classen. Foto: Marlon Kuhnen, Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen

TRIER. Mit Dr. med. Oliver Hamm hat die Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie einen Nachfolger für Dr. Dr. Wilhelm Classen aus den eigenen Reihen gefunden. Seit Januar 2019 leitet er die Abteilung am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen.

Das backsteinrote Haus K hinter dem Erweiterungsbau des Klinikums ist eine eigene Gebäudeeinheit, in der Patienten behandelt werden, die psychisch erkrankt sind. Wer das Haus betritt, stellt schnell fest, dass hier nicht nur eine ganz eigene Stimmung herrscht, selbst die Optik entspricht nicht der eines Krankenhauses. Gemütliche Sitzecken, große Pflanzen und vor allem viel Originalkunst an den Wänden beleben das Foyer, in dem sich Patienten und Besucher aufhalten können. Im Untergeschoss hallt hin und wieder rhythmische Musik aus der Musiktherapie und nur wenige Meter weiter bieten große Räume Platz für kreative und sportliche Aktivitäten.

2006 wurde der Umzug aus dem damaligen Herz-Jesu-Krankenhaus in den Neubau am Klinikum Mutterhaus vollzogen. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl. Psych. Wilhelm Classen begann bereits 1991 mit dem Aufbau einer Tagesklinik und hat seinerzeit Pionierarbeit geleistet. Er erinnert sich: „Damit haben wir Neuland betreten. Wir waren die ersten in Rheinland-Pfalz, die sich gegen eine Psychiatrie auf der grünen Wiese entschieden haben. Wichtig für die Patienten sind der enge Kontakt zu einem Allgemeinkrankenhaus und das Verbleiben in der Gesellschaft. Mit unserem System der offenen Psychiatrie liegen wir bis heute immer noch richtig. Ich bin froh, die Abteilung in gute Hände übergeben zu können.“

Und so kann Dr. med. Oliver Hamm, der seit vielen Jahren, zuletzt als leitender Oberarzt, mit Classen zusammengearbeitet hat, auf ein gut bestelltes Feld zurückgreifen – auch wenn sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren verändert haben. „Schon 2018 stand im Zeichen der Vorbereitungen auf die digitale Umsetzung eines umfassenden Fachkonzeptes unter dem Aspekt neuer gesetzlicher Vorgaben, der Präzisierung unserer Dokumentationsstruktur, therapeutischen Abläufe und Kommunikation“, berichtet der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Durch berufsgruppenübergreifende Schulungen haben sich die Mitarbeiter den neuen Vorgaben entsprechend weitergebildet und somit ist es gelungen die Behandlung der uns anvertrauten Patienten zu optimieren. Dass dies parallel zum Tagesgeschäft so gut funktioniert hat, dafür bin ich meinem Team überaus dankbar.“

Und auch in den kommenden Jahren werden die Strukturen für die Patienten weiter verbessert. „Im Landeskrankenhausplan ist vorgesehen, die Zahl der akutpsychiatrischen Betten um 20 zu erhöhen“, sagt Geschäftsführer Jörg Mehr. „Die Abteilung wird also weiter wachsen. Dass wir ein derart hohes Niveau erreicht haben, ist ein großes Verdienst von Dr. Dr. Classen, der maßgeblich an der Entwicklung mitgewirkt hat. Dr. Hamm wünsche ich für seine neue Position allzeit gutes Gelingen.“ Der medizinische Geschäftsführer Dr. med. Christian Sprenger betont das gute Miteinander innerhalb des Klinikums: „Das Konzept unserer Erwachsenenpsychiatrie zeigt, dass die enge Anbindung an die somatischen Abteilungen hervorragend funktioniert. Hiervon profitierten in erster Linie unsere Patienten.“

Die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Mutterhaus
Die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Mutterhaus besitzt die stationäre Versorgungsverpflichtung für ca. 250 000 Einwohner aus der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg. Hier werden derzeit 80 vollstationäre Betten sowie 32 Tagesklinikplätze vorgehalten und das gesamte Spektrum akutpsychiatrischer Erkrankungen behandelt. Dazu zählen affektive Störungen, darunter depressive Erkrankungen oder Manien, Psychosen, Suchterkrankungen, Demenzen, Angst- und Zwangserkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen. Außerdem werden Patienten mit selbstverletzendem Verhalten, Anpassungs- oder akute Belastungsstörungen und ebenso posttraumatische Störungen therapiert. Die Patienten profitieren vor allem in der Diagnostik von einer engen Vernetzung mit anderen Fachabteilungen im Klinikum Mutterhaus Mitte.

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