TBB Trier: Rohdiamant Chikoko kommt – Drei-Jahres-Vertrag

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TRIER. Die Spatzen pfiffen es schon seit Tagen von den Trierer Dächern, seit 19 Uhr ist es offiziell: Vitalis „Vitah“ Chikoko heißt der Neuzugang für die großen Positionen und kommt vom BBL-Absteiger aus Göttingen. In den kommenden drei Jahren wird der aus Simbabwe stammende Modellathlet die Sneaker für die Trierer schnüren. Von Christoph Witt

Vitalis (lateinisch) bedeutet lebendig, gesund, kräftig. Dass dieser Name beim 21-jährigen Simbabwer Programm ist, zeigte er beim Gastspiel der Göttinger in der Arena. Der 2,07-Meter große Power Forward steuerte beim knappen Sieg der Trierer im letzten Saisonspiel nicht nur 20 Punkte für die BG74 bei, sondern angelte sich zudem neun Rebounds. Die Entwicklung des 21-Jährigen verläuft rasant, und der „Rohdiamant”, wie ihn sein letztjähriger Coach Michael Meeks genannt hat, soll in Trier weiter geschliffen werden. Meeks war es auch, der TBB-Trainer Henrik Rödl auf Chikoko aufmerksam machte.

„Vor dem Spiel gegen Göttingen hatte ich mit Michael geredet und dabei kamen wir auch auf Chikoko zu sprechen. Er betonte, wie viel Spaß er an der Arbeit mit ihm hatte. Da wurde ich selbstverständlich hellhörig“, so Rödl im Livestream. Der Headcoach gerät ins Schwärmen „Er hat riesiges Potenzial, ist auf mehreren Positionen einsetzbar. Er hat lange Arme, ist sprunggewaltig, dazu lernbegierig und setzt neue Dinge schnell um.“ Rödl plant mit Chikoko als Backup von Andreas Seiferth auf der Centerposition, traut ihm aber auch Spielzeit auf den Positionen drei und vier zu.

Der Linkshänder, der wegen seiner Defensivkünste den Spitznamen „Chiblocka” verliehen bekam, passt dabei wieder optimal in Rödls Konzept. Wie schon bei Bastian Doreth war Henrik Rödl der Hauptgrund für den langfristigen Wechsel an die Mosel. „Coach Rödl arbeitet gerne und viel mit jungen Spielern, und ich kann mich unter ihm weiterentwickeln. Außerdem werden wir ein junges Team haben, und das ist genau mein Ding.”

Während des Livestreams wirkt Chikoko schüchtern, höflich und setzt sich hohe Ziele. „Ich würde gerne Meister werden. Persönlich kann ich vor allem noch an meinem Dribbling und dem Wurf arbeiten. Außerdem muss ich körperlich zulegen.” Wie man Meister wird, weiß der 21jährige schon: Mit den Mbare Heat gewann er 2010/11 den Titel in seinem Heimatland Simbabwe.

Zum Basketball kam der drahtige Hüne eher zufällig, als er Freunden beim Training zuschaute. „Der Trainer meinte, ich solle einfach am Training teilnehmen, und er war schnell angetan von meinem Spiel. Vor allem aber von meiner Größe.” Chikoko blieb beim Basketball und verabschiedete sich von seiner ersten Liebe, dem Fußball. Eine weise Entscheidung. Nach dem Meistertitel in Simbabwe folgte der Wechsel nach Göttingen.

Anfangs in der Regionalliga Mannschaft der Göttinger eingesetzt, dort jedoch total unterfordert, schaffte er zum Ende der Saison den Sprung in den BBL-Kader. Dort glänzte er vor allem am Ende der Saison mit mehreren starken Auftritten, darunter auch zwei Double-Doubles (zweistellige Werte bei Punkten und Rebounds) und dem starken Spiel in der Arena. Sollte seine Entwicklung im gleichen Tempo weitergehen, könnte er in Zukunft eine Stütze des Trierer Spiels werden. Was er aber vor allem benötigt, ist Zeit und ein ruhiges Umfeld.

Vitalis Chikoko wird in Trier mit der „23“ auflaufen – die Trikotnummer von keinem geringeren als Michael Jordan. Wer weiß: Vielleicht lässt er ja einen Hauch von „His Airness“ durch die Arena fliegen. (cw)

1 KOMMENTAR

  1. Hey Christoph, weiter so! Freu mich auf weitere Artikel von dir!
    Achja: weiter so TBB, macht bisher schon richtig Spaß, die neue Saison!
    Kompliment ans Trainerteam und Management!

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