Bitburger: Gaffer, Vandalen und zu schlechtes Wetter

0

TRIER. Insgesamt laufen die Bauarbeiten auf der Bitburger zügig. Man liege nach wie vor im Zeitplan, sagten Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU und Tiefbauchef Wolfgang van Bellen am Donnerstagmorgen unisono. Probleme bereiten das extrem schlechte Wetter, Zerstörungen in der Baustelle durch unbekannte Täter sowie Gaffer. „Hier hat inzwischen ein richtiger Baustellen-Tourismus eingesetzt“, so van Bellen.

Die Gefahren sind schon auf den ersten Blick zu erkennen. Wo der Sandsteinfelsen inzwischen auf einer beträchtlichen Länge abgesprengt worden ist, liegt nach wie vor Geröll herum. Trotzdem hat – vor allem am Wochenende – eine Form des Baustellen-Tourismus eingesetzt, die den Verantwortlichen zu schaffen macht. „Die Leute sind einfach unvernünftig“, betonte van Bellen. Autos führen trotz Verbotes durch den Gefahrenbereich. Und sogar mit kleinen Kindern zögen die Touristen durch das eigentlich abgesperrte Areal. „Dabei kann sich jederzeit Gestein vom Felsen lösen“, sagte van Bellen.

Kaes-Torchiani kündigte daher am Donnerstag verschärfte Kontrollen auf der Baustelle an – auch in Zusammenarbeit mit der Polizei. Das gilt ebenfalls für die Zerstörungen im Arbeitsbereich durch unbekannte Täter. Eine private Sicherheitsfirma soll jetzt dafür sorgen, dass sich ähnliche Vorfälle wie am vergangenen Wochenende nicht wiederholen. „Es wurden Schilder herausgerissen und demoliert und Sandsäcke auf die Grundstücke im Mühlenweg geworfen. Das ist schon richtiger Vandalismus“, so die Dezernentin.

Komplett absperren – etwa durch Gitter mit Schlössern – könne man das Gebiet aber nicht, sagte van Bellen. „Die Rettungskräfte müssen hier durchfahren können, und denen können wir nicht zumuten, dass sie erst noch Schlösser aufschließen müssen, damit sie zu ihrem Einsatzort kommen“, so van Ballen. Der Tiefbauchef und die Dezernentin appellierten daher am Donnerstag an die Vernunft der Leute. „Jedem muss klar sein, dass hier eine Baustelle und kein Spielplatz ist“, betonte van Bellen.

Davon abgesehen laufen die Arbeiten nach Ansicht der Bauleiter planmäßig. Schwierigkeiten bereitet allenfalls das widrige Wetter in den letzten Wochen. Der viele Regen mache vor allem den Sprengmannschaften zu schaffen. „Der Sandstein hat sich mit Wasser vollgesogen, und das bereitet vor allem Probleme beim Bohren der Sprenglöcher“, so van Bellen. Ferner stießen die Bohrteams immer wieder auf Hohlräume im Felsen. Die Bohrlöcher hätten daher verlängert werden müssen. Die nächste Sprengung soll dennoch wie geplant am Montag oder spätestens Dienstag über die Bühne gehen. „Die restlichen zehn Meter des Felsen werden dann abgefräst, um das einzige Wohnhaus in diesem Bereich nicht zu gefährden.“

Die Kosten für die Sprengarbeiten werden sich erhöhen. Davon ist jetzt schon auszugehen, wie auch van Bellen und Kaes-Torchiani einräumten. Einerseits liegt das an den entstandenen Problemen wegen des schlechten Wetters, andererseits aber auch daran, weil die Auslösung der Detonationen von der Hand- auf die elektronische Zündung umgestellt wurde. van Bellen bezifferte vorab die veranschlagten Kosten am Donnerstag auf rund 45.000 Euro pro Sprengung – ohne die Nebenarbeiten. „Das wird jetzt wohl nicht mehr ausreichen“, sagte der Tiefbauchef. Man habe aber einen gewissen Spielraum im Budget, der noch nicht ausgereizt sei. „Was es letztendlich kostet, können wir aber erst sagen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind“, so van Bellen.

Die Fußgänger müssen sich übrigens von Samstag (23. Juni) an ebenfalls auf Umwege einstellen. Dann wird die Napoleonsbrücke auch für sie komplett gesperrt. „Das geht nicht anders“, sagte van Bellen. „Wir beginnen jetzt auch auf der zweiten Seite der Brücke mit den Arbeiten, und da ist es schlicht zu gefährlich, dass die Leute weiter über die Baustelle laufen.“ Außerdem behindere und verzögere der Fußgängerverkehr die Arbeiten. „In dieser Phase ist das einfach kontraproduktiv.“ Die Sperrung soll bis zum 12. August dauern.

Kaes-Torchiani und van Bellen hoffen dabei auf ebensoviel Verständnis wie bei den Anwohnern im Mühlenweg und an der Bitburger. „Da können wir uns nur bedanken“, sagte die Dezernentin. „Bisher gab es noch keine Probleme, etwa bei den Sprengungen – obwohl die Termine ja auch geändert wurden.“ (et)

Dritte Sprengung auf Dienstag verlegt

Am Donnerstagnachmittag wurde wegen des schlechten Wetters der letzten Tage die für Freitag geplante dritte und letzte Felssprengung an der Baustelle Bitburger Straße endgültig auf Dienstag, 26. Juni, 16 Uhr, verlegt. Bedingt durch den starken Regen an den vergangenen Tagen hat der Sandstein viel Feuchtigkeit aufgenommen. Das Bohren der circa 70 Löcher für die Sprengladungen nimmt deshalb längere Zeit in Anspruch. Nachdem die zweite Sprengung am 19. Juni mit elektronischer Zündung hervorragende Ergebnisse brachte, erfolgt die dritte Sprengung mit den gleichen Parametern. Die Sperrzeiten werden wie bei der letzten Sprengung jeweils je eine Viertelstunde vor und nach der Sprengung betragen. Die zu sprengenden Felsmassen belaufen sich erneut auf circa 1600 Tonnen. Es wird bis zur Felskanzel gesprengt. Die restlichen zwölf Meter Felswand bis zum Wohngebäude werden anschließend mit einer Fräse abgetragen. (red)

ZUM KOMMENTAR von Eric Thielen

1 KOMMENTAR

  1. Simone Kaes-Torchiani – wenn ich nur den Namen lese stellt sich mir der Kamm, weg damit und nicht mehr wählen!!!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.