Zwangsversteigerungen: Rheinland-Pfalz und Saarland im Trend

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Auktionator
Ein Auktionator hält einen Hammer in der Hand. Foto: Daniel Naupold/dpa-Archiv

MAINZ/SAARBRÜCKEN. In Rheinland-Pfalz und im Saarland ist die Zahl der Zwangsversteigerungen im vergangenen Jahr gesunken. Beide Länder gehören aber bezogen auf die Zahl der Haushalte weiterhin bundesweit zu den Hochburgen der Zwangsversteigerungen, wie Recherchen des Ratinger Fachverlags Argetra ergaben.

Den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zufolge kamen in Deutschland im vergangenen Jahr 18 449 Immobilien mit einem Gesamtverkehrswert von 3,85 Milliarden Euro unter den Hammer. 2017 waren es noch 25 740 Häuser, Wohnungen oder Grundstücke.

Rheinland-Pfalz lag im Trend. Hier sank die Zahl anberaumter Amtsgerichtstermine im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 1954 Zwangsversteigerungen. Dementsprechend fiel der Gesamtwert versteigerter Immobilien um 8,8 Prozent auf 248 Millionen Euro. Eine ähnliche Bilanz wies das Saarland auf. Auch hier sank die Zahl anberaumter Termine, nämlich um 9,0 Prozent auf 453 Zwangsversteigerungen. Der Gesamtwert der versteigerten Immobilien fiel um 6,3 Prozent auf 53,3 Millionen Euro.

Spitzenreiter der Zwangsversteigerungen – bezogen auf 100 000 Haushalte – war Sachsen-Anhalt mit 104 Terminen. Auf den weiteren Plätzen folgen Rheinland-Pfalz (100 Termine) und das Saarland (92 Termine). Die niedrigsten Quoten finden sich in Hamburg (10 Termine).

Unter den 40 Städten mit den meisten Zwangsversteigerungsterminen finden sich vier Kommunen aus Rheinland-Pfalz. In Rockenhausen (Donnersbergkreis) stieg die Zahl sogar um 46,51 Prozent auf 126 Zwangsversteigerungen. Hier wurden demnach im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Häuser, Wohnungen oder Grundstücke versteigert als in Frankfurt oder Hamburg. Auf den weiteren Plätzen folgen Trier (117 Termine), Kusel (113) und Pirmasens (101). Spitzenreiter ist Chemnitz mit 557 Terminen.

Wie der Geschäftsführer des Fachverlags, Axel Mohr, sagt, sei die Zahl der Zwangsversteigerungen seit gut zehn Jahren rückläufig. Ein Grund für den Rückgang 2018 seien niedrige Zinsen.

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